Andreas Stumpf, ein vergessener Held der fränkischen Geschichte: Wie der Apfel in die Flasche kam vom Historischen Arbeitskreis Grettstadt

Andreas Stumpf, ein vergessener Held der fränkischen Geschichte: Wie der Apfel in die Flasche kam vom Historischen Arbeitskreis Grettstadt

GRETTSTADT – Stefan Menz und Rosi Füglein folgten der Einladung des Historischen Arbeitskreises Grettstadt und präsentierten das von ihnen geschaffene, gut einstündige Hörspiel „Der Gärtner und Lebensmittelretter Andreas Stumpf aus Unterspiesheim oder: Wie der Apfel in die Flasche kam“ im Bürgersaal des Historischen Rathauses.

Kreisheimatpfleger Stefan Menz berichtete den rund 30 Zuhörenden, wie es zu dem Hörspiel gekommen war, wer dabei mitwirkte und warum man immer wieder bei der Herstellung des Hörspiels vor der Geräuschkulisse der modernen Zeit fliehen musste.

Die Gäste erfuhren durch das Hörspiel und die anschließenden Ergänzungen von Stefan Menz viele Details aus dem Leben von Andreas Stumpf, der 1886 als eines von neun Kindern der Familie Stumpf in Unterspiesheim geboren wurde, mehrmals in seiner Kindheit dem Tode nahe war und dessen eigentliche Karriere mit einer Kneipp-Kur in Wörishofen, der erfolgreichen Lehre als Gärtner an der Lehranstalt für Gartenbau, Obstkultur und Pomologie in Reutlingen und seinen acht Wander- und Lehrjahren in Baden-Württemberg begann.

Mit 25 Jahren erhielt er eine Anstellung als Kreisfachberater für Obst- und Gartenbau im Landkreis Wolfratshausen und Lehrer an der Kreislandwirtschaftsschule, die ihm körperlich zwar enorm zusetzte, aber der er mit enormer Einsatzbereitschaft nachkam. Er schaffte es, den dortigen Bewohnern den Wert von Obst und Gemüse zu vermitteln und zumindest ansatzweise von fleischlicher Ernährung und dem übermäßigen Alkoholkonsum zu gesünderer Nahrung überzugehen. Für seine Verdienste erhielt er 1916 das König-Ludwig-Kreuz, also mitten im 1.Weltkrieg, und am Ende seines Lebens 1963 sogar das Bundesverdienstkreuz.

Zusammen mit seiner Frau Emma Dosch, die er 1914 geheiratet hatte, gründete er 1930 im oberbayerischen Wolfratshausen die Genossenschaft für gärungslose Früchteverwertung Wolfra, die heute noch existiert und seit 1995 zur Valensina-Gruppe gehört. Durch das Erhitzen auf 75 Grad konnte Stumpf die Fruchtsäfte alkoholfrei haltbar machen und war damit so erfolgreich, dass er 1941 seine Fabrik nach München in eine ehemalige Munitionsfabrik mit eigenen Gleisanschlüssen verlagerte.

Die „kriegswichtige“ Produktion von vitaminreicher Ernährung führte dazu, dass Wolfra vorübergehend durch das NS-Regime kontrolliert und bevormundet wurde und mehrmals in Teilen bei Luftangriffen zerstört wurde. Nach dem Krieg drohten mehrfach die Enteignung und der Konkurs, aber letztendlich wahrte das Werk von Andreas Stumpf seinen Fortbestand.

Nach dem Hörspiel und den Informationen zur Entstehung warteten ein Quitten-Apfel-Kräuter-Punsch und Apfelkuchen auf die Zuhörenden.

Ruth Volz dankte im Namen des Arbeitskreises und der Gemeinde Stefan Menz, Rosi Füglein und Karin Birkner dafür, dass sie diese Veranstaltung ermöglicht hatten und den Gästen für ihr Kommen.

Auf den Fotos:

Dritte Bürgermeisterin Ruth Volz dankte Kreisheimatpfleger Stefan Menz, Rosi Füglein und Karin Birkner für den informativen Nachmittag im Bürgersaal des Historischen Rathauses Grettstadt.

Gut 30 Gäste konnten die Veranstalter zum Hörspiel „Der Gärtner und Lebensmittelretter Andreas Stumpf aus Unterspiesheim oder: Wie der Apfel in die Flasche kam“ begrüßen.

Ruth und Peter Volz

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