BREMEN / BAD KÖNIGSHOFEN – Das gab es seit 2017, als der TSV Bad Königshofen in der Bundesliga (TTBL) auftauchte, nicht zu Beginn der Rückrunde: Dass die Grabfelder Tabellenletzter waren und der SV Werder Bremen Herbstmeister.
Beide sind es heute und treffen diesen Dienstag, 13.01.,19 Uhr, zum Rückspiel aufeinander. Bevor die Grabfelder dann schon am Samstag, 17.01., 15 Uhr, in der Shakehandsarena zu einer ganz wichtigen Partie den aktuell Vorletzten aus Grenzau erwarten.
Wie sieht die Direktbilanz der beiden Teams aus?
Auch zum Hinspiel (am sechsten Spieltag) waren die Gäste von der Waterkant im Grabfeld als Tabellenführer beim Letzten angetreten und siegten mit 3:0. Allerdings war da schon die Pechserie des TSV-Playoff-Teams der Vorsaison schon voll im Gange. Bastian Steger und Daniel Habesohn verloren gegen Marcelo Aguirre und Kirill Gerassimenko jeweils im fünften Satz mit 10:12. In der Liga und im Pokal gab es bisher 17 Begegnungen, von denen die Norddeutschen zehn gewannen. In der vergangenen Saison entschied Bad Königshofen beide Spiele für sich.
Wie schaffte der Sechste der vergangenen Saison den Sprung an die Spitze?
Werder Bremen, einer von fünf Bundesligisten ohne einen deutschen Spieler im Kader, spielt mit einem seit Jahren eingespielten Stamm plus der Neuerwerbung Irvin Bertrand aus Mühlhausen. Das Team von Trainer Cristian Tamas gewann neun Spiele, davon alle Heimspiele, und verlor zwei Mal. Alle vier eingesetzten Spieler haben eine positive Bilanz: Gerassimenko (elf Einsätze) 8:7, Mattias Falck (elf) 9:4, Bertrand (sieben) 6:1 und Aguirre (vier) 3:1. Auch beide Doppel wurden gewonnen. Der Top-Favorit Saarbrücken (mit Fan Zhendong) und der Rekordmeister Düsseldorf (je 16:6) liegen zwei, Ochsenhausen (14:8) vier Punkte zurück. Von 17 Herbstmeistern seit Einführung der TTBL wurden zwölf Deutscher Meister.
Wie reagiert Bremen auf diese sensationelle Saison-Entwicklung?
Man hebt nicht ab, sondern bleibt realistisch. Trainer Tamas zur ersten Herbstmeisterschaft von Werder:„Wir haben uns das durch Kontinuität und gute Leistungen jedes einzelnen Spielers über mehrere Monate verdient.“ Team-Manager Sascha Greber weist sämtliche Titel-Ambitionen weit von sich: „Trotz unserer überragenden Zwischenbilanz steht außer Frage, dass Saarbrücken und Düsseldorf ganz weit vorne sind in der Reihe der Favoriten. Für uns muss jetzt nur ein Playoff-Platz das Ziel sein.“ Und Irvin Bertrand: „Es ist ein tolles Gefühl, die Nummer eins zu sein.“ Im Gegensatz zum TSV, dessen Spieler zwischen ihren Einsätzen nicht in Bad Königshofen weilen und nie zusammen trainieren, weist er darauf hin: „Wir haben eine gute Trainingsgruppe hier in Bremen, sind eine tolle Gemeinschaft. Es stimmt alles.“
Was reagiert Bad Königshofen?
Das Hilfsprogramm um den Klassenerhalt in der TTBL greift zum Rückrundenbeginn bei diesem Auswärtsspiel noch nicht. Der Neuzugang Fei Xue stehe noch nicht zur Verfügung, bestreitet derweil Weltcup-Turniere, war zu erfahren. Er fehlt demnach vermutlich auch am Samstag (15 Uhr) beim Heimspiel gegen den Vorletzten TTC Grenzau. Das erste Dreier-Paket von Spieltagen hält anschließend das Auswärtsspiel beim hoch favorisierten Meisterschaftskandidaten 1. FC Saarbrücken am 23. Januar bereit. Wieder verfügbar ist Andre Bertelsmeier (Bilanz 2:7), so dass man voraussichtlich wieder zu viert, also mit Bastian Steger (7:4), Daniel Habesohn (3:7) und Filip Zeljko (2:8) an die Weser fahren wird.
Wie ist die Lage in der Liga?
Vieles deutet darauf hin, dass das Führungstrio Bremen/Saarbrücken/Düsseldorf drei der vier Playoff-Plätze ansteuert. Um Rang vier dürfte es ein Gerangel zwischen Ochsenhausen (14:8), Bergneustadt (12:10), Fulda und Dortmund (je 10:12) geben. Um den Klassenerhalt bangen müssen außer dem TSV (4:18) noch Grünwettersbach, Bad Homburg, Mühlhausen und Grenzau (alle 8:14): Hochspannung pur wie noch nie in der TTBL zum Re-Start.
Auf dem Bild: Wieder im TSV-Aufgebot ist Andre Bertelsmeier
Text und Foto: Rudi Dümpert für www.mainfranken.news

