Präzisere und schnellere Diagnostik dank Dual-Source-Technologie: Neues Hightech-CT am Gesundheitsstandort St. Josef

Präzisere und schnellere Diagnostik dank Dual-Source-Technologie: Neues Hightech-CT am Gesundheitsstandort St. Josef
Foto: Melanie Heider, Krankenhaus St. Josef

SCHWEINFURT – Er ist der einzige Computertomograph seiner Art im Umkreis von 100 Kilometern: Mitte Oktober wurde das innovative Dual-Source-CT-Gerät von Siemens Healthineers in der Praxis „Quartz Radiologie Schweinfurt“ im Ärztehaus am Krankenhaus St. Josef in Betrieb genommen.

Innerhalb weniger Millisekunden erzeugt der hochmoderne Scanner gestochen scharfe Bilder – selbst dann, wenn Patienten atmen, sich unkontrolliert bewegen oder einen zu schnellen und unregelmäßigen Herzschlag haben. Damit werden insbesondere die Herzdiagnostik, Lungenscreenings und die Diagnosen in der Notfallmedizin erheblich verbessert.

Die computertomographische Untersuchung ist im klinischen Alltag unverzichtbar. „Das neue CT-Gerät macht die Diagnostik nun noch präziser, schneller und gleichzeitig gesundheitlich unbedenklicher“, freut sich Radiologe Dr. Peter Schnarkowski, Ärztlicher Leiter der radiologischen Praxis in der Friedenstraße 14. Das Herzstück des neuen Siemens SOMATOM Pro.Pulse ist die innovative Dual-Source-Technologie mit 2 x 64 Zeilen: Zwei um 90 Grad versetzte Röntgenröhren und Detektoren rotieren gleichzeitig und ermöglichen damit eine doppelt so hohe Scangeschwindigkeit sowie eine zeitliche Auflösung von unter 100 Millisekunden. In Kombination mit einer KI-gestützten Software wird automatisch die jeweils beste Bildsequenz gewählt, sodass Bewegungsartefakte durch Herzschläge, Atmung oder Unruhe der Patienten weitgehend ausgeglichen werden.

Schonend, schnell und smart

Ein weiterer Vorteil der kurzen Scanzeiten ist die niedrigere Strahlendosis, die durch integrierte Zinnfilter zusätzlich reduziert wird. Auch die Kontrastmittelgabe wird durch den sogenannten FAST Bolus revolutioniert: „Indem der Computertomograph den perfekten Scanzeitpunkt exakt auf den Moment der höchsten Kontrastmittelkonzentration abstimmen kann, wird für eine gute Bildqualität eine geringere Menge an Kontrastmittel benötigt“, erläutert der Radiologe. Die etwas vergrößerte Öffnung des Geräts macht die Untersuchung zudem angenehmer für Patientinnen und Patienten. Insgesamt beläuft sich die Gesamtinvestition inklusive technischer Umbaumaßnahmen wie Lüftung und Einbau auf etwa 1,2 Millionen Euro. Knapp eine Million Euro entfallen davon auf das CT-Gerät selbst.

Scharfe Bilder ohne Bewegungsartefakte

Mit den neu getätigten Investitionen läutet die Praxis „Quartz Radiologie Schweinfurt“ ein neues Zeitalter in der radiologischen Diagnostik ein. Die enge Kooperation mit dem Krankenhaus St. Josef stellt dabei sicher, dass die neue, strahlungsarme CT-Diagnostik allen ambulanten und stationären Patienten – von der Notaufnahme über die Fachabteilungen bis zum MVZ – direkt zugutekommt.

„Wir profitieren fachlich und technisch enorm von der High-End-Diagnostik“, bestätigt Dr. Markus Ewald, Chefarzt der Inneren Medizin am Krankenhaus St. Josef. „Das neue CT versetzt uns erstmals in die Lage, innerhalb kürzester Zeit eine präzise Bildgebung in beeindruckender Qualität zu erzielen – auch bei Patienten, die den Atem nicht lange anhalten können oder die Herzrhythmusstörungen haben.“

Bisher hatten Bewegungsartefakte bei herkömmlichen Scans mit One-Source-Technologie dazu geführt, dass CT-Aufnahmen unter besonderen Herausforderungen schnell unpräzise wurden. Im schlimmsten Fall musste die Untersuchung wiederholt werden. „Jetzt liefert jeder Scan ein gutes Ergebnis. Dadurch sind wir weitgehend unabhängig davon, ob die Patienten ihren Part bei der Untersuchung gut gemacht haben oder nicht. So wird keine Strahlenbelastung mehr verschwendet“, stellt der Mediziner heraus.

Breites diagnostisches Spektrum – von Kopf bis Fuß

Die Computertomographie (CT) ist eine bewährte Methode, um mittels Röntgenstrahlung detailreiche, dreidimensionale Bilder aus dem Inneren des Körpers zu erhalten und krankhafte Veränderungen an Organen, Gefäßen und Knochen festzustellen. Der Vorteil der neuen Dual-Source-Technologie: Patientinnen und Patienten müssen bei Aufnahmen des Brustkorbs oder Bauchraums nun nicht mehr zwingend den Atem anhalten oder über einen längeren Zeitraum stillhalten. Auch bei einem unregelmäßigen oder sehr schnellen Herzschlag kann nun zuverlässig untersucht werden, wodurch häufiger auf Herzkatheter verzichtet werden kann.

Hohe Geschwindigkeit und exakte Genauigkeit

Schon in der Vergangenheit verfügte die radiologische Praxis im Ärztehaus St. Josef über ein fortschrittliches CT-Gerät, das insbesondere für die Untersuchung der Herzkranzgefäße hervorragend geeignet war. Die nun 128 Schichten pro Rotation ermöglichen jedoch auch hochauflösende Ganzkörperuntersuchungen in wenigen Sekunden, was für schnelle Notfalldiagnosen, etwa bei einem Polytrauma entscheidend ist. „Besonders in kritischen gesundheitlichen Situationen spielen Schnelligkeit und Präzision eine entscheidende Rolle“, betont Dr. Wolfgang Menger, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Anästhesie & der Intensivmedizin. „Für uns als Akutkrankenhaus mit Notaufnahme und Intensivstation ist das neue Gerät ein echter Gewinn. Wir müssen keine Patienten mehr für eine Untersuchung in Narkose legen oder künstlich beatmen, um deutliche Aufnahmen zu erhalten.“

Bereits seit 2001 arbeitet das Krankenhaus St. Josef im Rahmen eines Kooperationsvertrages eng mit dem Team der Quartz Radiologie Schweinfurt zusammen. Dass diese Partnerschaft nicht nur auf dem Papier besteht, zeigt sich in der täglichen Praxis: Wann immer im ambulanten oder stationären Bereich eine CT-Untersuchung erforderlich ist, wird diese zeitnah ermöglicht. Auch die chirurgischen und internistischen Fallbesprechungen finden gemeinsam mit den radiologischen Fachärzten statt. Neben dem CT verfügt die Praxis über Ultraschall-, Mammographie- und MRT-Geräte; für Röntgenaufnahmen nutzt sie die moderne Gerätetechnologie des Krankenhauses.

Investition als klares Bekenntnis zum Gesundheitsstandort St. Josef

Zum Sommer 2023 hatte die Quartz Healthcare Germany GmbH die vor knapp 30 Jahren gegründete radiologische Praxis von Prof. Jean M. Friedrich übernommen – mit 52 Mitarbeitenden, darunter acht Ärztinnen und Ärzten. „Die Entscheidung für diese ungewöhnlich hohe Investition ist für uns ein klares Bekenntnis zum Gesundheitsstandort am Krankenhaus St. Josef und unser Beitrag, die Kooperation zukunftssicher aufzustellen“, erklärt Radiologe und Geschäftsführer der Quartz Schweinfurt MVZ GmbH Dr. Felix Harder.

Das Unternehmen verbindet die medizinische Versorgung mit digitaler Effizienz und patientenzentriertem Denken und gehört zu den führenden und am schnellsten wachsenden europäischen Netzwerken in der Radiologie, Strahlentherapie und Nuklearmedizin. „Wir investieren massiv in den Standort Schweinfurt, weil wir ihn zum Referenzstandort für unsere aktuell 45 Praxen ausbauen – das hier gewonnene Know-how wird künftig bundesweit angewendet.“ Das neue CT ist dabei nur der erste Schritt. Bereits ab Mitte Dezember wird ein neues MRT-Gerät von Philips in Betrieb genommen, das vom Investitionsumfang nochmals höher ausfällt und eine noch schonendere Diagnostik ermöglicht.

Gemeinsam für die Gesundheitsversorgung der Region

„Eine radiologische Praxis mit zukunftsweisender CT- und MRT-Technologie – Tür an Tür mit dem Krankenhaus St. Josef bedeutet für Patienten das Beste aus zwei Welten: höchste diagnostische Qualität und hochqualifizierte medizinische Versorgung“, versichert Dr. Frank Wellmann, Sana-Manager und Geschäftsführer der Krankenhaus St. Josef gGmbH. Die gut funktionierende Kooperation war auch für die Sana Kliniken AG, die im März 2025 in das operative Geschäft des Krankenhauses St. Josef über einen externen Managementvertrag eingestiegen ist und seit Juli die Geschäftsführung der Krankenhaus St. Josef gGmbH stellt, ein wichtiger Baustein für die Zukunftsfähigkeit des Gesundheitsstandortes St. Josef.

Denn die klinische Rolle der Computertomographie wird für die Therapieplanung und Früherkennung weiter steigen. Seit diesem Jahr sind Koronar-CT-Untersuchungen (Herz-CT) eine Kassenleistung für gesetzlich Versicherte, sofern die medizinischen Voraussetzungen erfüllt sind. Ab Frühjahr 2026 sollen zudem Lungenscreenings als Krebsfrüherkennung von starken Raucherinnen und Rauchern von den Krankenkassen übernommen werden. Zusätzlich erfüllt die Kooperation schon heute die Anforderung der Krankenhausreform, die für Notaufnahmen einen 24-Stunden-Zugang zu CT-Untersuchungen als verbindlichen Standard vorsieht.

Auf dem Bild: Das moderne Dual-Source-CT der neuesten Generation ermöglicht eine hochpräzise, schnelle und schonende Bildgebung – was insbesondere die Herzdiagnostik, Lungenscreenings und die Abklärung von Polytraumata verbessert. Mit den aktuellen Investitionen bekennt sich die Quartz Healthcare Germany GmbH klar zum Gesundheitsstandort Schweinfurt und zur langjährigen Kooperation mit dem Krankenhaus St. Josef. Von links nach rechts: Dr. med. Peter Schnarkowski (Ärztlicher Leiter Radiologie Schweinfurt), Dr. med. Felix Harder (Radiologe und Geschäftsführer der Quartz Schweinfurt MVZ GmbH), Dr. med. Markus Ewald (Chefarzt Innere Medizin Krankenhaus St. Josef), Dr. Frank Wellmann (Geschäftsführer Krankenhaus St. Josef gGmbH), Nadja Zinsmeister (Leitung CT-Team) und Dr. med. Wolfgang Menger (Ärztlicher Direktor/Chefarzt Anästhesie & Intensivmedizin Krankenhaus St. Josef).

Foto: Melanie Heider, Krankenhaus St. Josef

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