Wilfried Funke baut besondere Weihnachtskrippen: Lebensstationen liefern die architektonischen Kulissen

Wilfried Funke baut besondere Weihnachtskrippen: Lebensstationen liefern die architektonischen Kulissen

GRETTSTADT – Seit 17 Jahren geht Wilfried Funke einer besonderen Leidenschaft nach, nämlich dem Bau von Weihnachtskrippen in Kulissen mit persönlichem Bezug zu ihrem Erbauer.

Die meisten Krippen lagern nach ihrem weihnachtlichen Einsatz im Keller der Familie Funke, doch hin und wieder holt Wilfried Funke eine oder mehrere heraus, um sie einem interessierten Publikum zu zeigen, so auch vor einiger Zeit, als sein Schwager Rudi Mahr im Rahmen der Reihe „Grettstadter Adventsfenster“ in seinem Anwesen einige dieser Krippen in Grettstadt öffentlich zugänglich machte.

Mit seinem Freund Joachim Wolf baute er vor 17 Jahren das Erstlingswerk, eine Krippe in orientalischer Stadtkulisse, die danach mehrmals umgebaut und ergänzt wurde. Es folgte eine Krippe in alpenländischer Landschaft, dann eine, die dem elterlichen Bauernhof seines Freundes im Sudetenland nachempfunden war, da Funke das Anwesen nur von Bildern her kannte.

Schließlich entstand eine Krippe im Geldersheimer Untertor und eine neben dem Historischen Rathaus von Grettstadt. Der persönliche Bezug zur Geographie seiner Krippen ist für Wilfried Funke sehr wichtig. So stammt seine Frau aus Grettstadt, er selbst ist gebürtiger Geldersheimer und jetzt leben beide in Gädheim. Sie sind begeisterte Bergwanderer und erinnern sich gerne an bestimmte Urlaubsorte, womit schon mal eine größere Auswahl an Gebäuden gegeben war.

Die Krippenfiguren bezieht Funke aus Südtirol, ließ sich allerdings beim Schneidern der Original Geldersheimer Trachten von Galderschumer Fachleuten unterstützen.

Im Frühjahr macht sich Funke an den Bau der neuen Krippe, die dann bis Advent aufstellungsreif sein soll. Er fotografiert die ausgewählten Bauwerke, vermisst sie, baut aus Holz und Styropor die Grundkonstruktion und verputzt diese dann mit entsprechenden Baustoffen. Manche Rohmaterialien sind Abfall, so die hölzernen Eisstiele, die er für die Schindeln am Rathaus nutzte, oder die Holzstäbe von Silvesterraketen, die von den Neffen gesammelt wurden, so lange die noch jünger waren. Für Bäume und Sträucher benutzt er aber auch mitunter exotische Gewächse wie den alpinen Hirschheiderich, den er auch für die Grettstädter Stufenlinde einsetzte.

Bei der Ausstellung in Grettstadt nutzten über 50 Personen die Gelegenheit, die handwerklichen Meisterstücke Funkes zu bewundern. Nach den investierten Stunden darf man den Krippenbauer nicht fragen, nur das Ergebnis zählt und die Freude und Anerkennung der Betrachter.

Auf den Fotos:

Wilfried Funke inmitten zweier Krippen, die von ihm erbaut wurden, hinten das orientalische Erstlingswerk, vorne das Historische Rathaus in Grettstadt.

Vor wenigen Wochen wurde die Außenfassade des Historischen Grettstadter Rathauses renoviert, wobei die Arbeiten im Frühjahr fortgesetzt werden sollen.

In Nachbarschaft zum Historischen Grettstadter Rathaus und der Stufenlinde steht die Scheune mit dem Stall.

Bewohner Oliver Brust stellte dieses Foto von „seinem“ Geldersheimer Untertor zur Verfügung.

Wilfried Funke ergänzte beim Geldersheimer Untertor ein Stück Stadtmauer und das Bauernhaus, das früher dort stand.

Fotos: Ruth und Peter Volz, Oliver Brust
Text: Peter Volz

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