LOHR – Die Stadt Lohr a.Main nimmt die Entscheidung des Vorstands der Werbegemeinschaft Lohrer Handel und Gewerbe e. V., im Jahr 2026 keine Stadtfeste im Rahmen verkaufsoffener Sonntage sowie den Zwergenaufstand zu organisieren, mit großem Bedauern, zugleich aber mit Verständnis zur Kenntnis.
„Insbesondere der Wegfall des Frühlings- und des Rambourfests ist für unsere Innenstadt sehr schmerzhaft“, betont Bürgermeister Dr. Mario Paul. „Über viele Jahrzehnte hinweg hat die Werbegemeinschaft mit außergewöhnlichem persönlichem und ehrenamtlichem Engagement Veranstaltungen auf die Beine gestellt, die weit über den Mitgliederkreis hinaus Wirkung entfaltet und unsere Innenstadt maßgeblich geprägt haben. Ein wesentlicher Baustein dessen waren das Frühlings- und das Rambourfest. Dass ausgerechnet diese nun nicht mehr gestemmt werden können, bedauern wir daher sehr.“
Dass große Stadtfeste und komplexe Veranstaltungsformate von ehrenamtlich getragenen Werbegemeinschaften einen hohen Einsatz und erhebliche Verantwortung erfordern, ist eine Entwicklung, die auch in der Verwaltung gesehen wird. Mitunter deswegen hat sich die Verwaltung stehts bemüht, die Veranstaltungen durch das Citymanagement oder durch Zuarbeiten des städtischen Bauhofs bestmöglich zu begleiten und nach Kräften zu unterstützen. So wurden beispielsweise für das Rambourfest 2025 Bauhofleistungen in Höhe von knapp 7.000 Euro durch die Stadt getragen. Darüber hinaus wurden im Herbst 2025 Maßnahmen zur Sicherung des Innenstadtbereichs für Veranstaltungen umgesetzt. Für das Jahr 2026 sind zudem Haushaltsmeldungen zur Verbesserung der Stromsituation im Innenstadtbereich durch Bauamt und Citymanagement vorbereitet.
In einer Austauschrunde am 08.01.2026 zwischen der Werbegemeinschaft und der Stadtverwaltung wurde offen kommuniziert, dass die Stadt aufgrund der historisch gewachsenen Struktur – wonach Stadtfeste maßgeblich durch die Werbegemeinschaft organisiert werden – derzeit nicht über die personellen Ressourcen im Bereich Citymanagement verfügt, um die wegfallenden Veranstaltungsformate in gleicher Weise auffangen zu können. Zugleich ist es aber selbstverständlich erklärtes Ziel der Stadt, das Engagement der Werbegemeinschaft auch künftig nach Kräften zu unterstützen und mit begleitenden Maßnahmen zu flankieren.
Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, gemeinsam neue Wege für eine lebendige Innenstadt zu entwickeln. Die Stadtverwaltung und Vertreter der Lohrer Werbegemeinschaft haben sich daher für Ende Januar zu einem weiteren Austausch verabredet. Dabei sollen insbesondere mit Blick auf die verkaufsoffenen Sonntage konkrete neue Ansätze gemeinsam erarbeitet werden. Ziel bleibt es, Handel, Gewerbe, Gastronomie und Stadtgesellschaft zusammenzudenken und tragfähige Konzepte für die Zukunft der Innenstadt zu entwickeln.
Abschließend bedankt sich die Stadt Lohr a.Main ausdrücklich bei dem Vorstand sowie bei allen ehrenamtlich Engagierten der Werbegemeinschaft für ihren langjährigen Einsatz, ihre Offenheit und ihre Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen.
Foto: ChatGPT / künstliche Intelligenz

