„9. Highlander“ Poetry Slam: Die Saisongala 2026 als finales Finale der Saisonchampions im evangelischen Gemeindehaus

„9. Highlander“ Poetry Slam: Die Saisongala 2026 als finales Finale der Saisonchampions im evangelischen Gemeindehaus

SCHWEINFURT – Eine Poetry Slam Saison geht mit der neunten Stadtmeisterschaft Schweinfurt zu Ende, während die zwanzigste Saison im Januar bereits in der Disharmonie eröffnet wurde.

Vorerst allerdings auch zum letzten Mal mit dieser Saisongala, da für 2027 die Zukunft des Saales im evangelischen Gemeindehaus und nach jetzigem Stand unklar ist und kein entsprechender Veranstaltungsort zur Verfügung steht.

„Eine bittere Wahrheit!“, sagt Veranstalter und Moderator Manfred Manger. „Vor allem, wenn man bedenkt, wieviel Jahrzehnte ein Saal mittlerer Größe für derartige Veranstaltungen diskutiert, geplant, verschoben, wieder aufgegeben wurde.“

Blickt man auf die Saison zurück, hat Manger dank Sponsoren und einer wieder gewachsenen Publikumsbegeisterung, den Slam nach der Postpandemie in Schweinfurt zu alter Größe zurückgeführt. Fünf einzelne, hochkarätige Slams in der Disharmonie, fünf Champions, die das Publikum mit „Porzellanschweinchen“ als Stimmabgabe ins Saisonfinale nominierte. Teils an dramatischen Abenden, wie beim Novemberslam, als ersten und zweiten Platz lediglich eine Stimme unterschied. „Das ist was Poetry Slam so einzigartig macht!“, meint Manger. „Abseits aller Titel die einzelne haben, will jede Bühne will neu erobert werden, weil jedes Publikum anders ist. Die Auftretenden wissen darum, die Szene ist stark vernetzt und man kennt sich. Der Wettkampf ist pure Partizipation des Publikums und bloße Kriterien reichen am Ende nicht aus. Dann sind es Geschmack und persönliche Präferenzen, die das Publikum entscheiden lassen.“

Aus über dreißig Künstlerinnen und Künstlern kommen diese fünf Champions zusammen mit der Titelverteidigerin nun noch einmal nach Schweinfurt, um mit anderen Texten als in der Disharmonie, unter sich den Titel auszumachen – ganz martialisch unter dem nicht tierisch ernst zu nehmenden Motto „9. Highlander – es kann nur eine oder einen geben!“.
Wer die Saison miterlebte versteht, warum Manfred Manger verspricht „wieder ein wortakrobatisches Feuerwerk auf der Theaterbühne im ev. Gemeindehaus zu entzünden“. Auch dieses soll ein „Featured Artist“, also außerhalb des Wettbewerbs, beitragen. Nach bereits zwei gemeinsamen Auftritten in Kitzingen mit ihr, waren sich Barbara Puppa Hennerfeind (Würzburg), die mit ihrer künstlerischen Vielseitigkeit auch in Produktionen des Staatstheaters Nürnberg und des Mainfranken Theaters Würzburg mitwirkt und Manfred Manger schnell einig. So wie für Manger das gesprochene Wort, „ist Musik für Barbara Hennerfeind eine Sprache der Seele – ein Ort, an dem Klang, Bewegung und Emotion eins werden“. Als Gitarristin, Sängerin und Tänzerin des Duo Agua y Vino lebt sie auf der Bühne die Leidenschaft spanischer und südamerikanischer Musik mit jeder Faser ihres Seins. Ihre Konzerte sind Reisen durch Welten voller Farbe, Licht und Gefühl – manchmal leise und zart, manchmal kraftvoll und feurig. Für Manfred Manger, der selbst bereits zwölf lateinamerikanische Länder bereiste, Anlass genug, mit ihr dieses „Feuer im Saal vor dem Slamwettbewerbe beim Publikum zu entzünden.“ Bei der Gala 2026 wird Barbara ihre Leidenschaft zur Bühne mit Gesang und Flamencotanz zum Ausdruck bringen.

Den Titel verteidigen wird die amtierende Stadtmeisterin Anna Lisa Azur (Wuppertal). Die gebürtige Rheinländerin bezeichnet sich auf der Bühne, selbst als „kleiner poetischer Wirbelwind von gerade mal 162cm Größe“. Kein Wunder, neben Auftritten in der ganzen Republik verschlug es sie bereits bis nach Belgien, Polen, Österreich und Dänemark. Obwohl schon für Schweinfurt gebucht, lernten sich Manger und Anna Lisa Azur aber erst in Österreich bei einem Walzerkurs in Wien während der deutschsprachigen Meisterschaften 2022 kennen. Ihre große Leidenschaft zu Performance und viel Poesie, mit der sie oft die Bühne füllt, führte sie gleich bis ins Saisonfinale 2024, zu dem sie dann aber kurzfristig war. 2025 gelang ihr das jedoch erneut und gewann es schließlich auch. Anna Lisa Azur wurde unter anderem 2022 mit dem Preis der jungen Poeten und dem Wilhelm-Fabry-Förderpreis ausgezeichnet.

Im April 2025 qualifizierte sich erneut eine Poetin aus der U20-Szene für das Finale, was unterstreicht wie ernst diese Kategorie, alle sind unter zwanzig Jahre alt, genommen werden muss. Mit ihren emotionalen und gelegentlich humoristisch angehauchten Texten, errang Lowis Rabea (Jena) nicht nur in Schweinfurt einen Sieg. Bereits 2024 trug sie bei den Thüringer U20 Meisterschaften den Landesmeisterintitel davon und steht seitdem auch auf großen Bühnen, wie dem Weimarer Deutschen Nationaltheater, aber auch außerhalb Thüringens. Lowis Rabea ist Poetin, Biologiestudentin und „stolperte im Herbst 2023 zum ersten Mal auf eine Poetry Slam Bühne“. Dies meint sie wortwörtlich, denn sie stolperte über das Mikrofonkabel. In Berlin drang sie 2024 bis ins Halbfinale der großen U20 Meisterschaften vor und man darf gespannt sein, wenn eine junge Biologiestudentin Lieblingswörter wie „Logorrhö“ in sich trägt.

Im September war es am Ende „Samson“ (Berlin), der seit 2015 auf deutschsprachigen Spoken Word-Bühnen zuhause ist und zu einem einer der aktivsten Künstler der deutschsprachigen Slamszene zählt, der es ins saisonfinale schaffte. 2021 gewann er gemeinsam mit seinem Teamkollegen Ortwin Bader-Iskraut den Teamwettbewerb der Deutschsprachigen Meisterschaften im Poetry Slam, im Folgejahr konnten sie diesen Titel verteidigen und im Oktober 2025 in Chemnitz zum dritten Mal gewinnen. Der Poetry Slammer und Autor liefert vor allem humorvolle Kurzgeschichten – unvorhersehbar, gesellschaftskritisch und immer unterhaltsam.

Mit seiner lockeren, stets sympathischen und oft Heiterkeit auslösenden Art begeistert Richard König (Schwäbisch Hall) schon seit seiner Premiere 2017. Nicht anders im Oktober in Schweinfurt, wo er kurzfristig für einen Ausfall einsprang und gewann. Er ist einer der aufstrebenden Bühnenkünstler der Bundesrepublik, der in seinen Texten tiefgehend emotionale Themen in feinste Lyrik verpackt und sie mit allerlei lustigen Lebensaspekten gekonnt garniert. Eine perfekte Mischung aus Humor und bester Poesie.

Im November spalteten Hank M. Flemming (Tübingen) und Marie Lemor (Freiburg) das Publikum beim finalen Stechen. Es dauerte gefühlte Minuten, bis sich das Publikum entscheiden konnte und am Ende wurde ein „Porzellanschweinchen“ mehr für Marie Lemor ausgezählt, die selbst zum ersten Mal in Schweinfurt zu Gast war. Nach über zehn Jahren Bühnenerfahrung weiß sie: sie braucht die Bühne und die Bühne sie. So hieß es in Freiburg schon, sie könne der „FC Bayern des Freiburger Poetry Slams werden“, weil dreifache Stadtmeisterin hintereinander. Mit dieser Metapher kann sie sich als SC Freiburg Fan natürlich sowieso nicht anfreunden. Die Vize-Landesmeisterin 2024 und zweifache Teilnehmerin der deutschsprachigen Meisterschaften (2021 vierter Platz), verbindet lyrische Tiefe, Humor und Nachdenklichkeit mit ihrer eloquent und charmant-trockenen Performance zu fesselnden Darbietungen.

Im Dezember komplettierte sich schließlich das Line Up für das Saisonfinale aus der Gastszene Karlsruhe mit Adrian Mulas, ebenfalls zum ersten Mal in Schweinfurt.
Er studiert seit 2019 Physik am Karlsruhe Institut für Technologie und suche dort nach dunkler Materie. „Bis er irgendwas gefunden haben wird, jage er dem stärksten Kaffee Deutschlands hinterher.“ Was bekanntlich auch eine schwarze Materie ist. Poetry Slam macht er seit knapp vier Jahren zum Ausgleich, was ihn 2023 bis ins Finale der Landesmeisterschaft Baden-Württemberg brachte, bei denen er auch 2025 Starter war. Er bekennt: „zum Schreiben hat mich Heinz Erhardt gebracht, der Meister aller Tiergedichte“. Zudem macht er nebenbei aber auch Theater & Kung-Fu. Zu welchen Texten sich diese Leidenschaften vermischen und wie sich diese anhören, das hört man am selbst. Dem Dezemberpublikum gefiel es.

Bewährt begleitet wird Veranstalter und Moderator Manfred Manger von der Nürnberger DJane Lisa Smaragd, die für die musikalische Untermalung des Abends sorgt. Mit Witzigkeit, Raffinesse, Spontanität und Feinfühligkeit, findet sie zu jedem Text die passenden Töne für die Auf- und Abgänge der Slammer.

Wer das Format nicht kennt: Manfred Manger brachte Poetry Slam 2006 nach Schweinfurt und entwickelte das Format zur erfolgreichsten literarischen Serienveranstaltung der Stadt.

Poetry Slam ist die aktive Seite von Wort und Poesie. Eine unwiderstehliche Mischung aus Lesung und Performance, ein Fest des gesprochenen Worts. Unter dem Motto „Kunst kann man nicht bewerten – beim Poetry Slam geschieht es trotzdem“, wird das Publikum als Jury einbezogen, die vorgetragenen Texte zu bewerten.

Nach bestimmten Regeln, wie ein Zeitlimit, werden die selbstgeschriebenen Texte dem Publikum präsentiert. Außer dem Text und dem Mikrofon sind keine Hilfsmittel erlaubt. Vortragskunst und Literatur treffen live aufeinander.

Am 3. Oktober wird im ev. Gemeindehaus „20 Jahre Poetry Slam Schweinfurt“ gefeiert werden. Details zur Show, die Manger fast zwei Jahre plante, will er am Abend des Saisonfinales bekannt geben.
Seit 2017 findet die jährliche Saisongala aus. Bei allem Wettkampf, wer je einen Slam besucht hat weiß, die auftretenden Menschen sind untereinander stark vernetzt und miteinander verbunden.

Am Ende wird dem Sieger bzw. der Siegerin die goldene „Dichter-Schlachtschüssel“ und das „Plüsch-Schwein“ übergeben. Darüber aber entscheidet das gesamte Publikum mit.

Auch für die große Saisongala konnten die Eintrittspreise dank der Unterstützung des Bezirks Unterfranken niedrig gehalten werden:

Für den Vorverkauf gibt es online ermäßigte Tickets, die aber am Einlass nur mit entsprechendem Nachweis gültig sind. Berechtigt sind Schüler, Studenten, FSJ, u.ä., sowie Mitglieder von Poetry Slam Schweinfurt e.V. bzw. der Disharmonie.

Fr, 27. Februar 2026 – 19.30 Uhr
Evangelisches Gemeindehaus (Theaterbühne) Friedenstr. 23 97421 SW
Einlass/Abendkasse ab 18.00 Uhr und Cateringbeginn durch SAX‘s
Bitte rechtzeitig erscheinen

Alle Preise verstehen sich zzgl. VVK-Gebühren,
Ermäßigt: 12 € bei freier Platzwahl (Nachweis an der Kasse erforderlich!)
Erwachsene: Kategorie A/C 20 € Kategorie B: 15 €
Abendkasse: 25 € (keine Ermäßigung!)

Vorverkauf online oder in der Disharmonie und einschlägigen Vorverkaufsstellen:
www.disharmonie.de
www.poetryslamschweinfurt.de

Aktuelle Infos findet man auf
www.poetryslamschweinfurt.de
www.facebook.com/poetryslamschweinfurt
www.instagram.com/poetry_slam_schweinfurt

Fotos: Andi Pontanus, Valentin Olpp, Ingrid Vielsack und Erik Weis

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