SCHWEINFURT – Florenz gegen Verona am Wochenende war die Vorbild-Partie: Auch da – wenngleich erste Liga, also Serie A in Italien – erwartete in einer 20er Spielklasse das Schlusslicht mit sechs Punkten den Vorletzten mit neun. Zu einem freilich namhafteren Duell mit weit mehr Zuschauern.
Schweinfurt gegen Havelse aus Garbsen am Samstagabend: Das wollten immerhin noch 2341 Fans sehen, trotz Anstoß Sonntag um 19.30 Uhr, trotz parallel Eishockey bei den Mighty Dogs, trotz Kellerduell der 3. Liga. Und ja: Die Erwartungen, ach was: Die Befürchtungen wurden erfüllt. Mutmaßlich lief da die schlechteste Mannschaft des Deutschen Profi-Fußballs auf. So schwer es auch fallen mag, das nun endgültig zu realisieren.
Seit Sonntagabend ist klar: Der FC Schweinfurt 05 wird wieder absteigen. Und die Stimmung zumindest in den sozialen Medien dreht sich jetzt endgültig. Im Stadion haben die rund 200 beinharten und immer feiernden Fans zwar noch immer die Hand auf der Atmosphäre. Aber im Netz werden die Schnüdel nun längst als „Gurken und Tasmania aus Bayern“ verunglimpft.
Was war passiert: Fraglos geschwächt ohne auch noch Kapitän Thomas Meißner, jedoch natürlich auch trotzdem mit einer für die 3. Liga bewusst so zusammen gestellten Truppe mit den fünf Einwechslungen Lucas Zeller, Eric Shuranov, Michael Dellinger, Nico Grimbs und Kevin Fery liefen die Schweinfurter nach dem frühen 1:0 von Jakob Tranziska schon wieder im Gegenzug wenige Sekunden später in den Ausgleich. Havelses Robin Müller besorgte bis zur Pause auch noch das 1:2.
Und dann wiederholte sich erneut etwas, was bei einer Anhäufung einfach kein Pech mehr sein kann. Nach dem schnellen 2:2 durch Joshua Endres sprach so vieles Mal mal wieder für den FC 05, der freilich eine Viertelstunde vor dem Ende aus einem Standard das 2:3 kassierte und der einfach keine Elfmeter verwandeln kann: Diesmal holte Keeper Tom Opitz mit Jakob Tranziska den Spieler von den Beinen, der als Gefoulter halt nun mal nur dann selbst antreten sollte, wenn kein Anderer will. Schweinfurts 17er übernahm Verantwortung, scheiterte aber an Havelses Schlussmann.
Bei acht Punkten zu Aachen und dem rettenden Ufer stehen die Niedersachsen vor dem letzten Hinrunden-Heimspiel ausgerechnet gegen Aachen vor einer wegweisenden Partie. Sie können noch hoffen, in der Tat. 14 Zähler Abstand sind´s für die Unterfranken, 13 auf Aue, der letzte Gegner nächsten Samstag im Erzgebirge.
Immerhin: 2026 reisen noch zehn Gegner an aus Köln, Regensburg, Ingolstadt, Saarbrücken, Ulm, Stuttgart, Essen, Rostock, München und Aue. Attraktive Partien, zu denen Lustreisen wie nach Cottburg, Duisburg, Aachen, Osnabrück oder Mannheim kommen. Wonach der Regionalliga-Alltag ab Sommer 2026 ganz schnell alle Träume vom großen Fußball beiseite wischen wird.
Ach ja: Florenz gegen Verona, Endstand 1:2 vor natürlich zehn Mal so vielen Zuschauern. Auch hier setzten sich die Gäste um sechs Punkte ab, haben weiter gute Chancen auf den Klassenerhalt. Und auch das Schlusslicht ist in Italiens Serie A noch nicht abgeschlagen. Anders als in Deutschlands dritter Liga…
Unterhalb folgen noch Fotos:
Die LVM-Versicherung präsentiert die gesamte Saison die Berichterstattung der Schnüdel aus der 3. Liga und drückt dem FC 05 stets die Daumen:



















