MAKTHEIDENFELD – Die Stadt Marktheidenfeld gehört zu den acht ausgewählten unterfränkischen Modellkommunen im Modellprojekt „Sinnesbeeinträchtigungen in der Pflege im sozialen Nahraum“, das seit Anfang 2025 von einem interdisziplinären Team des Blindeninstituts Würzburg umgesetzt wird.
Gefördert wird das Projekt durch das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention unter der Schirmherrschaft von Staatsministerin Judith Gerlach sowie durch die Vogel Stiftung Dr. Eckernkamp.
Seh- und Hörbeeinträchtigungen sind bei älteren Menschen weit verbreitet, werden aber häufig unterschätzt. Sie erhöhen das Risiko für Stürze, soziale Isolation oder Demenz und führen oft zu einer höheren Pflegebedürftigkeit. Besonders im außerstationären Bereich fehlen bislang konkrete Unterstützungsangebote und Präventionsmaßnahmen für Seniorinnen und Senioren. Das möchte das Modellprojekt nun ändern.
„Unsere städtische Seniorenbeauftragte Andrea Dürr hat das Projekt dankenswerterweise an uns herangetragen“, erläutert Marktheidenfelds Erster Bürgermeister Thomas Stamm. „Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit, denn das Team des Blindeninstituts verfügt über umfassendes Knowhow rund um das Thema Sinneseinschränkungen.“
Ziel der auf drei Jahre angelegten Initiative ist es, die Versorgung bei Seh- und Hörbeeinträchtigungen im Alter in Marktheidenfeld zu verbessern. So kann eine sich aus der Sinnesbeeinträchtigung ergebende Pflegebedürftigkeit im Idealfall verzögert oder gänzlich abgewendet werden. Dieses Vorhaben soll unter anderem durch Sensibilisierung, Beratung, Fortbildungen und durch die Schaffung eines lokalen und übergreifenden Netzwerks umgesetzt werden.
Im Rahmen des Projekts ist geplant, in enger Abstimmung mit dem Blindeninstitut Würzburg und unter Beteiligung der lokalen Akteure bedarfsorientierte Angebote zu entwickeln. Beispielsweise können in der Kommune Informationsveranstaltungen zu Seh- und Hörbeeinträchtigungen, Ortsbegehungen zur seh- und hörgerechten Barrierefreiheit oder ein Sinnesparcours zur Selbsterfahrung angeboten werden.
Die Erkenntnisse aus dem Modellprojekt fließen am Ende der Projektlaufzeit in einen praxisorientierten Leitfaden ein, mit dem sich das Konzept auch in anderen Regionen Bayerns umsetzen lässt.
Weitere Informationen zum Modellprojekt unter https://www.blindeninstitut.de/sinnesonah
Auf dem Bild: In Marktheidenfeld startete das Projekt „Sinnesbeeinträchtigungen in der Pflege im sozialen Nahraum“: (von links) Geschäftsleitender Beamter Matthias Hanakam, Erster Bürgermeister Thomas Stamm, städtischer Projektbeauftragter Christian Brand, städtische Seniorenbeauftragte Andrea Dürr sowie Optometristin Leonie Priebe und Projektleiterin Sabine Kampmann vom Blindeninstitut Würzburg.
Foto: Marcus Meier

