Respekt ist nicht verhandelbar“: Aschaffenburg erinnert an das Attentat im Park Schöntal vor einem Jahr

Respekt ist nicht verhandelbar“: Aschaffenburg erinnert an das Attentat im Park Schöntal vor einem Jahr
Bild © Burkard Vogt (POW)

ASCHAFFENBURG – Mit einer Gedenkfeier in der Christuskirche hat Aschaffenburg am Donnerstag, 22. Januar, an das Attentat vor einem Jahr erinnert. Damals hatte ein 28-jähriger Flüchtling im Aschaffenburger Schöntal-Park eine Kindergartengruppe angegriffen.

Ein zwei Jahre alter Junge und ein 41-jähriger Helfer kamen ums Leben. An der Gedenkfeier nahmen neben Vertretern der evangelischen und katholischen Kirche und der marokkanischen Moscheegemeinde auch Angehörige der Opfer, Betroffene, Politiker, Mitarbeiter verschiedener Rettungsdienste und Vertreter der Polizei teil.

Oberbürgermeister Jürgen Herzing mahnte an, sich nicht an die Gewalt zu gewöhnen und gleichzeitig die Vielfalt der Stadtgesellschaft zu schützen. „Wir brauchen eine klare Haltung: Respekt ist nicht verhandelbar“, sagt er in seiner Ansprache. Der katholische Dekan Martin Heim stellte die Mahnung Jesu aus dem Johannesevangelium in die Mitte seiner Ansprache, in der die Jünger aufgefordert werden: „Bleibt in meiner Liebe“. Er setzte diesen Satz gegen seine Beobachtung, dass in der Gesellschaft die Gefühlskälte zunehme. „Wir müssen Wege finden, dieses Eis aufzutauen. Und das geht nur, wenn wir Beziehungen zu unseren Nächsten aufbauen“, sagte Heim.

Weitere Redner waren Taoufik Hamid, Leiter der marokkanischen Moscheegemeinde, die Pfarrerin Sandra Weiß und der evangelische Dekan Rudi Rupp. In allen Ansprachen waren das Mitgefühl für die Betroffenen und der Appell zu vernehmen, sich von dieser Tat nicht zu Hass und Spaltung verleiten zu lassen und stattdessen in Solidarität und Menschlichkeit zu leben. Oberbürgermeister Herzing berichtete von den Plänen, im Park Schöntal eine Gedenkstätte zu errichten. Sie solle sowohl als Erinnerungsort an die Tat dienen, aber auch ein Ort der Begegnung für Menschen aller Generationen, Herkunft und Religionen sein. Die Ausschreibung dazu werde demnächst erfolgen.

bv (POW)

Auf dem Bild © Burkard Vogt (POW) | Mit einem Meer aus Kerzen und Kuscheltieren im Park Schöntal reagierte Aschaffenburg im Januar 2025 auf die Bluttat, bei der zwei Menschen ums Leben kamen.

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