SCHWEINFURT – Für alle frankophilen Zuschauer ist »Le Comte de Monte-Cristo« (Der Graf von Monte Christo) nach dem Roman von Alexandre Dumas in französischer Sprache als Bühnenfassung von Paul Stebbings zu erleben am Mittwoch, 12. November um 11:00 & 19:00 Uhr.
Eine eifersüchtige Geliebte, ein gieriger Bankier und ein korrupter Richter nehmen dem jungen Edmond alles und er wird für fünfzehn lange Jahre eingesperrt. Ein sterbender Mitgefangener verrät ihm das Versteck eines großen Schatzes und Edmond inszeniert einen der berühmtesten Ausbruchsversuche der Weltliteratur. Die Reichtümer werden auf der Insel Monte Christo gefunden wo Edmond als Graf von Monte Christo seine schreckliche Rache beginnt… »Der Graf von Monte Christo« ist eine der fesselndsten und tiefgründigsten Geschichten aller Zeiten. Das Theaterstück wirft Fragen zu Gerechtigkeit und Vergeltung sowie zu unserem eigenen moralischen Kompass auf.
»Nebenan«, zu sehen am Donnerstag, 20. November um 19:30 Uhr, ist ein Schauspiel von Daniel Kehlmann nach seinem Drehbuch zum gleichnamigen Film mit Daniel Brühl. Das Stück kombiniert messerscharfe Dialoge mit kauzigem Thekenraunen und feiert das Eckkneipen-Kammerspiel als Genre: lokal versus global, Rollkoffer-Take-Off versus Lauschangriff übers Fenster zum Hof. Die Figurenpsychologie sitzt, die Verbalspiralen scheinen kein Ende zu nehmen: Berlin-Prenzlauer Berg. Am Ende dieses Sommertags wird nichts mehr so sein wie zuvor. Schauspielstar Daniel ahnt davon nichts. Bruno, Verlierer der Wiedervereinigung, Gentrifizierungsopfer im Berliner Ex-Osten und Ewigübersehener nimmt Rache. Daniel ist seine Zielscheibe. Bruno weiß nicht nur über dessen Filme, sondern auch über sein Privatleben erstaunlich gut Bescheid. Der stets souverän wirkende Kinostar sieht sich plötzlich mit gut gehüteten Geheimnissen konfrontiert.
Der biografische Chansonabend »Hildegard Knef« mit Meike Fabian und ihrer Band gastiert am Samstag, 22. November um 19:30 Uhr sowie am Sonntag, 23. November um 14:30 Uhr im Theater im Gemeindehaus. Nach Anfängen im deutschen Nachkriegsfilm drehte Hildegard Knef in den USA, in Großbritannien und in Frankreich, spielte auf der Theaterbühne Werke von Shakespeare und Pagnol und stand für 675 Vorstellungen am Broadway auf der Bühne. Marlene Dietrich und Marilyn Monroe zählten zu ihren Freundinnen und ihr Markenzeichen war es, sich nie anzupassen und zu verbiegen. Meike Fabian trägt in der Koproduktion des Akademietheaters Regensburg und des a.gon Theaters München Knefs Texte vor, erzählt aus ihrem bewegten Leben und singt ihre Lieder, von denen viele bis heute im kollektiven Bewusstsein verankert sind. Begleitet wird sie von ihrer exzellenten, vierköpfigen Akustikband.
Ein liebevolles Stück, das einem sehr nah kommt, ist das heiter-anrührende Schauspiel von Kristen Da Silva »Wo immer du bist«, das vom Theater Schloss Maßbach am Mittwoch, 26. November um 19:30 Uhr gezeigt wird. Es ist komisch, entlarvend und hat auch bittere Momente, die einem ans Herz gehen. Kristen Da Silva erzählt eine berührende Geschichte über Freundschaft und Liebe: Die Schwestern Glenda und Suzanne leben gemeinsam auf Manitoulin Island in Kanada. Es ist Sommer und der Besuch von Beth, der erwachsenen Tochter Suzannes, steht an. Die Vorfreude wird von einem Geheimnis überschattet, das die Schwestern nicht länger für sich behalten können. Blöd nur, dass Mutter und Tochter sich wie immer gleich in die Haare bekommen und der Familiensegen sofort schiefhängt. Und interessant, dass der attraktive, junge Nachbar, der das Dach des Schuppens decken soll, von Beth ganz verzückt ist. Und dann müssen sich die drei Frauen mit Dingen auseinandersetzen, die ihr Leben und ihre Beziehungen für immer verändern werden.
Ein ganz besonderes Erlebnis bietet die Gruppe Mimirichi mit »Plastic Fantastic« am Donnerstag, 27. November um 19:30 Uhr. Mit einem kurzweiligen Genre-Mix aus Zirkus, Clownerie und Varieté fasziniert »The Theatre of Plastic Comedy« aus Kiew das Publikum rund um den Globus immer wieder aufs Neue. Die magische und ausgelassene Show ist ideal für Kinder und Erwachsene. Das »einzigartige und absolut verrückte« Clown-Ensemble ist inspiriert von dem legendären französischen Pantomimen Marcel Marceau, dem russischen Clown und Meister der absurden Poesie Slava Polunin sowie von Stummfilm-Größen wie Charlie Chaplin und Buster Keaton. Die Multitalente haben einen ganz eigenen Stil entwickelt und erwecken in »Plastic Fantastic« mithilfe von Pantomime und Improvisation gewöhnliches Zellophan zum Leben – und verwandeln mit Humor und Zärtlichkeit Plastik in fantasievolle Requisiten.
Die Dramatisierung des bekannten Romans »Der Vorleser« von Bernhard Schlink bringt das Altaonaer Theater Hamburg am Freitag, 28. und Samstag, 29. November jeweils um 19.30 Uhr auf die Bühne des Theaters im Gemeindehaus. Mit 15 begegnet Michael der deutlich älteren Hanna. Sie wird seine erste Geliebte, voller Zuwendung und Zärtlichkeit, aber auch schroff, reizbar und tyrannisch. Hanna hütet verzweifelt ein Geheimnis. Schlinks Roman wurde in mehr als 50 Sprachen übersetzt und avancierte zum internationalen Bestseller. Stephen Daldrys Verfilmung mit Kate Winslet, David Kross und Ralph Fiennes in den Hauptrollen kam 2008 in die Kinos. Einfühlsam und genau untersucht der Roman das Verhältnis von Liebe und Schuld vor dem Hintergrund der deutschen NS-Verbrechen und nähert sich dem Geschehen über den Vorgang des Erinnerns – suchend, fragend und im Bewusstsein, wie sehr unsere Vergangenheit unsere Gegenwart bestimmt.
Karten können an der Tageskasse im
Museum Otto Schäfer und im Bürgerservice,
Markt 1, 97421 Schweinfurt bezogen werden.
Telefon Theaterkasse: (09721) 51 4955
Online-Vorverkauf und weitere Informationen auf
www.theater-schweinfurt.de
Fotos: Hermann Posch, G2 Baraniak, Alexander Shimbarovsky



