SCHWEINFURT – Wer sich noch an den 8. August 2025 erinnert, weiß zu genau: Da hätten die Schnüdel mindestens einen Punkt verdient gehabt gegen Energie Cottbus. Der Aufstiegs-Aspirant traf vor 9261 Zuschauern erst in der 96. und in der 98. Minute zum 2:0-Sieg.
In doppelter Überzahl, weil Johannes Geis und Michael Dellinger zuvor vom Platz flogen. Bei elf Mann gegen elf – wer weiß, wie es ausgegangen wäre und welchen Weg der FC 05 genommen hätte, wenn… Aber Fahrradkätten werden an dieser Stelle nicht verkauft.
Nun das Wiedersehen in der Lausitz am Samstag. Mit Schweinfurtern, deren Köpfe oben sind, trotz weiter 13 Punkten Rückstand auf das rettende Ufer nach dem ziemlich lobenswerten Sieg über Viktoria Köln. Geht nun was beim Tabellendritten ganz im Osten Deutschlands? Bei einem Spitzenteam, das nur einen Zähler Rückstand hat auf Sensations-Tabellenführer SC Verl? Das allerdings Platz eins verlor durch das Remis in Saarbrücken. So gesehen steht Cotbus am Samstag ab 14 Uhr ein bisschen mehr unter Druck als der FC 05.
„Das ist eine Mannschaft mit ganz viel Qualität. Leidenschaft ist zudem die DNA dieses Vereins. Wenn man wie Cottbus erst mal oben ist, dann will man auch oben bleiben, ohne aber dass sie unbedingt hoch müssen in die 2. Bundesliga“, sagt Victor Kleinhenz, der von Montag bis Mittwoch seine ersten drei Tage beim Trainerlehrgang in Frankfurt hinter sich brachte und der dort genauso gut gelaunt ankam wie sein Drittliga-Kollege Samir Ferchichi nach dem 4:0-Sieg von Mitaufsteiger Havelse im Neulingsduell gegen Hoffenheim 2.
Aufgabe der Schnüdel wird sein, die beiden Top-Torjäger der Liga zu stoppen. Erik Engelhardt (13 Treffer) und Tolcay Cigerci (12) sind das Maß aller Dinge und netzten zusammen sieben Mal mehr ein als alle FC´ler zusammen. Mutmaßlich wird Kapitän, Routinier und Innenverteidiger Thomas Meißner wieder nicht von Beginn an auflaufen. „Weil wir in der Vorbereitung eine Konstellation fanden, die gut funktioniert hat“, sagt der Coach. Mit Johannes Geis als zentralen Abwehrmann (und Ersatz-Kapitän) klappte es gegen Köln wunderbar. „Und deshalb habe ich nicht das Gefühl, dass wir arg etwas verändern wollen“, so Kleinhenz.
Auf einer Position aber muss er, auf einer zweiten womöglich auch. Mit Toni Stahl könnte ausgerechnet der Ex-Cottbuser wieder in den Kasten zurückkehren, nachdem sich Kleinhenz („er hat es in der Vorbereitung zwei Wochen überragend gemacht!“) für den Wechsel zu Maximilian Weisbäcker entschied. Doch der Gelobte erkrankte, verpasste die ersten beiden Einheiten der Woche. Nur wenn er Freitag wieder an Bord ist, macht er die Fahrt gleich nach dem Freitagstraining in den Osten wird und wird dann auch spielen. Ansonsten darf Emil Zorn in den Kader rücken.
Sicher ausfallen wird Lauris Bausenwein wegen der fünften Gelben Karte. Denkbarer Ersatz wäre Neuzugang Dustin Forkel auf der Außenbahn, wo freilich auch Manuel Wintzheimer spielen könnte, für dessen Platz im Sturmzentrum dann Erik Shuranov in Frage kommt, bei dem ein platzender Knoten ausgerechnet bei einem Spitzenteam natürlich Charme hätte. „Auch Mike Dellinger ist eine Alternative“, sagt Victor Kleinhenz.
Und spricht davon, dass „es ein paar Härtefälle geben wird. Wir haben wenig Ausfälle und einen großen Kader“. In diesen drängt der wieder genesene Tim Latteier, und auch Sebastian Müller wird nach seinem Kreuzbandriss bald wieder ein heißes Thema. Sogar dem Local Hero Kevin Fery, zuletzt fast nie berücksichtigt, bescheiningt der Coach: „Er ist deutlich näher dran als im Herbst, ist immer eine Option. Aber im defensiven Mittelfeld haben es Devin Angleberger und Kristian Böhnlein gegen Köln gut gemacht. Möglichst wenig Änderungen machen daher Sinn!“
Für die Sechser-Position kommt freilich auch Winners Osawe in Frage, U17-Weltmeister, Leihgabe von Nürnberger Club. „Er ist jung, wuchtig und schnell, hat die Physis“, lobt Kleinhenz. Ob seine Zeit kommen wird in den verbleibenden 18 Partien? Dustin Forkel ist da schon weiter: „Er hat Tempo und weiß wo das Tor steht!“ Auch das in Cottbus?
„Feurig“ sei die Stimmung seit dem Sieg gegen Köln. „Es freut mich, dass wir für die zwei Wochen der Vorbereitung bestätigt wurden und uns mit zwei Toren belohnen konnten, zudem stabil aufgetreten sind“, lacht Kleinhenz aber auf die Frage, ob er sich die Rückrunden-Tabelle ausgeschnitten hat. In der sind die Schnüdel Sechster, vier Plätze vor dem FC Energie Cottbus. Möge das doch auch mal nach dem Samstagnachmittag so sein.
Laut Fanbeauftragten wollen 200 Fans die weite Reise mitmachen. Wer auswärts nicht dabei ist, kann im V.I.P..-Zelt bei freiem Eintritt die Partie verfolgen. Im Free-TV kommt das Spiel auch: RBB überträgt live ab 13.55 Uhr. Der MDR zeigt derweil den reinen Erzgebirge-Abstiegs-Krimi zwischen Aue und Ulm.
Unterhalb noch viele Fotos. Nun aber erst einmal das:
Die LVM-Versicherung präsentiert die gesamte Saison die Berichterstattung der Schnüdel aus der 3. Liga und drückt dem FC 05 stets die Daumen:























































