SCHWEINFURT – Früher, zu gemeinsamen Regionalliga-Zeiten, ging´s noch hoch zum Stadion am Halberg in Taunusstein und dem Stadtteil Wehen. Doch am Samstag reisen die Schnüdel erstmals in die nun auch schon fast 20 Jahre alte Brita-Arena in Wiesbaden, die 2007 direkt neben dem Helmut Schön-Sportpark errichtet wurde, weil die Wehener erstmals in die 2. Bundesliga aufstiegen.
Ein paar Kultstadien oder gut gefüllte Arenen wird der FC 05 auf seiner langsam zuende gehenden Reise in der 3. Liga noch kennenlernen. Beispielsweise die in Aachen, Duisburg, Osnabrück oder Mannheim. Die Brita-Arena freilich ist eher sowas wie ein Baustein-Kasten, in den zudem auch nur rund 4000 Zuschauer im Schnitt kommen, freilich ähnlich viele (wenige) wie in die Schweinfurter Riedel Bau-Arena. Kleiner Einschub: Bei mehr als neun Punkten wären´s bei den Grün-Weißen auch deutlich mehr Fans…
Von denen dürften um die 250 in die hessische Hauptstadt mitreisen. Wer nicht dabei ist und Interesse hat: Im V.I.P.-Zelt im Stadioninnenhof wird die Partie wieder live übertragen. Was zu erwarten ist? „Wir wollen gewinnen“, sagt Victor Kleinhenz mit Verweis auf die guten Leistungen gegen Köln und in Cottbus. Ein Auftritt wie gegen Regensburg wird sicher nicht reichen, weiß der Coach.
„Regensburg hatte Druck auf dem Kessel. Auftrag an die Mannschaft war, das ab der ersten Minute zu nutzen mit Pressing. Aber nach dem 0:1 war´s dann schwer…“, sagt er und erklärt den Totalausfall von Stürmer Erik Shuranov mit „zwei Meter-Latten hinten bei Gegner. Er aber ist 30 Zentimeter kleiner – und wir schicken ihn dennoch in Kopfballduelle… Generell hat mir die Haltung nicht gefallen. Diese Woche konnten wir aber wenigstens wieder auf Kunstrasen trainieren, die Hallensaison ist also beendet. Ich gehe davon aus, dass nun auch unser Spiel wieder besser wird.“
Systematisch werde sich dennoch wenig verändern, personell vielleicht schon. „Zwei, drei Spieler drängen in die Startelf“, so Kleinhenz, der damit in erster Linie Winners Osawe (siehe unten) und Tim Latteier („an ihm komme ich nicht vorbei“) meint. Auch Dustin Forkel, gegen Regensburg angeschlagen fehlend, ist wieder dabei. Dafür fehlen Lauris Bausenwein (Knöchelprellung), Michael Dellinger (Pferdekuss Oberschenkel) und Joshua Endres (5. Gelbe Karte). Neben den Langzeitverletzten wie Nils Piwernetz, Altin Ibisi, Fabio Luque-Notaro, Luka Kalandia oder Nick Doktorcyk.
„Körperlichkeit, Größe, Wucht, Power“, zählt Kleinhenz auf beim Gegner, befürchtet „große Gefahr bei Standards, nennt Akteure wie Lukas Schleimer oder Fatih Kaya, Torschützenkönig der letzten Saison. Wehen peilt noch einen der ersten drei Plätze an, Erkentnisse aus dem Hinspiel helfen dem Schweinfurter Coach nichts mehr, weil die Hessen ihren Trainer wechselten: Von Nils Döring auf Daniel Scherning. Beim ersten Treffen kassierte der FC 05 das späte 0:1 und vergab danach einen Elfmeter…
Um 9.30 Uhr am Samstag startet der Bus, mit an Bord wird Winners Osawe sein. Der 19-Jährige begann beim Berliner AK mit dem Fußball, wurde dann von 2019 an fünf Jahre bei RB Leipzig ausgebildet, wechslte danach zum Club, war letzte Saison Stammspieler des 1. FC Nürnberg 2 in der Regionalliga (unten unterhalb der Werbung sieht man ihn im Duell gegen Martin Thomann im Oktober 2024), kam in der Hinserie zu seinem zweiten Einsatz in der 2. Bundesliga, ehe die Leihe nach Schweinfurt erfolgte.
Was er bei den Schnüdeln erreichen möchte? „Den nächsten Step machen, mich weiter entwickeln!“ Bedeutet: Spielpraxis und Erfahrung sammeln in der 3. Liga für danach den Schritt in die zweite. „Und so viele Punkte wie möglich sammeln!“ In Stadt und Team hat er sich bereits eingelebt und will „Physis, Tempo und Spielintelligenz“ einbringen. Gegen Regensburg sah das eine Halbzeit lang schon mal nicht schlecht aus…
Und auch wenn´s schon wieder über zwei Jahre her ist: Winners Osawe war Stammspieler der U17 Deutschlands beim EM- und WM-Triumph. An der Seite von beispielsweise Max Moerstedt, der für Hoffenheim bereits in der Bundesliga traf, oder Assan Ouedraogo (27 Einsätze und zwei Tore für Leipzig und auch schon A-Nationalspieler). Beim Club stand er mit Lukas Schleimer auf dem Rasen, diesbezüglich gibt´s ein Wiedersehen.
Übrigens stehen die Schnüdel in der Tabelle fast schon uneinholbar vor den Wiesbadenern. Zumindest im 20er Tableau, in dem es um die Strafen der Vereine durch das Verhalten der Fans geht. Auf Platz elf liegen die Schnüdel ganz hervorragend zwei Ränge vor dem SV Wehen, mit fünf Vorfällen gegenüber nur einem. Und wie man die Anhänger des FC 05 einschätzt, werden da noch ein paar dazu kommen, so lange die Schweinfurter sich auf der Bühne der 3. Liga präsentieren dürfen. Vor allem bei den drei Heimspielen gegen Rostock, Essen und 1860 München aus den Top-4 dieser Tabelle dürfte es im wahrsten Sinne des Wortes heiße Duelle auf den Rängen geben.
Die LVM-Versicherung präsentiert die gesamte Saison die Berichterstattung der Schnüdel aus der 3. Liga und drückt dem FC 05 stets die Daumen:



