LANDKREIS WÜRZBURG – Die Erstellung des Aktionsplans Inklusion für den Landkreis Würzburg geht in den Endspurt.
Seit zwei Jahren arbeitet die Inklusionsbeauftragte des Landkreises, Fabienne Erk, gemeinsam mit dem ehrenamtlichen Behindertenbeauftragten Ernst Joßberger sowie zahlreichen weiteren Akteurinnen und Akteuren an dem strategischen Konzept, das die UN-Behindertenrechtskonvention auf kommunaler Ebene mit Leben füllen soll.
Der Landkreis schafft damit die Grundlage für eine nachhaltige, zukunftsorientierte und echte inklusive Weiterentwicklung. Inklusive Strukturen sollen geschaffen und, wo vorhanden, ausgebaut werden. Fabienne Erks Motivation: Sie möchte die Barrieren im Alltag und besonders in den Köpfen der Menschen in der Region Schritt für Schritt abbauen.
„Menschen sind nicht behindert, sie werden behindert. Behinderungen entstehen immer dann, wenn Menschen mit Einschränkungen auf äußere Umstände treffen, die sie behindern“, betont die Inklusionsbeauftragte. „Eine inklusive Gesellschaft bedeutet, dass alle Menschen teilhaben können – unabhängig von ihren Bedürfnissen. Das ist keine Utopie, sondern ein gesetzlicher Auftrag, den wir mit Nachdruck verfolgen.“
Konkrete Maßnahmen bereits in Entstehungsphase umgesetzt
Als Grundlage für den Aktionsplan Inklusion hatte Fabienne Erk seit Anfang 2024 eine umfassende Bestandsaufnahme erstellt: Mit dem Bamberger Forschungsinstitut BASIS wurde mit Hilfe von Bürgerbefragungen erhoben, welche Angebote es im Landkreis Würzburg bereits gibt und wo weiterer Handlungsbedarf besteht. Nach sorgfältiger Auswertung der Ergebnisse wurden anschließend in einer Reihe von Beteiligungsformaten alle relevanten Lebensbereiche beleuchtet.
Parallel zur Analyse wurden bereits Maßnahmen umgesetzt. So ist das Landratsamt inzwischen offiziell eine assistenzhundefreundliche Behörde, gibt Euro-WC-Schlüssel auf Anfrage aus und bietet Technik wie mobile Hörunterstützung für die Sitzungssäle an – auf Wunsch auch zur Ausleihe an die Landkreisgemeinden. Zudem finden regelmäßige Treffen der gemeindlichen Behindertenbeauftragten statt, ergänzt durch einen eigenen Fachnewsletter. Die Nachfrage nach Verbesserungen und Informationen zu deren Umsetzung sei hoch, berichtet Erk.
Fertigstellung des Aktionsplans ist Startschuss für echte Weiterentwicklung
Die Fertigstellung des Aktionsplans Inklusion ist für Mitte 2026 vorgesehen. Bis dahin werden die Beteiligungsprozesse ausgewertet, Ziele formuliert und konkrete Maßnahmen festgelegt. Denn: Sobald der Aktionsplan als Handlungsempfehlung für den Landkreis und die kreisangehörigen Gemeinden vorliegt, fällt der Startschuss für dessen Umsetzung.
Auf dem Bild: Der Landkreis Würzburg befindet sich seit gut zwei Jahren mit Nachdruck auf dem Weg zu mehr Teilhabe und Inklusion. Parallel zur Erstellung eines Aktionsplans Inklusion wurden bereits erste Maßnahmen umgesetzt. So ist das Landratsamt inzwischen offiziell eine assistenzhundefreundliche Behörde – sehr zur Freude der Inklusionsbeauftragten Fabienne Erk (von links), des Behindertenbeauftragten Ernst Joßberger, Sibylle Brand mit Hund Remo als Betroffene und Landrat Thomas Eberth.
Archiv-Foto: Christian Schuster

