Wer kurzentschlossen Lust hat, Borussia Dortmiund in Bad Königshofen zu sehen – bitteschön!

Wer kurzentschlossen Lust hat, Borussia Dortmiund in Bad Königshofen zu sehen – bitteschön!

BAD KÖNIGSHOFEN – Es ist zwar noch nichts gewonnen in Sachen Klassenerhalt in der Tischtennis-Bundesliga. Aber der Anfang ist gemacht mit dem Spiel am Mittwochabend, in dem man es am wenigsten erwartet hätte.

Mit dem ebenso unerwarteten wie verdienten und unerwartet hohen 3:0-Sieg (9:4 Sätze) im zehnten Spiel beim Playoff-Aspiranten TTC Schwalbe Bergneustadt gelang dem Tabellenletzten TSV Bad Königshofen gleich Zweifaches: Den Anschluss an die unmittelbaren Konkurrenten gegen den Abstieg herzustellen und den Glauben an sich selber. Hinterher waren sie sich einig: „Wir können´s also doch noch und wir können es wirklich noch schaffen.“

Aber auch, dass dazu jeweils ein ganzes Trio bzw. Quartett am selben Tag seine Top-Leistung abrufen muss. Zum Schlussdoppel kam es bisher nie. Wirklich chancenlos war man bei den acht Niederlagen eh nicht. Es wurden Matchbälle vergeben, fehlten Nuancen, in einzelnen Ballwechseln, am Ende eines Satzes oder eines Spiels. Mitunter war es aber nur einer der drei Spieler, der seine Bestform an den Tisch brachte. In Bergneustadt waren es alle drei. „Das ist unser Ziel auch im letzten Spiel des Jahres und der Hinrunde am Samstag (15 Uhr) gegen Borussia Dortmund“, versprach der Österreicher Daniel Habesohn nach dem Erfolg in einem DYN-Interview.

Sein Sieg gegen den Unterschied-Spieler der Bergneustädter Benedikt Duda, Nummer 12 der Welt und bis dahin daheim ungeschlagen, war womöglich der Brustlöser, der die Verspannungen des Teams insgesamt lockerte. In der Folge erhöhte Bastian Steger ganz souverän auf 2:0, bevor Filip Zeljko nach einem Fünf-Satz-Krimi den Sack zumachte. Nicht gegen irgend jemanden, sondern gegen Romain Ruiz, den Olympiasieger-Fan-Zhendong-Besieger.

„Man hat gesehen, wenn wir Selbstvertrauen haben, können wir super spielen“, erklärte Habesohn. „Ich hoffe, wir nehmen den Rückenwind und das neu getankte Selbstvertrauen jetzt mit ins nächste Spiel. So eine Situation nach einem Sieg hatten wir ja nur ein Mal bisher.“ Und zur Aufstellung: „Wir haben in der Hinrunde einiges ausprobiert. So eine geschlossene Teamleistung wie heute hat uns bis jetzt gefehlt.“ Ob gegen Dortmund Andre Bertelsmeier wieder zur Verfügung stehe, der auf Ostasien-WTT-Turnier-Reise ist/war, wollte er nicht beantworten. Stellt Koji Itagaki nach dem Motto „Reiß´ kein siegreiches Team auseinander“ auf, hat er das Argument der drei Sieger Habesohn/Steger/Zeljko, egal in welcher Reihenfolge.

Die Dortmunder Borussen (9./8:12) haben am Mittwoch zur selben Zeit gegen Bad Homburg (10./6:14) mit 3:1 gewonnen und damit den Vorsprung auf den TSV von vier Punkten gewahrt. Dass sie mit den zwei Spitzenspielern Anders Lind und Kristian Karlsson überhaupt so weit hinten rein gerutscht sind, überrascht eh. Der Däne Lind war im Frühjahr 2020 schon einmal ein Thema als Neuzugang beim TSV Bad Königshofen. Auch durch Corona zerschlug sich ein Transfer, wonach er bis zu dieser Saison nicht in der TTBL auftauchte. Inzwischen ist er die Nummer 9 der Welt, konnte nicht regelmäßig eingesetzt werden, ist aber nach zwei Einzel-Punkten am Mittwoch mit 7:0 Siegen noch ungeschlagen.

Mit ihm und dem ehemalige Doppelweltmeister Kristian Karlsson (7:3, WR.-11.) aus Schweden bringen die Borussen ein Duo mit, das als solches allein ein Spiel gewinnen kann. Der Belgier Cedrik Nuytinck (0:10) könnte durch Adam Szudi (2:5) oder Alberto Mino (0:3) ersetzt werden. Beide stehen in der Weltrangliste immer noch vor allen Königshöfern. Damit das Lebenszeichen, das die TSV´ler ausgesandt haben, nicht gleich wieder erlischt, wäre ein weiterer Sieg vonnöten und eine gute Plattform für die Rückrunde mit Neuzugang Xue Fei.

Comments

No comments yet. Why don’t you start the discussion?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert