LANDKREIS WÜRZBURG – 25 Fledermausarten kommen in Bayern vor. Davon sind 18 im Landkreis Würzburg zu finden. Die Region bietet mit ihren Wäldern und Grotten ideale Lebensräume für die nachtaktiven Tiere.
Viele Arten leben jedoch in unmittelbarer Nähe zum Menschen: Sie nutzen Dachböden, Keller, Spalten oder Hohlräume in Gebäuden als Quartiere. Durch Neubau, Sanierung oder Renovierung gehen diese Verstecke zunehmend verloren. Es gibt jedoch zahlreiche Möglichkeiten, bestehende Quartiere zu erhalten oder neue zu schaffen. Bürgerinnen und Bürger sowie Institutionen, die sich in besonderer Weise für den Schutz der Tiere einsetzen, haben nun für ihr Engagement die Fledermausplakette erhalten.
Wertvoller Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt
Bei einer feierlichen Veranstaltung im Landratsamt Würzburg verlieh Landrat Thomas Eberth im Namen des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz die Plakette „Fledermäuse willkommen“. Insgesamt 26 Personen und Institutionen aus dem Landkreis Würzburg erhielten die Auszeichnung. „Fledermäuse sind stark bedroht, weil sich ihr Lebensraum durch moderne Bauweisen und veränderte Rahmenbedingungen zunehmend verändert“, betonte Landrat Thomas Eberth. „Mit der Fledermausplakette machen wir darauf aufmerksam und danken all jenen, die bewusst Rücksicht nehmen und Lebensräume schaffen. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt in unserer Region.“ Die Empfängerinnen und Empfänger können die Plakette gut sichtbar an ihrem Gebäude anbringen. „Sie ist ein Zeichen für Ihr Engagement und soll gleichzeitig andere ermutigen, Ihrem Beispiel zu folgen“, erklärte der Landrat. „So können wir den Schutz der Fledermäuse weiter stärken.“
Fachlicher Einblick in die Welt der Fledermäuse
Ein Höhepunkt der Veranstaltung war der Fachvortrag von Matthias Hammer von der Koordinierungsstelle für Fledermausschutz in Nordbayern. Der Biologe am Lehrstuhl für Tierphysiologie der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg gab Einblicke in die faszinierende Lebensweise der Tiere. „Ein Drittel aller heimischen Säugetierarten sind Fledermäuse“, erklärte Hammer. „Als Insektenfresser übernehmen sie eine zentrale Rolle in unserem Ökosystem.“ Im Winter gibt es einen Nahrungsengpass, weshalb die meisten Arten Winterschlaf in unterirdischen Verstecken wie Kellern oder Höhlen halten. Als Tiere der Dunkelheit reagieren sie besonders empfindlich auf künstliches Licht, was für viele Arten zunehmend zum Problem wird.
Weitere Informationen zum Fledermausschutz und den regionalen Ansprechpartnern erhalten Interessierte bei der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamts Würzburg (E-Mail: naturschutz@lra-wue.bayern.de).
Auf den Bildern:
- Landrat Thomas Eberth (vorne Mitte) verlieh die Fledermausplakette an 26 Personen und Institutionen. Die Ausgezeichneten können die Plakette sichtbar an ihren Gebäuden anbringen und so ein Zeichen für den Schutz der Fledermäuse im Landkreis Würzburg setzen.
Foto: Christina Hössel - Das Braune Langohr ist eine weit verbreitete Fledermausart und auch im Landkreis Würzburg heimisch. Für den Winterschlaf zieht es sich – wie die meisten Fledermäuse – in unterirdische Verstecke wie Keller oder Höhlen zurück.
Foto: Matthias Hammer


