Über 5000 Bürger sorgten dafür, dass bei einem Bürgerentscheid im Februar ´26 das Schweinfurter Stadtbus-System wieder rückgängig gemacht werden könnte. Wenn aus der Bevölkerung anscheinend dieser Wunsch kommt, dann ist sowas ein gutes Mittel der Demokratie.
Dass es inzwischen eine Annährung von Stadtwerken und Initiatoren geben soll, um wömöglich selbst ohne eine Abstimmung die vielen Verschlimmbesserungen des Systems 2,0 wieder zu korrigieren, ist ein Zeichen der Zuversicht, um das Geld vielleicht zu sparen für den Bürgerentscheid.
Doch nun gibt es auch noch ein Ratsbegehren aus der Mitte des Stadtrats heraus, vor allem aus den Fraktionen von CSU, SPD und Grünen iniitiert, die eigene Oberbürgermeister-Kandididaten stellen, deren Standing wiederum darunter leiden würde, wenn gerade mal zwei Wochen vor den OB-Wahlen ein Bürgerentscheid Erfolg hätte, der mit dem Namen Dr. Ulrike Schneider in Verbindung steht.
Die tritt bekanntlich für die Initiative Zukunft / ÖDP an und setzte sich zuletzt vehement gegen das Einkaufscenter auf der grünen Wiese im Stadtteil Oberndorf ein und zuvor gegen die Landesgartenschau. Schon die ECE-Stadtgalerie wollte Schneider einst verhindern. Heute weiß man, dass es wohl besser gewesen wäre, wenn der inzwischen halb leer stehende Einkaufstempel nicht gebaut worden wäre. Und auch die Gartenschau verbrannte Umsummen, ohne dass es je ein Konzept gab. Gerade für CSU und Grüne ist diese Nicht-LGS und ihre Geschichte eine Blamage.
Und jetzt sitzt auch die SPD mit im Boot beim Versuch, dem Bürger eine zweite Variante schmackhaft zu machen beim Abstimmen am 22.02.26 – für ein neues und überarbeitetes Stadtbussystem statt für die Rückkehr zum alten. Weil vieles vom Neuen halt doch modern und zukunftsträchtig sein soll. Niemand kann´s Ottonormal-Schweinfurter nun aber verübeln, wenn der nun nicht mehr durchblickt und am Sonntag nach Fasching jetzt gar nicht mehr abstimmt.
So ein klein wenig zumindest klingt das mal wieder nach einem Schildbürgerstreich aus dem Schweinfurter Rathaus, diesmal ganz offensichtlich als Schnellschuss der großen Partien, um mit aller Macht eine Ulrike Schneider in einer Stichwahl um den OB-Posten zu verhindern.
Ins Fäustchen lacht sich die AfD, die übrigens dem Ratsbegehren wie auch Stefan Labus von den Freien Wählern nicht zustimmte. Letzterer mit der Begründung, dass er das Wetteifern der drei OB-Kandidaten Ralf Hofmann, Holger Laschka und Oliver Schulte um den größtmöglichen Ruhm beim Einsatz für die unzufriedenen Buskunden nicht nachvollziehen könnte, nachdem sich über lange Monate eigentlich nur Ulrike Schneider und mit Abstrichen er und die Linken für deren Nöte einsetzte.
Es ist Wahlkampf – und das merkt man… Merken es auch die Wähler?
Michael Horling
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