70 Jahre SPD-Ortsverein Röthlein-Heidenfeld-Hirschfeld: Bekenntnis zu Gemeinschaft, Engagement und entschlossener Zukunftsplanung

70 Jahre SPD-Ortsverein Röthlein-Heidenfeld-Hirschfeld: Bekenntnis zu Gemeinschaft, Engagement und entschlossener Zukunftsplanung
Foto: Judith Schäfer

RÖTHLEIN – Der SPD-Ortsverein Röthlein-Heidenfeld-Hirschfeld feierte vor Kurzem sein 70-jähriges Bestehen.. Die 70-Jahr-Feier wurde von der Vorsitzenden Martina Braum eröffnet, sie begrüßte Vertreter von Vereinen aus der Gemeinde, aber auch Vertreter der SPD-Ortsvereine aus der Region.

An die Begrüßung schloss sich nach einem Musikstück die Chronik des ehemaligen Ortsvereinsvorsitzenden Hilmar Kirch an. Er selbst war 20 Jahre Vorsitzender und langjähriges Mitglied des Gemeinderates. In seiner Chronik hob er besonders das Engagement von Herbert und Josef Endres hervor. Am 01.05.1955 wurde der SPD-Ortsverein unter Anwesenheit des Bundestagsabgeordneten Franz Op den Orth gegründet.

Gründungsmitglieder waren: Wächter Titus als 1. Vorstand, Keller Ferdl als 2. Vorstand, Lender August als Kassier, Kreß Kurt als Schriftführer, Knaup Valentin, Hümmer Kilian, Kreß Hermann, Brembs Hilmar, Krug Alfons, Brembs Heinrich und Keller Lothar. „Die Gründungsmitglieder hatten es sich zur Aufgabe gemacht, in der Gemeinde die Politik in sozialdemokratischer Grundlage aufzubauen“, berichtet das SPD-Jahrbuch. Keller Ferdl und Kruf Alfons berichteten nach einer Bonnfahrt 1967, dass die „große Koalition die letzte Rettung für die BRD“ sei.

„Die Geschichte wiederholt sich“, betonte Kirch. Josef Endres aus Heidenfeld war in diesen Jahren ebenfalls ein Urgestein der SPD und Kämpfer für Gerechtigkeit. „Jeder, der an Heidenfeld vorbei Richtung Hirschfeld fährt, erkennt an der Streuobstwiese z. B. den hartnäckigen Einsatz von Josef Endres für die Allgemeinheit“ erklärte Kirch. 1970 wurde dann Karl Knaup 1. Vorsitzender für 18 Jahre. Auch Knaup war ein geachteter Sozialdemokrat, der sich im Ort verdient gemacht hat.

Abgelöst wurde Knaup, nach seinem plötzlichen Tod, durch Herbert Johanni. Johanni war im Gemeinderat, Kreistag und als Betriebsrat bei der Fichtel&Sachs AG der „Kumpel“. Selbst der Vorstand der Sachs AG sprach hochachtungsvoll von Johanni als „Kumpel“. Seit 1985 waren dann Dieter Wächter als Schriftführer, Manfred Gehring als Kassier und Detlef Brembs als 2. Vorsitzender jahrzehntelang im Amt. Von 1997 bis 2017 war dann Hilmar Kirch der 1. Vorsitzende. Große Erfolge der SPD Röthlein-Heidenfeld-Hirschfeld waren „die Errichtung des Gewerbe- und Industriegebietes.

Hier wurde besonders mit Bruno Döpfert zusammengearbeitet, sodass nun Röthlein an der Ortsgrenze zu Schwebheim ein ortsnahes Industriegebiet mit Anschluss zur Kraftfahrtstraße vorweisen kann. Durch hartnäckigen Einsatz, unter Einschaltung des Landratsamtes, konnte der Fahrradweg in Heidenfeld im Ort durchgebaut werden, sodass dieser Gefahrenpunkt der Kreuzung der Straße durch Radfahrer beseitigt wurde. Die Baumpflanzungen in allen Ortsteilen, besonders auch in Röthlein, gelangen durch hartnäckiges Beharren. Die Bootsanlegestelle mit Liegewiese in Hirschfeld ist nur dem unermüdlichen Einsatz der SPD zu verdanken.

Das ehemalige Schulhaus in Hirschfeld wurde im Originalzustand der Außenfassade wieder hergestellt und im Inneren bedarfsgerecht durch die Vereine umgebaut. Auch der Kampf um eine Ganztagesschule und Betreuung konnte in der laufenden Amtsperiode, durch den Baubeginn der Offenen Ganztagesschule abgeschlossen werden. Leider gelang es nicht, die Ratsmehrheit schon vor Jahren von der Notwendigkeit einer Ganztagesbetreuung für Senioren zu überzeugen. Das Kloster Heidenfeld hätte hierfür ideale Grundlagen geboten“, erklärte Kirch.

Landrat Florian Töpper gratulierte herzlich und betonte die Bedeutung bürgernaher, sachorientierter Kommunalpolitik als Basis demokratischer Prozesse. Die Vorsitzende des Ortsvereins führte souverän durch das Programm und trat deutlich als Bürgermeisterkandidatin in Erscheinung. Mit dem Slogan Zuhören – Verstehen – Umsetzen setzt sie auf eine Politik der Nähe: Kommunikation auf Augenhöhe, Transparenz in Entscheidungen und eine zeitnahe und verlässliche Umsetzung beschlossener Vorhaben. Ein zentrales Anliegen ist das seniorengerechte Wohnen, das Lebensqualität und selbstbestimmtes Altern in der Gemeinde stärken soll.

Aber auch der Erhalt von Tradition ist ihr wichtig, deshalb möchte sie weiterhin das Ehrenamt in den diversen Vereinen der Gemeinde stützen, aber auch Gebäude wie dem Rehberger oder das Forsthaus in Röthlein einer adäquaten Nachnutzung zuführen. Für sie gilt Priorisierung statt Verzögerung. Braum verdeutlichte, dass für sie die Umsetzung beschlossener Projekte nicht im Stillstand verortet sein darf. Entscheidend sei nicht, ob es Fördermittel geben wird, sondern ob ein Vorhaben von den Bürgerinnen und Bürgern angenommen wird oder nicht. Zitat der Vorsitzenden: „Denn auch Fördergelder sind Steuergelder.“ Die Veranstaltung wurde von der Heidenfelder Blaskapelle musikalisch getragen. Bürgermeister Stefan Rottmann aus Schonungen unterstützte ausnahmsweise die Blaskapelle.

Bürgerdialog und Netzwerkknoten

Nach dem offiziellen Programm bot der Abend Raum für Gespräche mit Bürgerinnen und Bürgern. Hier wurden Anliegen, Ideen und Anregungen direkt vorgetragen, wodurch der Dialog zwischen Vereinen, Politik und Bürgerschaft gestärkt wurde. Martina Braum bedankte sich insbesondere beim Ehepaar Wegner für die Bewirtung im Pfarrheim Röthlein und überreichte einen selbstgebackenen Christstollen.

Nicht nur der Ortsverein feierte Geburtstag, sondern auch das langjährige Mitglied Brigitte Schaupp feierte ihren 75. Geburtstag, zu dem ihr die Vorsitzende bei einem persönlichen Treffen herzlich gratulierte.

Foto: Judith Schäfer

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