BAD KISSINGEN – Der DGB-Bad Kissingen/Rhön-Grabfeld hat zur ordentlichen Kreisdelegiertenkonferenz am 20. Oktober nach Bad Kissingen geladen. Die 25 anwesenden Delegierten der acht DGB-Mitgliedsgewerkschaften wählten ihren Vorsitzenden, nahmen den Geschäfts- und Kassenbericht entgegen und diskutierten den so genannten „Herbst der Reformen“.
Der Metaller Gerhard Klamet aus Aura wurde mit 24 Ja-Stimmen und einer Enthaltung wiedergewählt. Klamet führt den Kreisverband Bad Kissingen seit 2009. Er ist der Dienstälteste DGB-Kreisvorsitzende Unterfrankens. Vor vier Jahren fusionierten die Kreisverbände Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld unter der Leitung des 58jährigen.
Der Kreisverband vertritt gut 13.600 Gewerkschaftsmitglieder seiner Region gegenüber Politik und Öffentlichkeit. Er beinhaltet in seinem Wirkungsgebiet zudem drei DGB-Ortsverbände in Bad Neustadt, Ramsthal und Maßbach/Poppenlauer.
DGB-Regionsgeschäftsführer Frank Firsching widersprach in seiner sozialpolitisch geprägten Rede Kanzler Merz, der den Sozialstaat für nicht mehr finanzierbar hält, vehement. „Zur Finanzierung unserer gesetzlichen Sozialversicherungen braucht es mehr Solidarität, nicht weniger“, so Firsching. Dafür müssten die Privilegien für Freiberufler, Politiker und Selbstständige abgeschafft werden und alle beitragspflichtig in die gesetzlichen Kassen einzahlen. Der Angriff auf den 8-Stunden-Tag und die sozialen Sicherungssysteme ist ein Affront gegenüber den Beschäftigten, die hart arbeiten und jedes Jahr mehr als 1,3 Millionen Überstunden leisten, die Hälfte davon unbezahlt!
Leistungskürzungen in den gesetzlichen Sozialversicherungssystemen lehnt Firsching rigoros ab. „Sozialversicherungsbeiträge werden sinken, wenn die Finanzierungsbasis der Systeme verbreitert werden. Zum Beispiel durch die Einbeziehung von privilegierten Gruppen wie Notare, Rechtsanwälte, Ärzte, Apotheker und andere Selbstständige, Politiker und Manager.“
Klamet berichtete über innovative und traditionelle Aktionen und Veranstaltungen des DGB in den Landkreisen Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld: „Wir können gemeinsam auf eine sehr aktive und großartige Arbeit zurückblicken. Tagtäglich setzen wir uns für unsere Kolleginnen und Kollegen in den Dienststellen und Betrieben für faire Arbeitsbedingungen und ein soziales und gerechtes Leben ein. Zahlreiche Aktivitäten haben wir im Rahmen unserer traditionellen Gewerkschaftstermine organisiert, beispielsweise zum Internationaler Frauentag den 8.März und dem 1.Mai als Internationalen Tag der Arbeit. Aber auch unsere Gespräche mit den Parteien zum Thema Vergabe öffentlicher Aufträge an tarifgebundene Unternehmen oder unsere heißen Stühle zur Bundes- und Landtagswahl, an denen hunderte Menschen teilgenommen haben, waren echte Highlights in Bad Kissingen und in Bad Neustadt.“
Das Gruppenfoto zeigt den neuen DGB-Kreisvorstand – von links: Thomas Hofmann (IG BAU), Siegfried Steinbach (NGG), Xaver Kerber (ver.di), Klaus Köth (IG BAU), Gerhard Klamet (IG Metall), Fabian Wiener (IG Metall), Viktoria May (GEW), Edger Schneider (IG Metall), Otmar Büttner (IG BCE), Christel Sauer (IG BCE).
Das Einzelfoto zeigt den DGB-Kreischef Gerhard Klamet.


