WÜRZBURG – Zum Jahreswechsel hat sich die Lage auf dem Altkleidermarkt deutlich verschärft. Neben vielen anderen Städten und Gemeinden ist auch in Würzburg zu beobachten, dass zahlreiche private und gemeinnützige Dienstleister ihre Altkleidercontainer abziehen und Sammlungen einstellen.
Hintergrund ist eine angespannte Marktsituation, in der sich das Textilrecycling für viele Anbieter wirtschaftlich nicht mehr trägt.
Die Würzburger Stadtreiniger haben frühzeitig auf die Veränderungen am Markt reagiert und ein Lösungsmodell auf den Weg gebracht. Über ein Ausschreibungsverfahren wurde ein Unternehmen aus Ulm mit dem Textilrecycling an fast 50 Standorten im Stadtgebiet beauftragt.
Betriebsleiter Philipp Kuhn erläutert die Entwicklungen wie folgt: „Mit großem Bedauern müssen wir feststellen, dass die häufig gemeinnützig tätigen Dienstleister im Alttextil-Recycling durch die Weiterführung der Sammlung in finanzielle Schieflage geraten und deshalb ihren Service einstellen. In der Folge verschwinden zahlreiche Container aus dem Stadtgebiet, während die Sammelmengen weiter steigen – unter anderem durch den zunehmenden Konsum von Fast-Fashion.“
Dass manche Bürgerinnen und Bürger an den vom Abzug betroffenen Standorten trotzdem Altkleider und andere Abfälle entsorgen, lässt vermehrt wilde Müllablagerungen in Würzburg entstehen. Die Stadtreiniger weisen deshalb nochmals darauf hin, dass das Ablegen von Altkleidern und Abstellen anderer Abfälle neben nicht mehr vorhandene oder überfüllte Container unzulässig ist. Das unerlaubte Abstellen belastet nicht nur die Umwelt und Stadtsauberkeit, sondern führt wegen der außerplanmäßigen Reinigung der Standorte zu hohen Kosten für die Abfallbeseitigung, welche auf die Allgemeinheit umgelegt werden können.
Die Bevölkerung wird deshalb eindringlich darum gebeten, Altkleider und sonstige Abfälle ausschließlich an vorhandenen Containerstandorten oder auf einem der beiden Würzburger Wertstoffhöfe zu entsorgen.
Zum Abschluss gibt Kuhn einen perspektivischen Einblick in das weitere Vorgehen: „Wir haben den Ernst der Lage erkannt und versuchen gemeinsam mit unserem Dienstleister eine zeitnahe Lösung zu finden, die die bisherige Qualität der Sammlung bestmöglich wiederherstellt.“
Bild von Andreas Lischka auf Pixabay

