Der FC 05 vor auswärts Ulm: Die Flinte nicht ins Korn werfen, aber besser nun mit Kanonen auf Spatzen schießen

Der FC 05 vor auswärts Ulm: Die Flinte nicht ins Korn werfen, aber besser nun mit Kanonen auf Spatzen schießen
Foto: ChatGPT / künstliche Intelligenz

ULM / SCHWEINFURT – Bei aller aktuellen Unzufriedenheit rund um den FC 05 darf man natürlich auch nicht vergessen, dass der Drittliga-Aufsteiger am Mittwoch vor dem fünften Spiel nacheinander gegen einen ehemaligen Erstligisten steht. Ja, auch der SSV Ulm war 1999/2000 tatsächlich mal ein Jahr im Oberhaus.

Um dann doppelt abzusteigen und somit den Schnüdeln 2002/02 in der 2. Bundesliga aus dem Weg zu gehen. Für Ulm folgten wie für Schweinfurt lange Regionalliga-Jahre ohne großes Interesse des Publikums, dann plötzlich der Durchmarsch sogar in die 2. Bundesliga und nach dem direkten Wiederabstieg nun auch erst das dritte Jahr im Profifußball seit rund 25 Jahren. Mit zehn Punkten und Platz 14 stehen die Spatzen zwar auch nicht optimal da und entließen bereits Trainer Robert Lechleiter. Doch sechs Plätze und sieben Zähler Distanz sind halt trotzdem vergleichsweise eine Menge.

Und ja: Siegende Ulmer wären für die Schnüdel danach womöglich nicht mehr erreichbar. Nichtabstiegsplatz 16 und der FC Ingolstadt mit sieben Zählern ist es freilich. Die Flinte ins Korn werfen sollte der FC 05 noch nicht, wohl aber besser nun mit Kanonen auf Spatzen schießen. Schöne Redewendungen…. Von ChatGPT und der künstlichen Intelligenz auf dem Aufmacherbild wunderbar dargestellt.

In Sachen Aggressivität und Lautstärke erlebte Victor Kleinhenz beim Sonntags-Üben nach dem 1:5-Debakel gegen Aachen eine Reaktion, wie sie ihm beim Spiel auf dem Platz lieber gewesen wäre. „Es bringt nichts, wenn sie sich bei einer Trainings-Einheit auf die Füße hauen. Das will ich jetzt so bei allen Spielen sehen. Endlich haben mal nicht nur zwei, drei Mann den Mund aufgemacht. Diese Grundtugenden müssen wir nun 90 Minuten auf den Platz bringen. Mittwoch ist wichtig, da wollen es alle besser machen! Und wir brauchen dazu Spieler, die sich körperlich wehren.“

Dabei überdenkt der Trainer die Herangehensweise und auch über die durchaus mögliche Facette des vielleicht phasensweise tief Verteidigens nach. „Selbst wenn es statistisch sicher nicht erwiesen ist, dass man die Null halten kann, wenn man den Bus vor dem Tor parkt. Je länger aber die Partie offen ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit auf einen Erfolg. Wir wehren uns auf alle Fälle mit allem, was zur Verfügung steht, und sind uns bewusst, dass wir besser punkten sollten“, weiß Kleinhenz.

Ulm drehte zuletzt nach dem Trainerwechsel das Donau-Duell gegen Regensburg und schaffte in Hoffenheim ein Remis. „Die sind im Flow, das wird ein richtiger Kampf“, sagt der Schweinfurter Trainer, dessen Ex-Kollege Lechleiter ausgerechnet kurz nach einem Sieg in Aachen gehen musste. So unterschiedlich sind die Ansprüche. Interimsmäßig trägt bei den Spatzen nun
Moritz Glasbrenner die Verantwortung.

Zum fünften Auswärtsspiel reisen die Unterfranken diesmal nicht am Vortag an. Bei einem 19 Uhr-Anstoß ist die Anreise nach Ulm dann doch zu kurz, wäre der Spieltag einfach zu lang. Es geht um 10.30 Uhr los und nach dem Mittagessen in ein Tageshotel. Parallel werden 150 bis 180 Schweinfurter Fans zur Untestützung anreisen. Die Anhänger nahmen am Samstag ja bereits weit vor Spielende die Fahnen vom Zuan und stellten gegen Aachen die Unterstützung ein . „Es ist normal, dass sie völlig enttäuscht sind. Das ist komplett verständlich“, so Kleinhenz.

Samstag steht dann bereits das nächste Heimspiel an: Gegner SC Verl kam über die 3. Liga bisher noch nie hinaus, hat aber schon 12 Punkte gesammelt, ist guter Achter – und bringt einen sympathischen, jungen Trainer mit nach Schweinfurt. Victor Kleinhenz und der beim FC 05 noch immer sehr beliebte Tobias Strobl sind seit ihrer gemeinsamen Zeit in Augsburg 2023/24 mehr als nur Kollegen. „Oft“ habe man Kontakt, sagt Kleinhenz, „aber diese Woche wird´s weniger.“ Was bei aller Freundschaft sicher nicht passieren wird: Geschenke vom Kumpel in Form von Punkten.

Die muss der FC 05 schon selber holen. Am besten auch gleich am Mittwoch in dieser so mies gestarteten Englischen Woche beim dritten Auswärtsspiel der Saison an der Donau. Die Erinnerungen an Ingolstadt sind dabei weit besser als die an Regensburg zuvor. Wie in Ingolstadt wird Ekin Celebi nach abgesessener Sperre wieder auflaufen. Eric Shuranov und Leonard Langhans fehlen weiterhin verletzt, Johannes Geis ist wieder fit für einen Startelf-Einsatz, Nils Piwernetz nun doch nicht gesperrt, wie zunächst gedacht.

Übrigens wird es am Ende der ersten Woche danach mit der Länderspiel-Pause am Wochenende Freitagmittag ein Testspiel geben gegen gegen den 1. FC Nürnberg 2, dessen Regionalliga-Duell gegen den FC Bayern München 2 eben aufgrund der Länderspiele verlegt wurde.

Die LVM-Versicherung präsentiert die gesamte Saison die Berichterstattung der Schnüdel aus der 3. Liga und drückt dem FC 05 stets die Daumen:

Comments

No comments yet. Why don’t you start the discussion?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert