Bad Homburg jubelt, Bad Königshofen trauert: Warum es gegen den Vorletzten wieder nichts wurde mit dem zweiten Saisonsieg

Bad Homburg jubelt, Bad Königshofen trauert: Warum es gegen den Vorletzten wieder nichts wurde mit dem zweiten Saisonsieg

BAD HOMBURG / BAD KÖNIGSHOFEN – Die Redensart, dass durch Druck Diamanten entstehen, fand für den Tischtennis-Bundesliga-Letzten TSV Bad Königshofen im Auswärtsspiel beim Vorletzten TTC OE Bad Homburg keine Bestätigung.

Man musste es einfach gewinnen. Es gab aber im siebten Spiel gegen die in Bestbesetzung antretenden Hessen die sechste Niederlage (1:3) – und große Ernüchterung. Selbst die unermüdliche und unerschütterliche Unterstützung der 20 mitgereisten TSV-Fans nutzte nichts.

Zunächst schon. Endlich war nämlich wieder einmal ihr Liebling Filip Zeljko zum Einsatz in dieser seiner neunten Saison als Königshöfer gekommen – und bekam als Zweier gleich den Einser der Gastgeber Jo Yokotani, bisher 4:3-Bilanz, vorgesetzt. Für ihn war es auch eine besondere, individuelle Art von Druck.

Dass er sich aber mit wenig Chancen in seiner Außenseiter-Rolle nicht abfinden mochte, war von Beginn an zu spüren. Er legte für seine Mannschaft einen tollen Start und die 1:0-Führung hin, indem er den Japaner mit sehr kurzen Ballwechseln, seiner aggressiven Spielweise düperte, wenngleich er eine defensivere nie in seinem Repertoire hatte. Auch dass er sich pushte, jeden seiner 40 gewonnenen Bälle beschrie und feierte, durfte Yokotani nicht überraschen. Auch nicht, seine langen, hochriskanten Aufschläge. Aber dass er nahezu ohne leichte Fehler auskam. Filip war glücklich, seine Fans auch. Die Hochrechnungen befanden sich total im positiven Bereich, bei Sieg ganz nahe. Doch das war´s auch schon.

Zu einem sehr wichtigen Spiel, einer möglichen Vorentscheidung, trafen nun Ivor Ban, bisher ohne Sieg bei zwei Niederlagen, und Königshofens Einser Andre Bertelsmeier aufeinander. Der hatte bisher durch seine forschen Auftritte gegen die Großen der Liga hohe Erwartungen an ihn wachsen lassen. Denen er hier nicht gerecht werden konnte. Sein dritter Sieg im achten Einzel war ihm eigentlich zugetraut worden, was eine beruhigende 2:0-Führung bedeutet hätte.

Doch er schaffte sie nicht. Auch die Tipps seines Teamkollegen Zeljko zur Spielweise seines kroatischen Landsmanns nutzten nichts. Bertelsmeier gewann nur den ersten Satz deutlich, verlor die nächsten drei, den vierten nach vier eigenen Satzbällen mit 13:15. Ja, auch das symptomatisch für diese Runde: alle drei Satzverlängerungen wurden verloren. Andre´s erste enttäuschende Vorstellung im TSV-Trikot.

Geschäftsführer Matthias Braun direkt nach dem letzten Ballwechsel: „Da siehst du´s: Ehrlichkeit wird nicht immer belohnt.“ Er hatte nämlich im vierten Satz bei 4:3-Führung aus Gründen der Fairness einen Punkt zurückgegeben: Statt 5:3 zum 4:4. Bei einem seiner vier Satzbälle hätte er ihn sehr gut brauchen können.

Und die nächste Enttäuschung folgte auf den Fuß. Bastian Steger, der gegen den Ungarn Csaba Andras schon letzte Saison verloren hatte, gewann zwar den ersten Satz locker mit 11:4 – nach gut vier Minuten! Doch dann war´s aus mit der Lockerheit, brach er völlig ein. Im dritten Satz (10:12) kam noch Pech dazu. Aber 1:2-Rückstand, und Bertelsmeier sollte im vierten Einzel, dem Einser-Duell, seine Mannschaft wenigstens ins Doppel retten. Aber der Druck war nicht geringer geworden, war kaum noch zu toppen.

Dann der verflixte zweite Durchgang: Nach 5:9-Rückstand hätte er beinahe noch den Satz geklaut, 11:10, kassierte aber das 11:13. „Was wäre, wenn“ galt wieder einmal nicht. Wenn er ihn gewonnen hätte! Er holte sich nämlich den dritten, verlor aber den vierten. Bad Homburg jubelte, Bad Königshofen trauerte.

Das nächste Spiel: Kommenden Samstag, 15.11., 17.30 Uhr, zuhause in der Bad Königshofener Shakehands-Arena gegen den Tabellensiebten aus Mühlhausen in Thüringen.

Ergebnisse:
Yokotani – Zeljko 1:3
(7:11/11:7/6:11/8:11)
Ban – Bertelsmeier 3:1
(11:5/7:11/11:7/15:13)
Andras – Steger 3:1
(4:11/11:4/12:10/11:6)
Yokotani – Bertelsmeier 3:1
(11:5/13:11/9:11/11:6)

Rudi Dümpert für www.mainfranken.news

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