GRETTSTADT – Obwohl Albin Hofmann eigentlich kein geborener Grettstädter ist, sondern am 21.10. 1940 in Maibach das Licht der Welt erblickte, gehört er zu den örtlichen Urgesteinen. Seinen Lieblingsausspruch hat er sich aber bewahrt: „Ich bin der Alppin aus Mappich“.
Hofmann ist ein bedeutendes Stück Kultur- und Sportgeschichte Grettstadts. 1963 kam er nach Grettstadt, trat als begabter aktiver Fußballer dem TSV 07 Grettstadt bei, spielte im örtlichen Spielmannszug die Lyra und stand nach einer schweren Verletzung, die seine Fußballkarriere beendete, dem TSV er in verschiedenen Funktionen zur Verfügung: in der Fußball-Abteilungsleitung, als Betreuer der Bezirksligamannschaft, 20 Jahre als perfekter Platzwart (persönlich beauftragt durch seinen Schwiegervater Bürgermeister Ernst Lenhard) und bei allen großen Baumaßnahmen.
1971 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Grettstädter Faschings und hatte damals seinen ersten Bühnenauftritt als „Supertänzer mit Holzpuppe“. Seitdem wirkte er bei jeder Sitzung der Grettschter Wasserelf mit, solistisch, im Duo mit Norbert Weber in zahlreichen unvergesslichen Schaunummern wie „Die Wanne ist voll“, „Der Barbier von Sevilla“, oder das schaurige Schattenspiel „Ich bin der Doktor Eisenbart“.
Wenn der Gesangverein Grettstadt alljährlich seinen musikalischen Showblock auf die Bühne brachte, hatte Hofmann bereits Wochen als Bühnenbildgestalter und Dekorateur vom Dienst in seiner Werkstatt und in der Turnhalle zugebracht, gesägt, geschnitten und gemalt.
Sein Faible für das Dekorieren nutzte Hofmann als Ausgleich zu seiner beruflichen Tätigkeit in der Großindustrie auch bei den zahlreichen Konzerten des Gesangvereins, dem er ebenfalls seit 1963 angehörte. Als 1. oder 2.Vorstand war er dort von 1982 bis 1990 im Amt. Noch heute versäumt Hofmann keine Singprobe und unterstützt stimmsicher den Tenor.
1992 riefen Norbert Kraus, Karl Gäbisch und Albin Hofmann den Grettschter Dreigsang ins Leben, eine Formation, die es bis 2021 gab und weit über den Landkreis hinaus bekannt war. Auch noch, als sein Freund Karl Gäbisch verstarb und andere Sänger nachrückten.
Der Grettschter Dreigsang erhielt 2011 auf Kloster Banz den Volksmusikpreis der Hanns-Seidel-Stiftung, auch sonst gab es immer wieder Auszeichnungen für hervorragende musikalische Leistungen, an denen Albin Hofmann beteiligt war.
Hofmann gehört vielen weiteren Ortsvereinen an und das nicht nur auf dem Papier. Auch bei Renovierungen und Herrichtungen im kirchlichen Bereich war er ein gern gesehener Helfer. Nicht reden, sondern tun! –Seine Devise. Das merkt man auch bei seinem liebevoll gestalteten Bauernhof und im Umgang mit seiner Familie, seiner Gattin Gerlinde, die ihn auch heute noch bei seinen vielen Ehrenämtern tatkräftig unterstützt, seinen Söhnen Gerald und Dieter, den vier Enkeln und zwei Urenkeln.
Auf dem Bild: Auch mit dem Grettschter Dreigsang erlebte Albin Hofmann viele begeisternde Auftritte. Von links: Albin Hofmann, Norbert Kraus und Karl Gäbisch, 1999 an der Gitarre begleitet durch Rolf Wenner.
Foto: Ruth Volz
Text: Peter Volz

