WÜRZBURG – Eine PETA-Aktivistin stürmte beim Circus-Krone-Weihnachtszirkus die Manege. Sie hielt ein Schild in der Hand, auf dem „Tiere sind keine Showobjekte!“ zu lesen war. In Würzburg treten zumindest keine Großwildtiere auf. Doch die Stadt bietet mit der Veranstaltung einem Zirkusunternehmen eine Plattform, das für eklatante Tierschutzmissstände bekannt ist.
Von PETA veröffentlichte Videoaufnahmen belegen dies regelmäßig. Bei der Weihnachtsshow werden Pferde und Hunde gezwungen, Kunststücke aufzuführen – inmitten von hellen Lichtern und lauter Musik. Dabei erleben sie Stress, Angst und Druck.
„Die Störung der Show macht sichtbar, was viele lieber ausblenden: Tiere, die im Zirkus für Kunststücke ausgebeutet werden, müssen gehorchen und können nie selbst wählen. Wir haben den Ablauf kurz unterbrochen, damit das Publikum einen Moment hinschaut. Jede Nummer zeigt, wie stark die Tiere unter Zwang leiden. Wir setzen uns dafür ein, dass dieser Missbrauch endet, und bitten alle Menschen, sich in die Tiere hineinzuversetzen und solche Shows nicht zu unterstützen“, erklärt Noemi Salewski, Aktionskoordinatorin bei PETA.
Auf dem Bild: Eine PETA-Aktivistin unterbrach die Weihnachtsshow bei Circus Krone in Würzburg. / © PETA Deutschland e.V.
Hintergrundinformationen
Gewalt, Verhaltensstörungen und katastrophale Haltungsbedingungen
Die Tierrechtsorganisation weist darauf hin, dass auf PETA.de/Circus-Krone veröffentlichte Verfehlungen des Zirkus Verhaltensstörungen von Elefanten, einigen Pferde und Löwen zeigen. Video-Veröffentlichungen der Krone-Shows geben immer wieder einen Einblick in den gewaltvollen Umgang mit vielen Tieren. Großkatzen werden bei Trainings und Shows mit Stock und Peitsche eingeschüchtert und zu absurden „Tricks“ wie dem Hüpfen auf den Hinterbeinen gezwungen. Auch Pferde und Kamele wirken sichtlich gestresst, brechen aus der Manege aus oder werfen Reiter ab. Hunde werden zu Kunststücken wie Hürdenspringen auf den Hinterbeinen gezwungen, was die Gelenke unnatürlich belasten kann.
Hinzu kommen die katastrophalen Haltungsbedingungen: In der Regel sind die Löwen und Tiger in einem kleinen Hinterhof des Münchner Winterquartiers untergebracht. Auch Pferde können im Zirkus nicht artgerecht gehalten werden. Statt grüner Weiden stehen den Tieren meist nur enge Boxen und die betonierten Flächen in den Innenstädten zur Verfügung. Selbst im angeblichen „Altersruhesitz“ der Tiere, der Krone-Farm im bayerischen Weßling, wurden im August 2024 noch verängstigte Großkatzen unter Peitscheneinsatz vorgeführt. Auch Veterinärbehörden, Staatsanwaltschaften und behördliche Gutachter stellten in der Tierhaltung bei Circus Krone wiederholt gravierende Missstände fest.
Tiere leiden im Zirkus
PETA fordert ein grundsätzliches Verbot von Tieren im Zirkus. Dies entspricht auch der Auffassung von 62 Prozent der Deutschen, die laut einer repräsentativen Meinungsumfrage die Haltung und Zurschaustellung von Tieren im Zirkus ablehnen. Die ständigen Transporte, die viel zu kleinen Gehege und eine Dressur, die gerade bei Wildtieren von Gewalt und Zwang geprägt ist, führen zu Verhaltensstörungen, Krankheiten und oftmals zu einem frühen Tod.
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden.
Weitere Informationen:
PETA.de/Themen/Circus-Krone
PETA.de/Neuigkeiten/Circus-Krone-Trainer-Löwen-Tiger
PETA.de/Themen/Circus-Krone-Chronik
PETA.de/Aktiv/Tierverbot-Zirkus-Petition


