LANDKREIS WÜRZBURG – Der Landkreis Würzburg sucht intensiv nach Wegen, die defizitäre Geburtshilfe am Klinikum Würzburg Mitte (KWM) zu retten.
Gemeinsam mit der Stadt Würzburg und dem Landkreis Main-Spessart finden fortlaufend Gespräche zur Sicherung des Angebots statt. Landrat Thomas Eberth stellte dem Kreisausschuss dazu mehrere Modelle vor.
Gemeinsame Lösungen mit Main-Spessart und Stadt Würzburg als Ziel
Bevorzugt wird derzeit ein Betrauungsakt: Die drei Gebietskörperschaften würden den Betrieb der Geburtshilfe als Aufgabe der kommunalen Daseinsvorsorge offiziell an das KWM übertragen. Damit wäre ein rechtlicher Rahmen geschaffen, um das Defizit anteilig zu übernehmen. Für den Landkreis Würzburg ergäbe sich eine Beteiligung von rund 800.000 Euro.
Parallel werden noch weitere Möglichkeiten geprüft, darunter der Kauf von Gesellschaftsanteilen mit entsprechendem Mitspracherecht sowie die Gründung einer gemeinsamen gemeinnützigen Gesellschaft mit beschränkter Haftung, unter deren Dach die Geburtshilfe fortgeführt werden könnte. Ein zentrales Ziel bleibt eine einheitliche Lösung aller drei Partner.
Entscheidungen stehen noch im Dezember 2025 an
Noch in dieser Woche wollen Würzburgs Oberbürgermeister Martin Heilig, Main-Spessart-Landrätin Sabine Sitter und der Würzburger Landrat Thomas Eberth einen gemeinsamen Beschlussentwurf erarbeiten, der im Dezember 2025 den beiden Kreistagen und dem Stadtrat zur Abstimmung vorgelegt werden soll.
„Die Geburtshilfe am Klinikum Mitte ist eine wichtige Stütze der Region und die Zeit drängt“, betont Landrat Thomas Eberth. „Die Kassen und der Bund kommen ihrer Aufgabe zur auskömmlichen Finanzierung nicht nach, also müssen wir vor Ort Lösungen finden. Ich bin mir aber sicher, dass wir hier zu einem guten Ergebnis kommen und die Geburtshilfe am Klinikum Würzburg Mitte als verlässlichen Partner für die Familien der Region erhalten und damit Versorgungssicherheit geben.“
Hintergrund: Unterfinanzierung in der Geburtshilfe
Das Klinikum Würzburg Mitte zählt mit rund 2.200 Geburten pro Jahr zu den größten Geburtshilfen Unterfrankens. 2024 entstand dem KWM ein Gesamtverlust von rund 9,7 Millionen Euro, davon 2,4 Millionen Euro im Bereich der Geburtshilfe. Die Stiftung Juliusspital als Hauptgesellschafterin des KWM kann diese Last nicht mehr allein tragen und zieht daher als letzten Schritt auch eine Schließung der Station in Betracht. Verbesserungen werden erst mit der bundesweiten Krankenhausreform erhofft, daher hatte die Klinikleitung einen Hilferuf an die Gebietskörperschaften gerichtet.
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