„Diese Kampagne zum jetzigen Zeitpunkt ist ein Affront und eine echte Benachteiligung!“

„Diese Kampagne zum jetzigen Zeitpunkt ist ein Affront und eine echte Benachteiligung!“

SCHWEINFURT – Wer dafür zahlt, bekommt auch entsprechend einen positiven Bericht. Das mag in den Medien so üblich sein. Eine solche Marketingkampagne führt nun aber zu einem großen Protest.

Was ist passiert? In der letzten Ausgabe des Jahres 2025 haben die Schweinfurter Stadtwerke eine halbseitige Werbung im Schweinfurter Anzeiger geschalten. Für das neue Stadtbusnetz mit angeblich dem Vorteil für die Bürger, durch direktere Verbindungen und weniger Umstiege schneller am Ziel zu sein.

Früher wäre man länger unterwegs gewesen. Das soll den Lesern beieinflussen bei der Entscheidung gegen das wohl anstehende Bürgerbegehren, also den Bürgerentscheid zu stimmen, gegen die Rückkehr zum alten System.

Entsprechend legt die Wochenzeitung in der ersten Ausgabe des neuen Jahres sogar auf der Titelseite nach. „Mutiger Schritt mit langfristigem Potenzial“, werden da in der Überschrift die Stadtwerke gelobt. Und weiter heißt es, ohne freilich zu signalisieren, dass es sich um einen Werbeartikel handelt: „Das neue Stadtbussystem soll Schweinfurt fit für die Zukunft machen“.

Die Unterstützung von zahlenden Werbekunden – die Stadtwerke werben aktuell auch auf dem Online-Auftritt des Schweinfurter Anzeigers, lehnen aber Werbung in kritischen Medien ab – ist in der Branche durchaus üblich, also gar nicht unbedingt verwerflich. Angreifbar aber machen sich mit der Marketingskampagne in den Augen von Dr. Ulrike Schneider die Schweinfurter Stadtwerke als städtische Tochter.

Die Schweinfurter OB-Kandidaten der Initiative ZUKUFT/ödp ist eine der Initiatorinnen des Bürgerbegehrens, das zum Ziel hat, zum alten Stadtbussystem zurück zu kehren. Schneider hat nun eine Anfrage an das Schweinfurter Rathaus gestellt und bittet um Antworten in mündlicher wie auch schriftlicher Form in der nächsten Stadtratssitzung am Dienstag, den 27. Januar.

Schneider fragt:

  1. Wie hoch ist das Budget für die Werbekampagne ?
  2. Wer trägt die Kosten der Werbekampagne ?
  3. Wer hat die Werbekampagne in Auftrag gegeben und ist für die Slogans verantwortlich?

Sie sagt: „Für die Kritiker des neuen Stadtbussystems und die über 6.000 Unterzeichner des Bürgerbegehrens stellt diese Kampagne zum jetzigen Zeitpunkt – mitten in der entscheidenden Phase des Bürgerentscheids – einen Affront und eine echte Benachteiligung dar. Zudem ist im Stadtrat nie über eine kostspielige Werbekampagne beraten worden.“

www.mainfranken.news wird weiter informieren und kritisch berichten – auch wenn unser Portal deshalb nicht in den Genuss von üppigen Werbegeldern der Schweinfurter Stadtwerke kommt, was freilich überaus reizvoll wäre, weil das Konsumieren der Online-Nachrichten aufgrund von Werbepartnern für alle Leser gratis ist.

Screenshot: Schweinfurter Anzeiger, Printausgaben von Dezember und Januar

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