BAMBERG / WÜRZBURG – Die Fitness First Würzburg Baskets haben im Frankenderby des 16. easyCredit BBL-Spieltags eine 86:92-Niederlage bei den BMA365 Bamberg Baskets hinnehmen müssen. 5700 Zuschauende in der ausverkauften Bamberger Brose Arena sahen am Samstagabend eine intensive Partie mit vielen kleinen Läufen beider Teams.
Schon nach der ersten Halbzeit lagen die Schützlinge von Headcoach Sasa Filipovski mit sechs Punkten in Rückstand, drehten den Spielstand dann aber mit einem starken dritten Viertel. Der daraus resultierende Vorsprung von fünf Zählern (62:67) reichte aber nicht, weil Bamberg im Schlussabschnitt fast jeden Rebound bekam und sechs Dreier bei acht Versuchen traf (Würzburg 2 von 11).
Topscorer der Partie waren die beiden Bamberger Scharfschützen Ibi Watson (26 Punkte/4 Dreier) und Cobe Williams (22/6), auf Würzburger Seite trafen Marcus Carr (20), David Muenkat (16) und Davion Mintz (16) zweistellig. „Ich glaube, dass wir das Spiel bei den Rebounds verloren und den Bambergern zu viele einfache Dreier gegeben haben“, sagte Lukas Herzog hinterher. Beide Teams treffen bereits in zwei Wochen (Sonntag/1. Februar/16:30 Uhr) in der tectake Arena erneut aufeinander, es gibt noch einige Tickets im Onlineshop.
Weiter geht es für die Fitness First Würzburg Baskets bereits am Mittwoch (20:30 Uhr/live bei Dyn) in der Basketball Champions League mit dem ersten Auswärtsspiel der „Round of 16“ bei Unicaja Malaga in Spanien. Seit Freitag ist für die drei Heimspiele der Achtelfinalrunde im Onlineshop eine Dauerkarte erhältlich. Dauerkarteninhaber haben bis Mittwoch ein exklusives Vorkaufsrecht für ihre gewohnten Plätze. Am 21. Januar gehen die Einzeltickets für die beiden Heimspiele am 3. Februar gegen Joventut Badalona und am 11. Februar gegen Malaga in den Verkauf.
Elfmal war der Spielstand ausgeglichen, zehnmal wechselte die Führung, kein einziges Mal konnte sich eine Mannschaft zweistellig absetzen: Es war ein von Anfang bis Ende spannendes Frankenderby, bei dem am Ende vielleicht auch die größere Belastung der Fitness First Würzburg Baskets den Unterschied ausmachte. „Wir haben einen anspruchsvollen Spielplan mit vielen Reisen und konnten heute nicht so physisch spielen, wie wir es wollten“ konstatierte Headcoach Sasa Filipovski.
Gleich zu Beginn der Partie holten sich die starken Bamberger Distanzschützen das nötige Selbstvertrauen: Richard Balint, Cobe Williams und zweimal Ibi Watson versenkten die ersten vier oberfränkischen Dreier, nach einem Watson-Korbleger lagen die Hausherren in der 5. Minute mit 14:5 vorne.
Die Fitness First Würzburg Baskets trafen dagegen nur zwei ihrer ersten sieben Wurfversuche und leisteten sich in den ersten fünf Minuten vier Ballverluste, so dass Filipovski früh seine erste Auszeit nahm. 13 der nächsten 15 Würzburger Punkte erzielte David Muenkat, der erst drei Dreier in Folge traf und sein Team dann mit einem Korbleger zum 18:20 erstmals in Führung warf.
Nach einem unter dem Strich ausgeglichenen ersten Viertel (24:24) kamen die Gastgeber auch im zweiten Abschnitt besser aus den Startlöchern: Sie starteten mit einem 7:0-Lauf zum 31:24, den die Filipovski-Schützlinge aber umgehend in gleicher Manier kontern konnten (31:31, 14: Minute). Weil die Bamberger ihre Chancen aus dem Zwei-Punkte-Bereich sehr effizient nutzten (8 Treffer bei 9 Versuchen in der ersten Halbzeit) und weitere zwei Dreier trafen, war ihre 50:44-Führung beim Seitenwechsel nicht unverdient.
Das dritte Viertel war dann – übrigens zum vierten Mal in Folge – eine klare Angelegenheit für die Fitness First Würzburg Baskets. Johnathan Stove startete mit sieben Punkten in Folge und drehte den Spielstand im Alleingang (50:51, 22. Minute). Auch gut zwei Minuten vor der letzten Viertelpause war es beim Spielstand von 60:60 eine Partie auf Augenhöhe, dann holten sich die unterfränkischen Baskets mit dem nächsten 7:0-Zwischenspurt ihre höchste Führung des Spiels: Marcus Carr versenkte in der 29. Minute einen Dreier zum 60:67.
Beim Spielstand von 62:67 ging es in den Schlussabschnitt, in den die Hausherren in den ersten 95 Sekunden ihre nächsten drei Dreier trafen. Auf Würzburger Seite hielt Marcus Carr mit elf Punkten im vierten Viertel dagegen. Weil aber fast jeder 50:50-Ball in den Händen der Bamberger landete und Cobe Williams auch die schwierigsten Würfe in den unterfränkischen Korb warf, gehörte die Schlussphase den Gastgebern. Ein weiterer Drei-Punkte-Treffer von Demarcus Demonia stellte den Spielstand in der 35. Minute auf 83:76.
Die Gäste steckten nicht auf, kamen durch einen Carr-Korbleger und einen Dreier von Brae Ivey wieder auf 83:81 heran. Im Angriff lief bei den Filipovski-Schützlingen in der Crunchtime aber zu wenig, um die Partie zu ihren Gunsten entscheiden zu können – Cobe Williams traf in der 37. Minute wieder einen Dreier mit ablaufender Schussuhr zum 88:81. Die Würzburger vergaben ihre letzten sieben Dreierversuche, zwei Minuten vor dem Ende lagen die Bamberger daher nach vier erfolgreichen Freiwürfen vorentscheidend mit 92:83 vorne und hatten den Heimsieg endgültig eingetütet.
BMA365 Bamberg Baskets – Fitness First Würzburg Baskets 92:86
(24:24, 26:20, 12:23, 30:19)
Für Würzburg spielten:
Marcus Carr 20 Punkte/2 Dreier, David Muenkat 16/4 (7 Rebounds), Davion Mintz 16/2 (4 Steals), Eddy Edigin Jr. 8, Brae Ivey 8/2, Johnathan Stove 7/1, Lukas Herzog 4, Charles Thompson 4 (7 Rebounds), Christian Skladanowski 3/1.
Top-Performer Bamberg:
Ibi Watson 26/4, Cobe Williams 22/6 (6 Assists), Austin Crowley 8/2 (9 Rebounds/4 Assists).
Key Stats:
Rebounds viertes Viertel: Würzburg 4 – Bamberg 13
Dreierquote zweite Halbzeit: Würzburg 26 Prozent – Bamberg 47 Prozent
Feldwurfquote: Würzburg 42 Prozent – Bamberg 49 Prozent
Stimmen zum Spiel
Lukas Herzog, Fitness First Würzburg Baskets:
„Es war uns bewusst, dass es im Frankenderby von Anfang an ein intensives Spiel wird. Dann ist es natürlich ärgerlich, wenn ein Spieler wie Cobe Williams in der zweiten Halbzeit drei Würfe gegen die Shotclock trifft. Das darf aber keine Ausrede sein. Ich glaube, dass wir das Spiel bei den Rebounds verloren und den Bambergern zu viele einfache Dreier gegeben haben. Im Angriff hätten wir den Ball besser bewegen und dadurch freie Würfe finden können.“
Sasa Filipovski, Headcoach Fitness First Würzburg Baskets:
„Glückwunsch an Bamberg zum Sieg. Sie haben heute immer wieder in letzter Sekunde ihre Dreier getroffen, während wir diese Würfe nicht getroffen haben. Mit dem, wie wir in der ersten Halbzeit gespielt haben, bin ich nicht zufrieden. Auch mit dem Start bin ich unzufrieden, als wir gleich drei Dreier in Folge kassiert haben und dann insgesamt 50 Punkte in der ersten Halbzeit zugelassen haben. Es war ein tolles Spiel für die Zuschauer mit vielen Punkten und viel Intensität bis zum Ende. Wir müssen jetzt schnell regenerieren, denn wir haben einen sehr anspruchsvollen Spielplan mit vielen Reisen. Meine Spieler haben ihr Bestes gegeben, aber dieses hohe Tempo hinterlässt seine Spuren, vor allem in Punkto Energie. Wir konnten heute nicht so physisch spielen, wie wir das eigentlich wollten.“
Anton Gavel, Headcoach BMA365 Bamberg Baskets:
„Glückwunsch an unsere Spieler zu diesem wichtigen Sieg. Defensiv haben wir heute einen guten Job gemacht. Vor allem in der ersten Halbzeit konnten wir ihre Guards vor uns halten. Nach der Pause ist Marcus Carr dann besser ins Spiel gekommen und hat uns Probleme bereitet. Wichtig war, als wir sieben Punkte zurück lagen, dass wir nicht in Panik verfallen sind, sondern dann wichtige Würfe getroffen und auch weitere Stopps bekommen haben. Am Ende müssen wir einfach schlauer agieren, aber wir sind natürlich froh über den Sieg. In zwei Wochen sehen wir uns ja schon wieder, denn der Spielplan hat ein wenig Playoff-Charakter.“
Foto: Wolfgang Heyder

