„Hier ist kein Platz für Gewalt“: Augsfelder Lebenshilfe-Werkstatt nimmt an Orange Day teil

„Hier ist kein Platz für Gewalt“: Augsfelder Lebenshilfe-Werkstatt nimmt an Orange Day teil

AUGSFELD BEI HASSFURT – Mit allen Sinnen erfahrbar, aber auch nachhaltig sollte der Tag für die Teilnehmenden werden. „Wichtig ist uns, dass nicht nur das Ereignis im Gedächtnis bleibt, sondern auch der ernste Hintergrund“, sagte Harald Waldhäuser, Leiter der Werkstatt für behinderte Menschen Augsfeld.

Am Dienstag (25.11.2025) hat sich die zur Lebenshilfe Schweinfurt gehörende Einrichtung mit einer eigenen Veranstaltung im Haus den bundesweiten Aktionen zum Orange Day angeschlossen. Weltweit machen die Vereinten Nationen mit diesem Aktionstag jedes Jahr auf Gewalt gegen Frauen und Mädchen aufmerksam. Wie UN Women Deutschland auf ihrer Internetseite schreiben, wird allein hierzulande fast jeden Tag eine weibliche Person aufgrund ihres Geschlechts getötet.

Sexuelle, körperliche und seelische Gewalt durch nicht behinderte Täter, aber auch zwischen Menschen mit Behinderung: „Mit dem Aktionstag wollen wir zeigen, dass wir das hier nicht dulden“, erläuterte Bettina Surkamp vom Fachdienst der Werkstatt Augsfeld. „Und wir wollen Handlungsmöglichkeiten bekannt machen“, so die Psychologin weiter. Hierfür hat die Werkstatt ihren Mitarbeitenden in der Vergangenheit einen von der Polizei organisierten Workshop zur Gewaltprävention angeboten. Es fand ein Selbstverteidigungskurs für Frauen statt, die Mitarbeitenden ohne Behinderung nahmen ebenfalls an einer Schulung teil. Zusätzlich hat die Werkstatt Augsfeld mit Eva-Maria Bayer und Christa Wächter zwei Frauenbeauftragte für behinderte Mitarbeiterinnen.

Passend zum Orange Day rockte am Dienstag die Band „Orange Mouse“ die Werkstattlobby. „Wer schlägt, hat Unrecht“, „Hinsehen, statt wegsehen“ oder „Nein heißt Nein“: Teilnehmende des Aktionstages machten Fotos mit Plakaten und Schildern, die auch nach Ende des Orange Day hängen bleiben. Wer wollte, ließ sich an Mitmachstationen die Fingernägel mit orangefarbenem Nagellack verschönern, ließ sich einen individuellen Ansteckbutton pressen oder informierte sich am Stand der beiden Frauenbeauftragten.

„Der Gedanke des Orange Day soll in die Öffentlichkeit getragen werden“, führte Werkstattleiter Waldhäuser weiter aus. Damit dies auch über den Aktionstag hinaus gelingt, hat sich die Werkstatt Augsfeld etwas einfallen lassen: In Zusammenarbeit mit Haßfurter Unternehmen ist unter anderem in der hauseigenen Schreinerei eine Sitzbank mit der Aufschrift „Hier ist kein Platz für Gewalt“ entstanden. Die Bank soll demnächst der Stadt Haßfurt übergeben und am Mainufer aufgestellt werden.

Auf den Fotos von Reto Glemser:

Damit die Botschaft des Orange Day über den Aktionstag hinaus in Erinnerung bleibt: Hasan Alloush, Susanne Strauß, Demelza Pollner (v. l.) und Fritz Gocht (r.) aus der Schreinerei der Werkstatt für behinderte Menschen Augsfeld sowie Fachdienst-Mitarbeiterin Bettina Surkamp (2. v. r.) präsentieren eine Sitzbank. Sie ist in Zusammenarbeit mit Haßfurter Unternehmen entstanden, soll demnächst an die Stadt übergeben und am Mainufer aufgestellt werden.

Setzen sich unter anderem für den Schutz vor Gewalt ein: Christa Wächter (links) und Eva-Maria Bayer, die Frauenbeauftragten der Werkstatt für behinderte Menschen Augsfeld, sind beim Orange Day mit einem Infostand vertreten.

Ein nachhaltiger und mit allen Sinnen erfahrbarer Aktionstag: Die Band „Orange Mouse“ sorgt beim Orange Day in der Lobby der Werkstatt für behinderte Menschen Augsfeld für ausgelassene Stimmung.

Auch ein Schönheitsprogramm kann ein politisches Statement sein: Stefanie Ruff aus der Montageabteilung der Werkstatt für behinderte Menschen Augsfeld lässt sich von Bildungsbegleiterin Christina Feustel beim Orange Day die Fingernägel in der zum Aktionstag passenden Farbe lackieren.

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