WÜRZBURG – Einem Medienbericht zufolge sollen vier Männer und eine Frau in Würzburg versucht haben, illegal zwei Hundewelpen aus ihrem Auto heraus zu verkaufen. Demnach beobachtete ein Zeuge die Situation und alarmierte die Polizei.
Die Beamten fanden in einem Karton im Fußraum des Fahrzeuges die beiden Vierbeiner in schlechtem Gesundheitszustand. Die gerade einmal drei bis vier Wochen alten Welpen wurden sichergestellt und ins Tierheim gebracht. Die Verkäufer müssen sich nun unter anderem wegen eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz verantworten. PETA warnt vor kriminellen Händlern im Internet und fordert die Bundesregierung auf, den Onlinehandel mit Lebewesen zu verbieten.
„Die wenige Wochen alten Welpen wurden viel zu früh von ihrer Mutter getrennt, was lebensbedrohlich ist“, so Jana Hoger, Fachreferentin für Tierische Mitbewohner bei PETA. „Der illegale Welpenhandel ist längst zu einem lukrativen Millionengeschäft geworden und floriert weiterhin: Allein auf den größten Internetplattformen werden derzeit etwa 20.000 Welpen zum Verkauf angeboten – viele davon illegal importiert. Nach Schätzungen des EU-Parlaments werden jährlich über 500.000 Welpen innerhalb der EU gehandelt.“
Hintergrundinformationen:
Wien setzt Zeichen gegen Welpenhandel: Strafen auch für Käufer illegal gehandelter Tiere
In Wien gilt seit der letzten Tierschutzgesetznovelle, dass auch der Kauf von Welpen aus illegalem Handel unter Strafe gestellt wird. Käufer von illegal gehandelten Tieren müssen mit Strafen von bis zu 3.750 Euro rechnen. PETA appelliert an die deutsche Bundesregierung, diesem Beispiel zu folgen – denn nur so kann das Tierleid effektiv beendet werden.
Welpenhandel ist kein Einzelfall
Noch immer floriert das Geschäft mit Tierbabys über Internetportale. Händler verlangen für die Welpen häufig mehrere tausend Euro. Nach der Kontaktaufnahme über Onlineportale werden die Tiere oft mit gefälschten Heimtierausweisen an ihre neuen Halter verkauft. Häufig kommen die Hundekinder aus Osteuropa. Dort harren Hundemütter auf „Welpenfarmen“ tagtäglich, teils ohne Tageslicht in engen Käfigen in ihren eigenen Fäkalien aus. Viele von ihnen leiden an schmerzhaften Hautkrankheiten. Die Mütter werden in ihrem kurzen Leben in dieser Branche nur für einen Zweck missbraucht: dauerhaft Welpen zu gebären. Sind sie für die Züchter nicht mehr „produktiv“ genug oder zu alt, werden sie in der Regel getötet oder ausgesetzt. Ihre im Internet angebotenen Kinder sind oftmals schwer krank, verwurmt, ohne Impfschutz und voller Parasiten. Die Transporte aus fernen Ländern nach Deutschland schwächen die Welpen zusätzlich.
Um PETA bei der Aufdeckung von illegalem Welpenhandel zu unterstützen, können Verdachtsfälle direkt über die Welpenhandel-Meldeseite der Tierrechtsorganisation gemeldet werden.
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.

