KLOSTER BANZ – Die Hanns-Seidel-Stiftung e.V. verleiht auch in diesem Jahr ihren renommierten Förderpreis für junge Liedermacher. Mit dem Preis zeichnet die Stiftung herausragende Singer/Songwriter, Duos oder Bands bis 35 Jahre aus, die mit eigenen – überwiegend deutschsprachigen – Songs zur Vielfalt der Liedermacherszene beitragen.
Aus zahlreichen Bewerbungen hat eine unabhängige Fachjury erneut drei Preisträgerinnen und Preisträger ausgewählt. Sie dürfen sich auf einen Auftritt beim traditionsreichen Festival „Lieder auf Banz“ freuen, das jährlich vom Bayerischen Rundfunk für Radio und Fernsehen aufgezeichnet wird. Zusätzlich erhält jeder Preisträger einen Förderbetrag in Höhe von 5.000 Euro, der ihnen bei den nächsten Schritten ihrer musikalischen Karriere zur Seite steht.
Markus Ferber, MdEP und Vorsitzender der Hanns-Seidel-Stiftung, betont die Bedeutung des Preises: „Wir sind überzeugt, dass unsere Preisträger mit ihrer Leidenschaft das Genre der Liedermacherei bereichern werden!“
Der Förderpreis hat eine lange Erfolgsgeschichte: Zahlreiche ehemalige Preisträger sind heute feste Größen der deutschen Musiklandschaft – darunter Willy Astor, Miss Allie, Bodo Wartke und viele weitere. Auch in diesem Jahr fand die Auswahl der Gewinnerinnen und Gewinner wieder in einem mehrstufigen Juryverfahren statt.
Die Gewinnerinnen und Gewinner des Nachwuchsförderpreises 2025/2026
Chris & Henni
Das Duo Chris & Henni entstand aus einem ursprünglich vom Musiker und freiberuflichen Texter Chris Stühn gestarteten Solo-Projekt. Schon bald wurde ihm aber deutlich, dass viele der Texte und Songs in enger Zusammenarbeit mit seiner Partnerin – und Ehefrau – Henni entstanden waren. Die kreative Chemie stimmte einfach. So beschlossen sie, das Projekt gemeinsam weiterzuführen und unter dem Namen Chris & Henni als Duo aufzutreten. Aber Chris & Henni ist weit mehr als nur ein musikalisches Projekt. Beide schöpfen ihre Hoffnung und Inspiration aus ihrem christlichen Glauben – Chris Stühn studierte Theologie und ist Pastor in Bünde – und möchten diese Haltung auch in ihrer Musik weitergeben. Ihre Songs erzählen von Alltagsmomenten, Begegnungen und persönlichen Erfahrungen, von den Höhen und Tiefen des Lebens, von Fragen, Zweifeln und Zuversicht. Dabei steht immer der Wunsch im Vordergrund, andere Menschen zu ermutigen und ihnen Hoffnung zu schenken.
Musikalisch bewegen sich Chris & Henni zwischen modernem Pop, Folk, Singer-Songwriter und Akustik-Sounds – ehrlich, handgemacht und mit viel Gefühl. Ihre Texte entstehen oft aus Gesprächen, Gedanken oder Begebenheiten, die ihnen im Alltag begegnen. „Wenn man nicht gerade mit Scheuklappen durchs Leben geht, findet man überall Themen, die einen inspirieren, neue Songs zu schreiben“, sagen die beiden. Was als kleines Herzensprojekt begann, hat sich inzwischen zu einer gemeinsamen musikalischen Reise entwickelt, auf der Chris & Henni ihre Leidenschaft, ihren Glauben und ihre Freude an ehrlicher Musik miteinander und mit ihrem Publikum teilen. Ob in Kirchen, Stadtfesten, Pubs, auf Hochzeiten oder bei intimen Wohnzimmerkonzerten – sie lieben es, ihre Musik dorthin zu bringen, wo Menschen zusammenkommen und gemeinsam die Momente des Zuhörens und Reflektierens genießen.
Dank einer von den beiden erfolgreich initiierten Crowdfunding-Kampagne erschien 2022 ihr Debütalbum „Wer will ich gewesen sein?“, das sie auf deutschlandweiten Konzerten vorstellen konnten. 2025 veröffentlichten sie ihr zweites Album „70×7“, wie schon das Debütalbum unterstützt durch ihre stetig wachsende Fangemeinde in Form von Crowdfunding, durch das sie nicht nur das Album, sondern zusätzlich ein ihnen am Herzen liegendes soziales Projekt realisieren konnten.
Holza
Die Steirische Harmonika ist seine große Liebe. Mit 15 gewann Sebastian Holzer einen Volksmusikwettbewerb. Doch in seiner Schule im niederösterreichischen Payerbach hat das niemanden interessiert. Holza und seine Quetschn waren uncool. Bis jetzt. Der talentierte Newcomer kombiniert auf seinem Debütalbum lässig Reggae-Sounds mit Dialektpop – und ist plötzlich cool.
Aufgewachsen in Payerbach auf einem Bauernhof, spielte Musik schon immer eine große Rolle im Leben des 24-jährigen Niederösterreichers, der Gesundheits- und Krankenpflege studiert. Mit sechs Jahren startete er seinen musikalischen Werdegang mit der Steirischen Harmonika, nahm bald darauf Gitarren- und Schlagzeug- sowie später Gesangs- und Klavierunterricht. Holza – wie er sich jetzt nennt – spielte in einigen Bands und durfte sich bei diversen Wettbewerben über den ein oder anderen Preis freuen. Mit seiner Musikalität und seinem Schmäh überzeugte Holza 2022 in der Castingshow „Starmania“, schaffte es bis ins Finale und belegte den 3. Platz. Doch wie schnell vergänglich Ruhm sein kann, konnte er auch erfahren. „Darauf bereitet dich niemand vor“, sagt er in einem Ö3-Interview. „Das kann dich als sensible Person schon umhauen, wenn sich nach all dem Rampenlicht plötzlich kein Schwein mehr für dich interessiert.“ Diese Erfahrung verarbeitet er geschickt in Songs, indem er sich keinen Druck mehr auferlegt, irgendwer sein zu müssen – nur Musiker.
Mit dem Debütalbum „Kummowa“ stellt Holza dann die Weichen und setzt gleichzeitig ein Statement für mehr Menschlichkeit und Miteinander: „Es ist um unsere Diskussionskultur nicht zum Besten bestellt, wenn sich viele sofort in Rage reden. ‘Du bist nicht besser als ich’, sage ich, ‘deine Argumente zählen nicht mehr als meine, daher lass uns bitte auf Augenhöhe reden und kummowa von deinem hohen Ross.’“
Holzas Sound hat zwischen Tradition und Moderne viel zu bieten – was Herz und Hirn berührt und zugleich die Gliedmaßen zum Schwingen bringt. Für die musikalische Umsetzung greift der lebensfrohe Niederösterreicher tief in die unterschiedlichsten musikalischen Schubladen. Reggae-Beats, Dancehall-Parts, Volkstümliches und Austropop sind Bausteine seiner Songs. Holza ist Musiker durch und durch. Egal ob Solo, im Trio auf den Straßen oder in Bandbesetzung auf großen Konzertbühnen: Sein Publikum feiert ihn, denn er schuf eine neue Form von alpenländisch geprägter Wohlfühl-Popmusik.
Lina Bó
Lina Bó bestehen aus einer kölschen Kubanerin und einem dänisch geprägten Flensburger Jungen – sie heißen Celina von Wrochem und Luca Bo Hansen – und haben zwei unterschiedliche Biografien, die die Musik verbindet. Lucas Kindheit war geprägt von berufsbedingten Umzügen der Eltern. Die Grundschulzeit verbrachte er einige Jahre in Dänemark, später wieder in Flensburg, wo seine Mutter als Musiklehrerin tätig war und er früh mit der Musik in Berührung kam. Mit 11 begann er Klavier zu spielen, Gesang und Gitarre folgten und als Jugendlicher entdeckte er in der Flensburger City die Straßenmusik für sich. Sein Berufswunsch stand fest.
Celina (Lina) kommt aus der Karnevalshochburg Köln – in ihre angeborene „rheinische Frohnatur“ mischt sich zusätzlich das Temperament ihrer kubanischen Mutter – und wuchs ebenfalls in einem musikalischen Elternhaus auf. Der Vater Geigenbauer, die elterliche Wohnung war gleichzeitig auch seine Werkstatt. Musik lag buchstäblich in der Luft. Von ihrer Großmutter erhielt sie im Vorschulalter Geigenunterricht, die Mutter prägte sie später als Sängerin, da sie gemeinsam mit dem Vater in einer kubanischen Band spielte. Nach dem Abitur folgten Ausflüge in die weite Welt, Bürojobs und die Erkenntnis, doch Musikerin werden zu wollen.
Beide lernten sich beim Studium an der Kunsthochschule im niederländischen Arnheim kennen. Sie machten gemeinsam Musik, harmonierten vom ersten Tag an und wurden darüber hinaus ein Paar. Nach ihren Bachelorabschlüssen bereisten sie als Straßenmusiker viele Länder als Duo Lina Bó. In Flensburg wurden sie dabei von den Machern der renommierten Produktionsfirma Elephant Music angesprochen – die u. a. Santiano entdeckten – und in der Folge von ihnen produziert.
2024 erschien die selbstbetitelte Debüt-EP und in diesem Herbst folgte ihre erste selbstgebuchte Konzerttour unter dem Motto „Das Leben ist ’ne Straße“ durch renommierte Clubs in 13 deutschen Städten – und das alles in einem selbstausgebauten Tour-Bus. Ihre Musik ist ein Mix aus folkigem Pop, Latino-Vibes und französischem Chanson. Die Songs stehen für Frieden und Respekt, gegen Intoleranz, für Lebensfreude, Hoffnung und Optimismus. Lina Bó wollen uns auch inspirieren, einfach mehr miteinander zu singen und zu tanzen. Und möchten vor allem, dass wir uns für unser aller gemeinsame Zukunft engagieren.
Auf den Fotos:
Von links: Wolfgang und Gaby Heyder, Michael Möslein, Fabian Leppert, Thomas König, Dr. Jutta Möhringer, 1. BM Mario Schönwald, Chris & Henni sowie Sandra Brunnbauer
VSB Ronja Lindl
Chris & Henni
Helmut Ölschlegel


