Freie Fahrt nach dem Unfall und erfolgreichen Reinigungsmaßnahmen: Auf dem Main darf wieder geschifft werden!

Freie Fahrt nach dem Unfall und erfolgreichen Reinigungsmaßnahmen: Auf dem Main darf wieder geschifft werden!

STADT UND LANDKREIS WÜRZBURG – Der Schiffsverkehr auf dem Main bei Würzburg ist wieder freigegeben. Die Sperre einer der wichtigsten Wasserstraßen zwischen den Schleusen Erlabrunn und Goßmannsdorf wurde am Dienstagabend, 9. Dezember, aufgehoben, nachdem fünf Schiffe die Strecke probeweise passiert hatten.

Einsatzleitung und Fachbehörden hatten zuvor anhand von Luftaufnahmen bestätigt, dass die Sogwirkung der Bugwellen wie geplant wirkte und verbliebene Dieselreste aus Nebenflächen des Mains in die Fahrrinne transportiert wurden.

Von dort wird der Kraftstoff in den kommenden Tagen mit der Strömung zu den Wehren in Randersacker und Würzburg gelangen. An beiden Staustufen sind Ölsperren installiert, die die Dieselreste auffangen. Öl-Vliese binden den Kraftstoff, so dass eine Fachfirma das Diesel-Wasser-Gemisch im Anschluss absaugen kann. Kleinste Restmengen, die technisch nicht aufzunehmen sind, bauen sich nach Einschätzung der zuständigen Behörden durch natürliche biologische Prozesse nach und nach ab.

Landrat Thomas Eberth: „Die ökologische Lage ist stabil“

Am vergangenen Samstag war es zwischen Eibelstadt und Goßmannsdorf zu einer Havarie gekommen, bei der rund 3.000 bis 3.500 Liter Diesel austraten. Nach Schätzung der Einsatzleitung gelangten zirka 2.000 Liter in den Main. Die umgehend eingeleiteten Schutz- und Reinigungsmaßnahmen zeigten rasch Wirkung, so dass sich der größte Teil des Kraftstoffs eindämmen und binden ließ. Auch mehrere Tage nach dem Unfall wurden weiterhin weder tote Fische noch verendete Wasservögel festgestellt.

„Die ökologische Lage ist stabil. Die bisherigen Erkenntnisse bestätigen, dass der Main den Unfall gut verkraftet hat“, sagt Landrat Thomas Eberth. „Für uns ist entscheidend, dass weiterhin keine Hinweise auf Schäden an Fisch- und Vogelbeständen bestehen und die Wasserqualität konstant überwacht wird. Der Main ist ein sensibles Ökosystem. Wir werden sehr genau beobachten, wie sich die Situation in den nächsten Tagen weiterentwickelt, und stehen in engem Austausch mit den Fachbehörden.“

Hinweis für die Bevölkerung

Außerdem dankte Landrat Thomas Eberth den Beteiligten für ihr beherztes Eingreifen und die erfolgreichen Maßnahmen zum Schutz des Gewässers. „Die Feuerwehren im Landkreis haben zusammen mit der Staatlichen Feuerwehrschule und der Feuerwehr Würzburg hervorragend zusammengearbeitet, um Schlimmeres zu verhindern. Auch die Abstimmung mit den Behörden war zielführend und erfolgreich“, so der Landrat.

Solange auf dem Main noch ein leichter Ölfilm sichtbar ist, raten die Behörden davon ab, dort zu angeln, zu baden oder Haustiere ins Wasser zu lassen. Die Wasserqualität wird fortlaufend beprobt und überwacht. Die Wasserschutzpolizei ermittelt weiter parallel zur Unfallursache.

Auf dem Bild: Bei einer Lagebesprechung sichten Einsatzleitung und Behörden Luftaufnahmen des Mains und diskutieren das weitere Vorgehen, um eine der wichtigsten Wasserstraßen wieder für den Schiffsverkehr freizugeben.
Foto: Michael Kämmerer

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