WÜRZBURG – Die Fitness First Würzburg Baskets sind mit einem Arbeitssieg ins neue Jahr gestartet: In der erneut ausverkauften tectake Arena setzten sie sich am Freitagabend mit 91:88 gegen kämpferische Velia Towers Hamburg durch und verteidigten damit nach dem 14. Spieltag der easyCredit BBL Platz zwei in der Tabelle.
Nach den ersten zwanzig Minuten sah beim Spielstand von 47:35 alles nach einem souveränen Heimsieg aus, dann startete Hamburg mit einem 10:0-Lauf in die zweite Halbzeit. Die Partie blieb bis zum Ende spannend, die Baskets hatten in der Crunchtime live bei Dyn aber die besseren Nerven an der Freiwurflinie und trafen die entscheidenden Würfe.
„Wir haben eine sehr gute erste Halbzeit und eine schlechte zweite Halbzeit gespielt. Ich bin sehr happy, dass wir mit einem Sieg ins neue Jahr starten konnten“, sagte Headcoach Sasa Filipovski. Topscorer der Begegnung war der Hamburger Devon Daniels IV mit 32 Punkten. Auf Würzburger Seite trugen sich alle neun eingesetzten Spieler in die Scorerliste ein, allen voran der Ex-Hamburger Brae Ivey (20 Punkte), Davion Mintz (19) und David Muenkat (17).
Weiter geht es für die Fitness First Würzburg Baskets bereits am Dienstag: Am Dreikönigstag geht es ab 17:30 Uhr in der Turnhölle gegen Patrioti Levice aus der Slowakei um den Einzug in die „Round of 16“ der Basketball Champions League. Tickets aller Kategorien für die Play-In-Premiere der Baskets gibt es im Onlineshop. Die Play-In-Serie wird im Modus „Best of Three“ gespielt. Spiel 2 findet 48 Stunden später in Bratislava statt. Sollte danach ein Entscheidungsspiel erforderlich sein, geht es am 14. Januar (Mittwoch / 18:30 Uhr) zurück in die tectake Arena.
Zum ersten Mal seit längerer Zeit konnte Würzburgs Cheftrainer personell nicht aus dem Vollen schöpfen: Spielmacher Marcus Carr fällt mit muskulären Problemen in der linken Wade voraussichtlich einige Wochen aus. Christian Skladanowski hatte sich im Auswärtsspiel in Ulm eine Gehirnerschütterung zugezogen, andere Spieler waren gesundheitlich angeschlagen.
Ryan Schwieger stand daher zum ersten Mal seit seiner Verpflichtung in einem BBL-Spiel im Aufgebot. Für Carr kehrte Brae Ivey zurück in die Startformation, David Muenkat durfte zum zweiten Mal von Anfang an ran. Vor allem Ivey hatte sich gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber einiges vorgenommen: Er erzielte bereits in der ersten Halbzeit elf Punkte, traf drei Dreier und eroberte viermal den Ball.
Nach einer Anfangsphase mit leichten Vorteilen für die Gäste (7:11, 5. Minute) erzielte Ivey acht Punkte bei einem Würzburger 14:0-Lauf, der die Halle auf Betriebstemperatur und der Heimmannschaft die erste zweistellige Führung brachte (21:11). David Muenkat sorgte dabei mit einem Alley-Oop-Dunk nach Zuspiel von Davion Mintz für eine von vielen spektakulären Szenen in diesem Spiel.
Nach dem ersten Viertel lagen die Baskets mit sechs Punkten vorne (23:17) und konnten den Vorsprung dank konzentrierter Verteidigung und einer starken Dreierquote von 50 Prozent bis zum Seitenwechsel auf zwölf Zähler verdoppeln (47:35). Sie zwangen die Gäste in der ersten Halbzeit zu 13 Ballverlusten und hatten sich dadurch bis zum Seitenwechsel zehn Abschlüsse mehr erarbeitet.
Ein unkonzentrierter Start ins dritte Viertel mit mehreren Ballverlusten ermöglichte den Hamburgern allerdings ein schnelles Comeback. Ihr neuer Spielmacher Ross Williams eröffnete die zweite Halbzeit mit einem Dunk und einem Dreier, nach einem Hamburger 10:0-Lauf zum 47:45 war es in den verbleibenden knapp 17 Minuten ein spannendes und enges Spiel.
In der 29. Minute konnten die Hamburger zum ersten Mal seit der Anfangsphase wieder in Führung gehen (59:60), nachdem kurz zuvor Alen Pjanic den Ball nach einem seiner vier Steals der Partie mit Wucht in den Hamburger Korb gestopft hatte. Kurz vor Ende des dritten Abschnitts eroberte Pjanic das Leder erneut und fand Ryan Schwieger an der Dreierlinie, der zum 64:60 traf.
Mit zwei Punkten Vorsprung (64:62) starteten die Baskets in den Schlussabschnitt, in dem die Hamburger den Trend der zweiten Halbzeit fortsetzen konnten: Sie waren nach der Pause beim Rebound überlegen, hatten zehn Abschlüsse mehr und erzielten 14 Punkte aus zweiten Chancen, weil die Würzburger Big Men mit Foulproblemem zu kämpfen hatten.
Am Ende hatten beide Mannschaften jeweils 33 ihrer 60 Würfe aus dem Spiel heraus getroffen, so dass die bessere Trefferquote der Baskets an der Freiwurflinie unter dem Strich den Unterschied ausmachte. Hamburg warf im letzten Viertel fünf Fahrkarten bei zwölf Versuchen, die Hausherren nur zwei.
in der Schlussphase nahm und traf Devon Daniels gefühlt jeden Wurf und hielt die Hamburger im Spiel, so dass Ross Williams in der 37. Minute den Spielstand mit einem Dreier erneut drehen konnte (77:78). Sasa Filipovski nahm eine Auszeit, nach der die Baskets die nächsten sechs Punkte erzielen und damit auf die Siegerstraße einbiegen konnten.
Davion Mintz traf seinen dritten Dreier des Spiels in der 38. Minute zum 83:78, in der Schlussminute sorgte David Muenkat mit einem schwierigen Treffer aus der Halbdistanz zum 85:81 für die Vorentscheidung. In den verbleibenden 41 Sekunden machten Brae Ivey und Davion Mintz mit sechs Freiwürfen dann endgültig den Deckel drauf auf den sechsten BBL-Heimsieg der Fitness First Würzburg Baskets.
Fitness First Würzburg Baskets – Veolia Towers Hamburg 91:88
(23:17, 24:18, 17:27, 27:26)
Für Würzburg spielten:
Brae Ivey 20 Punkte/4 Dreier (5 Steals), Davion Mintz 19/3 (8/8 Freiwürfe – 5 Assists), David Muenkat 17/1, Ryan Schwieger 10/1, Charles Thompson 8, Eddy Edigin Jr. 6, Johnathan Stove 4, Alen Pjanic 4 (6 Assists/5 Rebounds/4 Steals), Lukas Herzog 3/1.
Top-Performer Hamburg:
Devon Daniels 32/4, Ross Williams 13/3, Leonard Thorpe 10/1, Martin Breunig 9 (12 Rebounds).
Key Stats:
Freiwürfe viertes Viertel: Würzburg 10 von 12 – Hamburg 7 von 12
Steals: Würzburg 13 – Hamburg 4
Fastbreakpunkte: Würzburg 14 – Hamburg 6
Assists: Würzburg 20 – Hamburg 12
Stimmen zum Spiel
Brae Ivey, Fitness First Würzburg Baskets:
„Gegen ein ehemaliges Team spielt man definitiv mit etwas Extra-Motivation, aber man muss gegen jeden Gegner rausgehen und versuchen, das Spiel zu gewinnen. Marcus Carr ist ein starker Spieler, hoffentlich kommt er bald zurück. Es war kein schöner Sieg heute, aber das kommt immer wieder vor. Ich sehr stolz daruaf, wie wir als Team gekämpft haben, alle hatten ihren Anteil daran, dass wir es geschafft haben.“
Sasa Filipovski, Headcoach Fitness First Würzburg Baskets:
„Es war ein Spiel mit zwei unterschiedlichen Halbzeiten von uns. Unsere erste Halbzeit war sehr gut, die zweite Halbzeit war sehr schlecht. Wir haben nicht mehr gut verteidigt und sind gleich mit einigen Ballverlusten ins dritte Viertel gestartet. Hamburg hat nach der Pause mehr Rebounds geholt und mehr als 50 Punkte erzielt. Sie sind jetzt eine ganz andere Mannschaft als noch am Beginn der Saison. Sie hatten in unserer Halle nichts zu verlieren und haben heute gut gescort, vor allem Devon Daniels. Er har einige unglaubliche Würfe getroffen, nachdem er bisher eine Dreierquote von 10 Prozent hatte. Hamburg hat mit Breunig und Turudic auch sehr erfahrene Spieler auf den großen Positionen. Wir müssen im Moment damit zurecht kommen, dass Marcus Carr ausfällt, außerdem hat Christian Skladanowski gefehlt und wir haben einige Spieler, die krank waren und noch angeschlagen sind. Deswegen bin ich sehr happy, dass wir mit einem Sieg ins neue Jahr starten konnten. Ich wünsche allen, vor allem unseren Fans, ein gutes neues Jahr. Die Atmosphäre war auch heute wieder großartig.“
Benka Barloschky, Headcoach Hamburg:
„Erst einmal verdiente Glückwünsche an Würzburg. Sie haben am Ende die Big Points gemacht, um das Spiel nach Hause zu bringen. In der ersten Halbzeit haben wir nicht unseren besten Basketball gespielt, phasenweise waren wir auch zu ängstlich. Das hat sich natürlich am Ergebnis gezeigt. Es war nicht so, dass wir unglaublich schlecht verteidigt hätten, aber wir haben nicht gut produziert, das ist mit 13 Ballverlusten in 20 Minuten aber auch schwer. Im dritten Viertel haben wir die richtige Antwort gezeigt und an beiden Enden des Spielfelds sehr guten Basketball gespielt. Im vierten Viertel ist es dann ein enges Spiel, in dem wir vier Freiwürfe daneben werfen und Würzburg nicht einen. Das macht dann den Unterschied aus. Wenn du die großen Gegner auswärts schlagen willst, dann musst du an der Freiwurflinie effizient sein. So hatten wir am Ende nicht mehr die Chance auf den Sieg, sollten aber auf dem dritten und vierten Viertel aufbauen.“

