WÜRZBURG – Mit rund 350 Soldatinnen und Soldaten, deren Angehörigen sowie Zivilbeschäftigten der Bundeswehr hat Weihbischof Dompropst Paul Reder anlässlich des Weltfriedenstags am Donnerstag, 29. Januar, einen Gottesdienst im Würzburger Kiliansdom gefeiert.
Sie kamen aus den Standorten Altheim, Hammelburg, Hardheim, Lauda, Neckarzimmern, Niederstetten, Veitshöchheim, Volkach, Walldürn und Wildflecken. Die Feier stand unter dem Motto „Der Friede sei mit euch allen: Hin zu einem unbewaffneten und entwaffnenden Frieden“. „Wir feiern Weltfriedenstag in einer Zeit, in der Unfrieden herrscht auf der Erde. Aber gerade weil das so ist, suchen wir nicht nur die Verbindung untereinander, mit allen Menschen guten Willens, sondern wir suchen vor allem die Verbindung mit Jesus Christus. Er ist unser Friede“, sagte der Weihbischof in seiner Begrüßung.
Der Dienst als Soldat oder Soldatin sei gerade in aktuellen Zeiten, mit Blick auf die Krisenherde und Kriegsschauplätze, eine große Herausforderung, sagte Weihbischof Reder in seiner Predigt. Sie führe vor Augen, dass Kräfte entfesselt seien, „die sich nicht zum Frieden, sondern zum Krieg bekennen, um ihre Macht durchzusetzen, unabhängig von Völkerrecht und Grundsätzen der Humanität. Aber gerade deshalb ist Ihr Dienst so kostbar, wenn er im Geist Christi diesen Kräften widersteht.“ Der Friede Christi sei kein Kompromiss zwischen Interessensgruppen und keine bloße Waffenruhe, sondern komme aus der Versöhnung, aus Vertrauen und „der inneren Entwaffnung des Herzens“, erklärte der Weihbischof. Papst Leo XIV. habe das in seiner Botschaft zum Weltfriedenstag formuliert: „Der Friede sei mit euch allen: Hin zu einem unbewaffneten und entwaffnenden Frieden.“
Die Lehre der Kirche erkenne an, dass staatliche Autoritäten verpflichtet seien, das Gemeinwohl, Recht und Werte zu schützen, auch durch den Dienst von Soldatinnen und Soldaten. Der Grundsatz „Wenn Friede möglich ist, ist Krieg Sünde“ zeige, dass niemand von der Verantwortung ausgenommen sei, den Frieden unter allen Umständen zu suchen. „Damit ist Ihr Einsatz gerade als Ernstfall des Glaubens nicht Verherrlichung des Krieges und seiner zerstörerischen Logik, sondern ein Dienst unter der schweren Verantwortung, Gewalt einzudämmen, Leben zu schützen sowie Recht und Gerechtigkeit immer und überall zu suchen und zu achten“, erklärte der Weihbischof. „Ihr Auftrag ist es, inmitten aufwallender Emotionen eine Kraft der Besonnenheit zu sein, die selbst im Kriegsfall auf Frieden abzielt, weil sie von der Liebe Christi bewegt ist und darum eine Stimme der Menschlichkeit bleibt.“
Die katholische Soziallehre betone den gerechten Frieden, fuhr der Weihbischof fort. Er gründe nicht allein auf Abschreckung, sondern auf Vertrauen, Dialog und Solidarität. Das verlange unter anderem, Krieg als das zu sehen, was er ist: „Ein Scheitern, in dem kein Heil zu finden ist. Wenn Soldaten in diesem Geist handeln, schützen sie einen Frieden als kostbares Gut oder versuchen ihn bestmöglich wiederherzustellen, wo er gefährdet ist oder gar verloren ging.“ Der Dienst des Soldaten sei mehr als ein Beruf, sagte Weihbischof Reder: Er sei zuallererst eine Haltung, Verantwortung zu übernehmen und im Friedens- wie auch im Konfliktfall verantwortlich zu handeln. Christus schenke seinen Frieden, damit man aktiv und mutig aus christlichem Glauben handeln könne, damit sein Friede Wirklichkeit werde: „Ein Friede, der entwaffnen kann, weil er um die Kraft der Versöhnung weiß, ein Frieden, der schützt, weil er auch im Ernstfall des Glaubens liebt.“
Der Auftrag der Bundeswehr beinhalte Abschreckung, Verteidigung und im Zweifel auch Krieg zu führen, sagte Generalmajor Jörg See, Kommandeur der 10. Panzerdivision in Veitshöchheim. Dieser Auftrag verpflichte zugleich zum Frieden. „Wenn man den Frieden will, muss man den Krieg vorbereiten“, zitierte er ein lateinisches Sprichwort. Er werde als Kommandeur oft gefragt, wofür es sich zu opfern lohne. Die formale Antwort laute: Für den Eid. Doch Ex-Bundespräsident Joachim Gauck habe eine bessere Begründung gegeben: „Für unser Land, für unser Volk, für unsere Freiheit, für den Frieden. Das gilt es zu erarbeiten, um es erhalten zu können.“
Am Ende des Gottesdienstes gab Leitender Militärdekan Artur Wagner vom Katholischen Militärdekanat München noch einige Wechsel bekannt. Er selbst sowie Militärdekan Alexander Prosche (Veitshöchheim), Militärpfarrer in Veitshöchheim und derzeit kommissarischer Leiter des Katholischen Militärdekanats München, wechseln in das Katholische Militärbischofsamt nach Berlin. Als neuer Militärpfarrer in Veitshöchheim wurde Frank Schneider (Fürstenfeldbruck) vorgestellt.
Ein Zehner-Ensemble des Heeresmusikkorps unter der Leitung von Oberfeldwebel Kai Begemann und Hauptmann Georg Hagel an der Orgel und Kantor Andreas Niedermeier gestalteten den Gottesdienst musikalisch.
sti (POW)
Auf den Bildern:
© Kerstin Schmeiser-Weiß (POW) | Weihbischof Dompropst Paul Reder feierte zum Weltfriedenstag einen Gottesdienst mit rund 350 Soldatinnen und Soldaten, deren Angehörigen sowie Zivilbeschäftigten der Bundeswehr im Kiliansdom.
© Kerstin Schmeiser-Weiß (POW) | Generalmajor Jörg See, Kommandeur der 10. Panzerdivision in Veitshöchheim.



