Halbzeit beim TSV Grettstadt: „In Sulzheim mit dem Fahrrad muss es einigen viel Spaß gemacht haben!“

Halbzeit beim TSV Grettstadt: „In Sulzheim mit dem Fahrrad muss es einigen viel Spaß gemacht haben!“

GRETTSTADT – 30 Punkte nach 17 der 28 Saisonpartien bedeuten dann doch noch einen guten vierten Platz für den TSV Grettstadt in der Kreisliga Schweinfurt 1 nach einem zuletzt knapp verpassten Aufstieg und dann hauchdünn verfehlten Relegationsspielen.

Vom Aus in letzter Sekunde im Mai gegen Büchold musste sich das Team ersteinmal ein bisschen schütteln. Im Lauf der Runde wurde es dann nach und nach besser, auch wenn die Niederlage im November bei Schlusslicht SG Waigolshausen der Mannschaft um Top-Torjäger Luis Lommel (10 Tore) natürlich schon weh tat.

Die Halbzeit-Fragen von www.mainfranken.news beantwortete Spielertrainer Florian Hetzel, der dem Verein über den Sommer hinaus erhalten bleibt.

10 Punkte sind perfekt, deren 0 der Oberflop. Wie bewertet Ihr Eure erste Saisonhälfte – und warum?
Florian Hetzel: Das ist schwer zu sagen, vielleicht eine 5. Wir hatten sehr schwankende Leistungen und demnach auch unkonstant gepunktet. Für das, was in der Mannschaft steck,t haben wir zu viele Punkte liegen gelassen.

Welches war das bisher beste Spiel und welches das schlechteste? Und jeweils: Warum?
Florian Hetzel: Das beste Spiel war in Geesdorf beim 4:1 Sieg. Die Einstellung war top, wir haben uns gegenseitig geholfen und zum richtigen Zeitpunkt die Tore gemacht. Man hat einfach von Beginn an gemerkt, dass wir dieses Spiel unbedingt gewinnen wollten. Das eine schlechteste Spiel gab es nicht. Wie oben beschrieben, haben wir einige Punkte liegen lassen was enttäuschend war, z.B. in Schwebheim, in Volkach, zu Hause gegen Schleerieth oder in Theilheim.

Was hat Euch bisher in der Liga am meisten überrascht?
Florian Hetzel: Schleerieth. Das wird wohl jeder hier sagen inklusive Daniel selber. 🙂

Wer ist für Dich der Spieler der Hinrunde: Bei Euch und in der Liga?
Florian Hetzel: Einen Spieler der Hinrunde zu nennen, ist schon nicht so einfach. Natürlich geht es darum, gemeinsam als Team alles, was es braucht, auf dem Platz zu lassen, um erfolgreich zu sein. Wenn ich jemanden nennen müsste, dann würde ich einmal Ralf Goetz nennen, der nach einem Kreuzbandriss mit ein Jahr Pause und in gehobenem Fußballeralter echt stark zurückgekommen ist, sich immer komplett in den Dienst der Mannschaft stellt und die letzten Wochen auf einer Position gespielt hat, wo er vorher nie gespielt hat und meistens mit einer der Besten auf dem Platz war. Zudem kann man Luis Lommel nennen, der im Sommer erst aus der U19 hochgekommen ist, am Anfang mit der körperlichen Härte im Herrenbereich ein bisschen Probleme hatte, sich dann aber angepasst hat und aktuell unser Topscorer ist. In der Liga war Luca Binder schon beeindruckend. Mit seinem tiefen Schwerpunkt auch extrem schwer zu greifen.

Nach dem letzten Spieltag 2026 steht Ihr auf welchem Platz und erreicht den genau dann, wenn was passiert?
Florian Hetzel: Wenn wir es schaffen konstant zu werden, dann ist es möglich noch auf den zweiten Platz zu kommen, um den aber sehr viele Mannschaften kämpfen. Wenn wir das nicht schaffen, dann landen wir irgendwo zwischen Platz drei und sieben.

Was war für Dich DER außergewöhnlichste Moment der ersten Halbserie?
Florian Hetzel: Der außergewöhnlichste Moment für mich war das Freundschaftsspiel an unserer 100 Jahr Feier gegen meinen Ex-Verein den 1. FC Schweinfurt 05. Da mit Martin Thomann und Kevin Fery auch noch zwei Spieler mitgespielt haben, mit denen ich noch zusammengespielt habe, war schon etwas Besonderes. Auch für meine komplette Mannschaft hat es mich sehr gefreut, so etwas vielleicht Einmaliges erleben zu dürfen und es war von Anfang an klar, dass jeder eine Halbzeit spielen durfte.

Bei welchem Auswärtsspiel hat´s Euch am besten gefallen und bei welchem Heimspiel waren die Gegner besonders gesellig?
Florian Hetzel: Was ich so gehört habe, muss ich hier wohl Sulzheim nennen. 🙂 Durch einige Verbindungen zwischen Spielern und Fans hat die Mannschaft vor dem Spiel gefragt, ob sie mit dem Fahrrad die kurze Strecke fahren dürfen. Ich bin direkt nach dem Spiel los, weil wir in den Urlaub gefahren sind. Die ein oder andere Nachricht in unserer Gruppe hat erahnen lassen, dass es einigen sehr viel Spaß gemacht hat. Bis jetzt kann ich nicht sagen, dass eine Mannschaft nach einem Heimspiel lange bei uns gesessen war. Vielleicht kommt das ja noch.

Wird sich den Winter über im Kader etwas verändern?
Florian Hetzel: Im Winter gibt es keine Veränderungen.

Wirst Du als Trainer über den nächsten Sommer hinaus weiter machen? Wenn nein, was hast Du vor und wer Florian Hetzel: Dein Nachfolger?
Antwort: Ja, wir haben den Vertrag um ein Jahr verlängert und sehen den gemeinsamen Weg noch nicht als beendet an.

Wie schaut das Testspiel-Programm aus, gegen wen geht es um Punkte wieder los?
Florian Hetzel: Wir testen gegen Oberschwarzach, FC Haßfurt, Niederwerrn/Oberwerrn, Gerolzhofen und Untererthal. In der Restrunde beginnen wir in Zeuzleben.

Thema Nationalmannschaft: Sind Nagelsmanns Jungs auf dem Weg, um 2026 Weltmeister zu werden?
Florian Hetzel: Bei einem Turnier können immer Energien und Wege entstehen, die einen tragen lassen. Wenn man die Spieler sieht, die wir haben, und in welchen Vereinen sie teilweise tragende Säulen sind, ist es auch möglich bei der Weltmeisterschaft weit zu kommen. Dennoch müssen wir auch hoffen, dass nicht so viele wichtige Spieler verletzt sind.

Sollte man per Gesetz beschließen, beim FC Bayern München die Punkte zu halbieren, damit die Bundesliga wenigstens ein bisschen spannend wird?
Florian Hetzel: Die letzten Jahre war es ja eigentlich recht spannend. Um die Europaplätze ist es immer spannend, vor drei Jahren hat es der BVB am letzten Spieltag vergeigt, dann war Leverkusen Meister und letztes Jahr wieder die Bayern. Hört sich nicht danach an als wäre es langweilig.

Was muss man beim 1. FC Schweinfurt 05 machen, damit sich die Schnüdel mal etablieren können im Profifußball?
Florian Hetzel: Die Frage ist schon sehr komplex und es spielen wahrscheinlich viele Einflüsse mit rein, um sich im Profifußball etablieren zu können. Die letzten zwei Jahre wurde denke ich mal sehr viel richtig gemacht, wenn man den Weg sieht den die Schnüdel gegangen sind. Ich freue mich auf jeden Fall riesig, einige Drittligaspiele in Schweinfurt erleben zu dürfen und hoffe, dass es sehr vielen Leuten so geht.

Tee oder Kaffee, Berge oder Meer, Fisch oder Fleisch, Putin oder Trump, Eishockey oder Handball, Hardrock oder Elektropop, Zopf oder Glatze, Online oder Druck, Pornos oder Kirche, Smartphone oder Wählscheibe, AfD oder Linke, Zigeunerschnitzel oder Paprikaschnitzel, Christkind oder Osterhase – sucht oder zum Thema Gegensätze einen heraus und kommentiert ihn aus Eurer Sicht – damit sich hier nicht alles nur um Fußball dreht… 😉
Florian Hetzel: Tee, ich habe noch nie Kaffee getrunken. Berge und Meer, abwechselnd bitte. Auf keinen Fall Fisch. Pest oder Cholera? Handball ist schon cool. Das muss ausreichen. 😉

Wir danken für das Gespräch und wünschen für 2026 alles Gute!

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