ETTLEBEN / WERNECK – Mit 30 Punkten nach 18 der 30 Saisonpartien überwintert der TSV Ettleben/Werneck auf dem hervorragenden dritten Tabellenplatz der Bezirksliga Unterfranken Ost.
Angesichts der heraus eilenden Top-Teams Aubstadt 2 und Sand am Main ist die Chance auf eine weitere Verbesserung allerdings eher theoretisch. Gleichohl bedeutete nur noch eine Niederlage in den letzten zehn Partien des Jahres einen gelungen Ausklang in 2025. Und im neuen Jahr geht´s gleich weiter mit den Spitzenspielen gegen Strahlungen und Aubstadt 2.
www.mainfranken.news sprach zur Pause mit Kapitän und Top-Torschütze Marcel Faulhaber (elf Treffer), der zusammen mit seinem Bruder Manuel die Halbzeit-Fragen für Trainer Martin Schendzielorz beantwortete. Zu dessen Plänen über die Saison hinaus konnten die Faulhabers keine Angaben machen.
10 Punkte sind perfekt, 0 der Oberflop. Wie bewertet ihr eure erste Saisonhälfte – und warum?
Marcel und Manuel Faulhaber: Wir geben uns solide 7,5 von 10 Punkten. Die Entwicklung der Mannschaft passt, zur Winterpause stehen wir richtig gut da und waren in allen Spielen konkurrenzfähig. Klar: Ein paar Punkte haben wir uns trotzdem unnötig selbst geklaut.
Was waren das beste und schlechteste Spiel bisher – und warum?
Faulhabers: Fangen wir mit dem Negativpunkt an: Das Spiel in Münnerstadt. Da hatten wir viel zu wenig Zug zum Tor und haben uns hinten grobe Schnitzer erlaubt. Das 0:3 ging so völlig in Ordnung. Unser Highlight war dagegen das 5:0 in Ettleben gegen Oberschwarzach. An dem Tag lief einfach alles: Spielfreude, Tempo, Tore am Fließband. Da waren wir kaum zu stoppen und haben auch in der Höhe absolut verdient gewonnen.
Was hat euch in der Liga am meisten überrascht?
Faulhabers: Wie brutal eng alles ist. Es gibt kaum konstante Teams, jeder kann jeden schlagen. Genau das macht die Liga spannend – aber eben auch richtig anspruchsvoll.
Spieler der Hinrunde – bei euch und in der Liga?
Faulhabers: Bei uns sticht unser jüngster Spieler hervor: Innenverteidiger Fabio Rückert. In seinem Alter so konstant abzuliefern, ist alles andere als selbstverständlich. Es macht einfach Spaß, mit ihm auf dem Platz zu stehen. Trotzdem: Lob an die gesamte Mannschaft – da hätten noch einige andere Namen gepasst.
Ligaweit gibt es ebenfalls viele richtig gute Kicker mit ordentlich Potenzial nach oben. Einzelne Namen wollen wir bewusst nicht nennen, dafür gibt es einfach zu viele, die eine starke Hinrunde gespielt haben.
Wo steht ihr nach dem letzten Spieltag 2026 – und was muss dafür passieren?
Faulhabers: Unser Ziel sind die Top 5. Das erreichen wir, wenn wir weniger Leistungsschwankungen zeigen und unsere Heimspiele weiterhin konsequent ziehen.
Der außergewöhnlichste Moment der Hinserie?
Faulhabers: Ganz klar das Derby gegen Eßleben. Wir haben schon einige Duelle gegen unseren Nachbarn gespielt, aber ein 6:1 auswärts schmeckt natürlich besonders – und so deutlich hatten wir das sicherlich nicht erwartet.
Bestes Auswärtsspiel & geselligstes Heimspiel?
Faulhabers: Auswärts war die Stimmung nach dem erlösenden Sieg gegen Knetzgau in Oberschwappach überragend. Kirchweih, gute Laune – und wir hätten fast noch eine Henne beim Hennenschlagen auf einen Topf gewonnen. Heimspiele machen sowieso immer Spaß, besonders gegen Altbessingen. Auch wenn wir in der Hinrunde verloren haben, wurde danach auf beiden Seiten noch bis tief in die Nacht gesessen.
Gibt’s im Winter Veränderungen im Kader?
Faulhabers: Tim Vollert und Simon Michel sollen nach ihren langen Verletzungen hoffentlich wieder zur ersten Mannschaft stoßen. Beide werden uns definitiv weiterhelfen. Ansonsten hoffen wir einfach, dass alle gesund bleiben.
Wie sieht die Vorbereitung aus und gegen wen geht’s wieder um Punkte?
Faulhabers: Wenn alles klappt, stehen vier Testspiele an. Gute Gegner, die uns fordern und optimal auf die Rückrunde vorbereiten sollen.
Der Ligastart ist gegen den FC Strahlungen – und da wollen wir direkt gut aus der Pause kommen und den ersten Dreier im neuen Jahr holen.
Nationalmannschaft: Ist 2026 der WM-Titel drin?
Faulhabers: Das Potenzial ist auf jeden Fall da. Am Ende zählen Emotionen, Zusammenhalt und mentale Stärke. Entscheidend wird sein, ob sich eine klare Achse findet und die Mannschaft das Turnier im Kopf richtig angeht.
Sollte man dem FC Bayern per Gesetz Punkte abziehen?
Faulhabers: Nein. Dominanz muss sportlich gebrochen werden – durch gute Arbeit der Konkurrenz, nicht durch irgendwelche Sonderregeln.
Was braucht der 1. FC Schweinfurt 05, um sich im Profifußball zu etablieren?
Faulhabers: Aktuell fehlt einfach das Selbstvertrauen – und das kommt nur über Ergebnisse. Diese Saison ist vermutlich nicht mehr zu retten, aber nächste Spielzeit muss neu angegriffen werden. Sollte der Wiederaufstieg gelingen, ist ein besserer Saisonstart Pflicht.
Nebenkriegsschauplätze helfen in so einer Phase niemandem und sollten von der Vereinsführung cleverer gelöst werden.
Gegensatz-Thema: Zopf oder Glatze?
Faulhabers: Ganz klar Glatze – in Gedenken an unseren Kumpel Pascal Stahl und seine legendäre Frisur (beide lachen).
Wir danken für das Gespräch und wünschen alles Gute!



























