SAARBRÜCKEN / BAD KÖNIGSHOFEN – Für die „Mission Klassenerhalt“ waren die Auswärtssiege des Schlusslichts TSV Bad Königshofen beim Vierten Bergneustadt und beim Ersten Werder Bremen die Kür, der Heimsieg gegen Grenzau die Pflicht.
Unter dem Aspekt betrachtet, gehört das Auswärtsspiel diesen Freitag (19 Uhr) in Saarbrücken ganz klar zur Kategorie Kür, in der von den Grabfeldern unter normalen Umständen nichts zu erwarten ist. Das Hinspiel wurde am 6. September mit 1:3 verloren.
Der Tischtennis-Messias aus China, Olympiasieger und Weltmeister Fan Zhendong (auf dem Bild), war zum ersten Mal bei einem Auswärtsspiel in Europa in der Box und gut 300 Follower aus China auf den Rängen. Beim TSV fehlte Bastian Steger. Filip Zeljko unterlag Fan Zhendong, Andre Bertelsmeier ebenfalls sowie gegen Franziska. Nur Neuzugang Daniel Habesohn feierte einen gelungen Einstand in der Shakehands-Arena.
Dabei befand sich das Phänomen aus China noch in der Eingewöhnungsphase, in der er ein paar Federn ließ. Inzwischen weist seine Zwischenbilanz 9:3 Siege aus, die von Franziska 7:4. Jene des Ex-Königshöfers Darko Jorgic ist mit 11:0 die beste der Liga. Eigentlich dürften die Saarländer gar nicht mehr aufzuhalten sein, weil Fan Zhendong stets zwei Punkte und Jorgic der dritte zugetraut werden müssen.
Schließlich hat man noch einen Franziska. Diese Einschätzung gilt freilich nur für den Fall, dass alle Mann an Bord sind. Im Kader stehen aber beim hohen Meisterfavoriten noch mit Yuto Muramatsu, Eduard Ionescu und Cedric Meissner drei Spieler, die als Saarbrücken II auch bundesligatauglich wären. In Mühlhausen siegte zuletzt der Topfavorit nur 3:2 – ohne Fan.
Dass aus Darko Jorgic mal ein absoluter Weltklassespieler werden würde, kündigte er 2017 selber an. Da war er, 17 Jahre jung, gerade vom italienischen Drittligisten Apuania Carrara nach Bad Königshofen gewechselt. Bei seinem ersten Interview gab er sein Ziel mit „One day number 1 of the world“ an. In den Top Ten war er schon, zurzeit ist er die Nr. 14. Ob er oder/und Franziska in Saarbrücken oder bei einem Turnier im Oman sind, bleibt Spekulation. Fan Zhendong jedenfalls spielt gegenwärtig keine WTT-Turniere.
Ersatz gefunden werden muss diesmal aber bei den Königshöfern. Die Rückrunden-Verstärkung Xue Fei aus China wird erst im nächsten Heimspiel, am 31. Januar (17.30 Uhr) gegen Fulda, aufschlagen. Habesohn und Bertelsmeier spielen im Oman und werden bis Freitag vermutlich nicht zurück sein. Demnach werden Steger, Zeljko und Hermann Mühlbach, Kapitän des TSV II (4. Liga) das Trio bilden, von dem keiner mehr krank werden darf.
So wie Basti Steger es gegen Grenzau war, als er wegen der Bedeutung der Partie im Abstiegskampf das Risiko dennoch einging, beide Einzel gewann und sein Team zum Sieg führte. Wie sehr sein Herz für den TSV schlägt, war einem Vorgespräch zu diesem Spiel zu entnehmen, ohne dass er da seine Person in den Vordergrund rückte: „Dass die letzten Spiele so gut gelaufen sind, macht mich und ich glaube den ganzen Verein glücklich, weil wir nun wieder dran sind. Jetzt kommt halt schon der nächste Brocken.“
Über Aufstellungen mochte er sich aber nicht konkret äußern: „In Saarbrücken, wahrscheinlich mit dem Olympiasieger, wird es extrem schwierig was zu holen. Wir versuchen aber, den Schwung der letzten Wochen mitzunehmen. Wir haben ja jetzt genug Selbstvertrauen und uns auch a bisserl Respekt erarbeitet. Mehr unter Druck steht eigentlich Saarbrücken. Die wollen nicht abreißen lassen. Wir können da etwas freier aufspielen und vielleicht die Jungs a bisserl ärgern. Wir versuchen, das Optimum rauszuholen. Vielleicht schaffen wir eine kleine Überraschung, ach was, eine Riesen-Sensation wär`s.“
Rudi Dümpert für www.mainfranken.news

