Erhöhte Zahl toter Wildvögel am Main: Wegen des Verdachts auf Geflügelpest mahnt das Veterinäramt zur Einhaltung der geltenden Schutzmaßnahmen

Erhöhte Zahl toter Wildvögel am Main: Wegen des Verdachts auf Geflügelpest mahnt das Veterinäramt zur Einhaltung der geltenden Schutzmaßnahmen

LANDKREIS HASSBERGE – Nachdem Ende November in Ebern eine mit dem Geflügelpestvirus (Aviäre Influenza, Vogelgrippe) infizierte Wildgans gefunden worden war, häufen sich aktuell die Funde verendeter Wildvögel entlang des Mains.

Alleine in den vergangenen Tagen haben Mitarbeiter des Veterinäramtes Haßberge mit Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehr Haßfurt zwischen Knetzgau und Ottendorf 14 tote Tiere geborgen, die meisten davon Höckerschwäne und Wildgänse.

Das Veterinäramt geht davon aus, dass alle Tiere an der Infektion verendet sind. Die Laboruntersuchungen dauern noch an, jedoch werden alle Geflügelhalter im Landkreis Haßberge und insbesondere in der Nähe des Mains zur besonderen Vorsicht aufgerufen. Neben umfangreichen Biosicherheits- und Hygienemaßnahmen sollte hier freiwillig die zeitweise Haltung in geschlossenen Stallbereichen besonders gefährdeter Geflügelbestände (weniger als 3 km Entfernung zum Main) erfolgen, bis sich die Situation beruhigt hat, empfiehlt das Veterinäramt.

Alle amtlich bekannten Geflügelhalter mit mehr als 50 Tieren wurden bereits schriftlich informiert und auf die verpflichtende Einhaltung der geltenden Schutzmaßnahmen aufmerksam gemacht. Dennoch geht die Behörde von einer hohen Dunkelziffer an Geflügelhaltungen aus, die bislang nicht dem Veterinäramt gemeldet wurden – obwohl eine Meldepflicht bereits ab dem ersten gehaltenen Tier besteht. Nur wenn bekannt ist, wo Geflügel gehalten wird, können wirksame Vorsorgemaßnahmen geplant und umgesetzt werden.

Das Virus kann sowohl durch direkten Kontakt von Tier zu Tier übertragen werden als auch indirekt über kontaminierte Gegenstände. Insbesondere wild lebende Wasservögel gelten als natürliche Virusüberträger und scheiden den Erreger in hoher Konzentration über Kot sowie über die Schleimhäute aus. Eine Ansteckung ist zudem über die Luft oder durch virusbelastete Kleidung, Fahrzeuge, Gerätschaften, Futter oder Transportkisten möglich. Aus diesem Grund kommt der Hygiene eine besondere Bedeutung zu. Es muss unbedingt verhindert werden, dass Wildvögel Kontakt zu gehaltenem Geflügel haben oder dass Geflügel mit Ausscheidungen von wild lebenden Vögeln in Berührung kommt.

Für die Bürgerinnen und Bürger gilt: Tote Tiere sollten generell nicht angefasst oder mitgenommen werden. Wer tote Wasser- oder Raubvögel feststellt, kann den Fundort zu den Öffnungszeiten des Landratsamtes dem Veterinäramt unter 09521 27 138 mitteilen.

Welche Maßnahmen im Landkreis für gehaltenes Geflügel gelten ist nachzulesen auf der Homepage des Landratsamtes Haßberge unter: https://hassberge.de/gefluegelpest.

Weitere Infos unter www.fli.de oder www.lgl.bayern.de.

Die Geflügelpest (Aviäre Influenza) ist eine hoch akut verlaufende, fieberhafte Viruserkrankung von Hühnern und Puten, aber auch viele andere Vögel sind empfänglich. Nach einer kurzen Inkubationszeit sterben betroffene Tiere. Auch der Mensch kann an der aviären Influenza erkranken. Bisher sind jedoch in Deutschland keine Fälle einer Infektion des Menschen bekannt geworden.

Auf den Bildern: Mit Unterstützung durch die Freiwillige Feuerwehr Haßfurt wurden in den letzten Tagen 14 tote Wildvögel am Main geborgen: Foto: Emelie Korb / Veterinäramt Haßberge

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