Bauernkrieg 1525: Was wollten die Aufständischen und wie verlief die Erhebung in der Region? Ein neues Buch vermittelt Einsichten und Antworten

Bauernkrieg 1525: Was wollten die Aufständischen und wie verlief die Erhebung in der Region? Ein neues Buch vermittelt Einsichten und Antworten

SCHWEINFURT – Am Freitagabend, den 28. November 2025, wurde der druckfrische Band „Bauernkrieg im Henneberger Land“ in dem mit circa 80 Gästen voll besetzten Saal des Kolping-Hotels beim Historischen Stammtisch Schweinfurt erstmals präsentiert.

Das Buch vereinigt im 500. Jubiläumsjahr eine Vielzahl neuer Erkenntnisse zum Massenaufstand von 1525 aus der Feder von insgesamt neun Autoren.  Damals brannten auch hier in der Region, im Land der fränkischen Grafen von Henneberg zwischen Main und Thüringer Wald, zahlreiche Burgen und Klöster. Der „Bauernkrieg“, eigentlich ein Aufstand von Land- und Stadtbewohnern, gilt heute als größte revolutionäre Erhebung im Alten Reich. Die Aufrührer forderten religiöse Freiheit, eine Minderung ihrer Lasten, aber auch politische Teilhabe.

Die Reichsstadt Schweinfurt war maßgeblich in dieses Ereignis verwickelt, erläuterte Dr. Gregor Metzig, Leiter des Stadtarchivs Schweinfurt. Dies war bislang so selbst in der Forschung kaum bekannt. Doch nicht nur hier, in der gesamten Region geriet die etablierte Herrschaft ins Wanken. Mitherausgeber Dr. Thomas Horling von der landesgeschichtlichen Kommission an der Bayerischen Akademie der Wissenschaften führte eindrucksvoll am Beispiel des wohlhabenden Bauern Jörg Weiß aus Sennfeld und des Amtmannes Johannes Scheffer aus, wie sich bis dato loyale Untertanen gegen ihre Herren erhoben. Höhepunkt des Aufstands war die Plünderung von Schloss Mainberg bei Schweinfurt im Mai 1525, Herrschaftszentrum der Henneberger Grafen am Main.

Bemerkenswert war, dass die Rebellen am 1. Juni zu einem ständeübergreifenden Landtag für ganz Franken zusammentraten. Sie selbst, und nicht wie damals üblich, der Würzburger Fürstbischof, hatten hierzu eingeladen. Erstmals waren auch die kleineren Städte und Dörfer aufgefordert, jeweils zwei Bevollmächtigte zu entsenden. Es galt, eine neue verfassungsmäßige Rechtsordnung auszuarbeiten. Hierbei lassen sich bei allen notwendigen Abstrichen durchaus bestimmte basisdemokratische Grundprinzipien erkennen: So etwa die gemeinsame Debatte um Gesetzesgrundlagen, die Kompromissbereitschaft oder auch die Selbstorganisation der fränkischen Kommunen nach dem damals leuchtenden Vorbild der Schweizer Eidgenossen.

Der Aufstand in Franken scheiterte letztlich und wurde Anfang Juni von einem fürstlichen Söldnerheer bei Königshofen an der Tauber und Sulzdorf südlich von Würzburg blutig niedergeschlagen. In Schweinfurt wie in zahlreichen Orten der Region kam es zu Strafgerichten mit mehreren Hinrichtungen. Die Erinnerung an 1525, das zeigen die vielen und gut ausgewählten Farbillustrationen des Schweinfurter Tagungsbandes, blieb in der regionalen Kunst und Kultur jedoch bis heute lebendig.

THOMAS HORLING | GREGOR M. METZIG | JOHANNES MÖTSCH (HG.)
BAUERNKRIEG
im Henneberger Land

Vorträge der Schweinfurter Tagung
vom 24.|25. Januar 2025

Sonderveröffentlichung des
Hennebergisch-Fränkischen Geschichtsvereins 40 –
Veröffentlichungen des Stadtarchivs Schweinfurt 32

Im Frühjahr 1525 stand das fränkische Land der Grafen von Henneberg zwischen Main und Thüringer Wald in Flammen: Burgen und Klöster brannten. Städte wie Schweinfurt, Meiningen oder Schmalkalden kooperierten mit den Aufständischen. Die etablierte Herrschaft von Adel und Klerus geriet ins Wanken. Der sogenannte Bauernkrieg gilt als größte Massenerhebung im Alten Reich. Die Aufrührer forderten religiöse Freiheit, eine Minderung ihrer Lasten aber auch politische Teilhabe. Der Schweinfurter Tagungsband bietet neue Erkenntnisse zu diesem revolutionären Ereignis in unserer Region.

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