SCHLEERIETH – Die absolute Überraschungs-Mannschaft der Schweinfurter Kreisliga 1? Ist natürlich die SG Eschenbachtal Schleerieth, die nach 17 der 28 Saisonpartien mit acht Punkten Vorsprung als Tabellenführer auf dem Weg in die Bezirksliga ist.
Lediglich vier Partien gewann die Mannschaft des routinierten Spielertrainers Daniel May nicht. Für die erste Saison-Niederlage gegen Büchold revanchierte sich Schleerieth zum Jahresende und darf nun vom größten Triumph des Dorfvereins in der Geschichte träumen.
In der Winterpause sprach www.mainfranken.news mit Abteilungsleiter Martin Rettner.
10 Punkte sind perfekt, deren 0 der Oberflop. Wie bewertet Ihr Eure erste Saisonhälfte – und warum?
Martin Rettner: 9 Punkte. Die Saison verlief bisher sehr gut, mit dem ersten Platz konnte vor der Saison niemand rechnen, wobei ich schon vor der Saison sah, dass bei der Qualität im Kader wir mit dem Abstieg nichts zu tun haben. 10 Punkte konnte ich nicht geben, da noch Steigerung in einigen Bereichen möglich ist und Zufriedenheit der Anfang von Rückschritt ist.
Welches war das bisher beste Spiel und welches das schlechteste? Und jeweils: Warum?
Martin Rettner: Es gab keine richtig schlechten Spiele, es gab immer wieder mal Phasen in den Spielen, wo wir nicht gut waren, lag da aber auch an den Gegnern. Gute Spiele waren im Derby in Egenhausen, wo wir nach 0:1 Rückstand das Spiel drehen und mit 4:1 verdient gewonnen haben. Auch die Spiele 8:0 gegen Waigolshausen und 6:0 gegen Heidenfeld sind da zu nennen, da wir unsere Chancen eiskalt nutzten.
Was hat Euch bisher in der Liga am meisten überrascht?
Martin Rettner: Dass wir mit 8 Punkten vorne stehen und die vermeintlichen Favoriten so viel Punkte liegen gelassen haben.
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Wer ist für Dich der Spieler der Hinrunde: Bei Euch und in der Liga?
Martin Rettner: Hier muss ich mal unsere 4 Ersatztorhüter nennen. Nachdem sich die beiden Stammtorhüter Nico Treutlein und Paul Schneider im Sommer verletzten, brach sicher unser 3. Torwart Christoph Göpfert dazu noch den Finger, es mussten dann die Feldspieler Jan Ludwig, Roman Jakubowski ins Tor, auch unser Ex- Keeper Christian Aumüller half dazu noch aus. Alle machten ihre Sache gut. In der Liga außer den Torjägern Feser, Weiglein und Winter muss ich hier Luca Binder von Grafenrheinfeld nennen, der im Mittelfeld die Fäden zieht und überall auf den Platz zu finden ist.
Nach dem letzten Spieltag 2026 steht Ihr auf welchem Platz und erreicht den genau dann, wenn was passiert?
Martin Rettner: Unser primäres Ziel, mit dem Abstieg nicht zu tun zu haben, haben wir erreicht. Wir können befreit aufspielen und wollen natürlich den Platz an der Sonne verteidigen. Wenn die Jungs in der Vorbereitung mitziehen und wir von weiteren Verletzungen verschont bleiben, sollte das auch möglich sein.
Was war für Dich DER außergewöhnlichste Moment der ersten Halbserie?
Martin Rettner: Im Heimspiel gegen Stammheim hat der Schiedsrichter nach dem Spiel sich bei uns entschuldigt, da er uns ein Tor abpfiff und dafür indirekten Freistoß für uns gab. Er gab seinen Fehler zu, was uns zwar vermutlich 2 Punkte kostete, aber damit konnten wir leben. Das macht nicht jeder Schiedsrichter.
Bei welchem Auswärtsspiel hat´s Euch am besten gefallen und bei welchem Heimspiel waren die Gegner besonders gesellig?
Martin Rettner: Auswärts ist das Spiel in Egenhausen zu nennen, wo wir lange noch in Egenhausen gefeiert haben. Auch bei den anderen Vereinen waren wir immer auf 1-2 Kaltgetränke im Sportheim. Was im Fußball einfach dazu gehört. Bei den Heimspielen waren Zeuzleben/ Stettbach und Stammheim bei uns noch länger im Sportheim vertreten.
Wird sich den Winter über im Kader etwas verändern?
Martin Rettner: Nein, wir hoffen, dass hier unsere Verletzen Spieler wieder zurückkommen. Eventuell können wir in der Rückrunde auch auf zwei U 19 Spieler zurückgreifen.
Wird der Trainer über den nächsten Sommer hinaus weiter machen? Wenn nein: Wer wird sein Nachfolger?
Martin Rettner: Ja, mit Daniel May wir im November verlängert, er ist ein wichtiger Teil des Erfolgs als Trainer und Spieler.
Wie schaut das Testspiel-Programm aus, gegen wen geht es um Punkte wieder los?
Martin Rettner: Wir haben Testspiele gegen SV Schraudenbach/ Mühlhausen, TSV Steinach, SG Stadtlauringen und DJK Altbessingen. Am 01.03. geht es mit einem Heimspiel gegen Volkach wieder los. Erster gegen Dritten, gleich ein Knaller zum Auftakt.
Thema Nationalmannschaft: Sind Nagelsmanns Jungs auf dem Weg, um 2026 Weltmeister zu werden?
Martin Rettner: An einen guten Tag können wir jeden schlagen, ich schätze aber Frankreich, Spanien, Portugal und England stärker ein. Hier muss unser Team in einen positiven Flow kommen, dann ist vieles möglich.
Sollte man per Gesetz beschließen, beim FC Bayern München die Punkte zu halbieren, damit die Bundesliga wenigstens ein bisschen spannend wird?
Martin Rettner: So einen Schmarrn kommentiere ich nicht.
Was muss man beim 1. FC Schweinfurt 05 machen, damit sich die Schnüdel mal etablieren können im Profifußball?
Martin Rettner: Sie müssen mehr auf eigene Talente setzen, in der Jugend noch besser ausbilden und eine eigne U 23 oder 2. Mannschaft installieren, die mindestens Landesliga spielt, denn ohne die Basis kann man auf Dauer nicht erfolgreich sein. Die Talente, die in Farmteams auf die Dörfer abgestellt werden, kommen nie mehr zurück. Die Schnüdel brauchen Leute an der Basis und nicht nur die, die sich im Rampenlicht sonnen.
Tee oder Kaffee, Berge oder Meer, Fisch oder Fleisch, Putin oder Trump, Eishockey oder Handball, Hardrock oder Elektropop, Zopf oder Glatze, Online oder Druck, Pornos oder Kirche, Smartphone oder Wählscheibe, AfD oder Linke, Zigeunerschnitzel oder Paprikaschnitzel, Christkind oder Osterhase – sucht oder zum Thema Gegensätze einen heraus und kommentiert ihn aus Eurer Sicht – damit sich hier nicht alles nur um Fußball dreht… 😉
Martin Rettner: Ich mag Berge und das Meer, im Moment wird es doch eher das Meer, da kann ich meine kleine Tochter leichter bespaßen, denn wandern möchte die noch nicht.
Wir danken für das Gespräch und wünschen für 2026 alles Gute!
www.mainfranken.news plant für die Winterpause so viele Halbzeit-Interviews wie möglich. Interessierte Vereine und Trainer, die wir noch nicht mit den Fragen kontaktiert haben, können sich gerne unter michael.horling@t-online.de melden – und werden dann bevorzugt behandelt.











































