Stärk antrinken in Unter- und Oberfranken: Der böse Rügheim-Bock, Schmitt Biere, der Waldinator und ein sinnloser Umweg

Stärk antrinken in Unter- und Oberfranken: Der böse Rügheim-Bock, Schmitt Biere, der Waldinator und ein sinnloser Umweg

RÜGHEIM / BAD STAFFELSTEIN / SCHESSLITZ – www.mainfranken.news Vielschreiber Michael Horling und seine alles fotografierende Partnerin Petra Moritz hatten sich am Dreikönigstag gegen die Bergfeuer in Pottenstein entschieden und wählten eine besondere Route für das traditionelle Stärk Antrinken. Es wurde ein fast perfekter Ausflug.

„Fast“ deshalb, weil Michael schweren Herzens nur Station eins wieder verließ nach gerade mal einer halben Halben. Es sollte das beste Bockbier des Tages sein bei den Kommunbrauern in Rügheim bei Hofheim im Landkreis Haßberge. Dort hat man auf einem Plakat mit einem wirklich grimmig ausschauenden Bock Werbung und neugierig gemacht. Es gab die legendäre Rügheimer Bratwurst als Stärkung am Mittag. Michael wäre nun auch gleich dauerhaft dort geblieben. Freilich war es mit Minus 5 Grad auf dem Vorplatz richtig kalt im Freien. Und es lockten drei weitere Stuben.

Das Fiese: Petra rief extra an bei der Brauerei Zum Goldenen Adler, dem Gasthof Endres in Höfen bei Rattelsdorf im Landkreis Bamberg, wo man geöffnet hatte und am Telefon bestätigte: Ja, es gibt noch ein Bockbier. Also fuhren die beiden Schonunger los, vorbei an der Sonnen-Bräu in Mürsbach und dem Brauerei-Gasthof Fischer in Freudeneck. Unter normalen Umständen wären sie hier vielleicht auch eingekehrt. Aber ohne Fahrer galt das Motto: „Stärk antrinken ja, aber einer muss uns noch nach Hause bringen!“ Also gab´s für Petra dauerhaft nur halbe Biere. Und bei ausgesuchten vier Brauereien war eine Erweiterung des Plans nicht möglich.

Also vorbei an Mürsbach und Freudeneck und erstmals eine Einkehr in Höfen, wo am Eingang die Speisekarte hängt, auf der Hackfleischküchle mit Beilagen noch für 7,50 Euro angeboten werden. Drinnen war Platz, auf allen Tischen standen Hinweise auf den Doppelbock. Doch dann die Enttäuschung: Gerade eben war er ausgetrunken für diesen Winter. Rund 30 Minuten nachdem wir angerufen hatten und eine Zusicherung bekamen. Das „normale“ Bier wollte dann nicht so richtig schmecken. Sieht man wohl auf dem Bild… Die Gastgeber waren ja total nett, aber mit einem entsprechenden Hinweis, dass der Bock bald ausgeht, hätten wir uns einen „zurücklegen“ lassen.

Abhaken und nach vorne schauen. Bad Staffelstein hieß die nächste Station. Michael hätte zu gerne wieder die Brauerei Trunk oberhalb von Vierzehnheiligen angesteuert. Doch Petra wollte zu einem echten Bockbier-Anstich. Ban-Bräu in der Innenstadt in der Bahnhofstraße gibt´s erst seit 2024. Das kleine Stehlokal (mit einem bei minus 5 Grad nicht hilfreichen, kleinen „Biergarten“) war brechend voll. Und der „Waldinator“ erwies sich genau nach dem Geschmack von Michael. Süffig und hopfig. Doch als weiterhin Fahrer durfte er nur eine halbe Halbe trinken. Zum Trost gab´s Fotos vor der benachbarten „Michl´s Taverne“…

Von Bad Staffelstein ist´s dann gar nicht so weit nach Schesslitz im Bamberger Umland. Die Schmitt-Bräu stand vor rund zehn Jahren schon mal auf der Tour-Karte, geriet dann aber irgendwie – warum eigentlich? – in Vergessenheit. Das Stärk´ Antrinken begann dort mit dem Frühschoppen schon um 9 Uhr. Die kleine Stube war noch immer bis auf den letzten Platz gefüllt. Zahlreiche junge Leute hörten Musik und feierten.

Die Gäste aus Unterfranken bekamen im Nebenzimmer für 90 Minuten einen Platz und erfreuten sich am wirklich süffigen Bock. Und nun wurde gespeist. Das Braumeister Fleischküchla mit Biersoße und knusprigen Bratkartoffeln hielt wirklich all das, was es versprach. Eigener Bericht folgt demnächst in der Gastro-Rubrik. Und auch wenn nicht alles rund lief an diesem Feiertags-Dienstag, so war´s doch letztlich ein gelungener Ausflug. Schade, dass man sich in uns um Schweinfurt so schwer tut mit Bockbieren oder der Tradition des Stärke Antrinkens…

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