UNTERFRANKEN – Zum Ausbildungsstart 2025 zählt die Handwerkskammer für Unterfranken 2.320 neue Ausbildungsverträge. Das entspricht einem leichten Zuwachs von 0,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Zum dritten Mal in Folge steigt damit die Zahl der neu abgeschlossenen Verträge – ein Hinweis darauf, dass das Handwerk bei jungen Menschen wieder an Attraktivität gewinnt.
Im dritten Jahr in Folge verzeichnet die Handwerkskammer für Unterfranken ein leichtes Plus an neuen Ausbildungsverträgen im unterfränkischen Handwerk. Insgesamt beginnen zum Ausbildungsstart am 1. September 2.320 junge Menschen ihre Ausbildung in einem der 130 Ausbildungsberufe des Handwerks. Das entspricht einem leichten Plus an neuen Verträgen im Vergleich zum Vorjahr von 0,5 Prozent. „Ganz vorsichtig können wir von einem Trend sprechen“, betont Michael Bissert, Präsident der Handwerkskammer für Unterfranken.
„Wir schaffen es, wieder mehr junge Menschen für eine Ausbildung im Handwerk zu begeistern.“ Und dass trotz der besonderen Herausforderung, dass aufgrund der Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium (G9) in Bayern ein kompletter Abiturjahrgang auf dem Ausbildungsmarkt fehlt.
Für Barbara Hoffstadt, Leiterin der Abteilung Ausbildung der Handwerkskammer, ist das Phänomen eines fehlenden Abiturjahrgangs ohne Auswirkung auf die Ausbildungszahlen, zu erklären: „Viele junge Menschen gehen nicht sofort nach Erlangen der Hochschulreife ins Studium oder in eine Ausbildung. Vielfach sind bei ihnen noch längere Orientierungsphasen eingeplant.“ So erklärt sich der nur leichte Rückgang der neuen Auszubildenden mit Hochschulreife von 10 % im vergangenen Jahr auf aktuell 9 %.
Veränderte Bildungsabschlüsse
Bemerkenswert ist auch die Verschiebung bei den Schulabschlüssen der Auszubildenden: Der Anteil der Realschulabsolventinnen und -absolventen stieg von 37,8 Prozent im Vorjahr auf 44,6 Prozent, während der Anteil der Mittelschulabsolventen von 44,7 Prozent auf 42,5 Prozent sank. „Wir beobachten, dass immer mehr Jugendliche den Realschulabschluss anstreben, bevor sie eine Ausbildung beginnen“, erklärt Barbara Hoffstadt. „Der Wunsch nach einem besseren Schulabschluss beschränkt sich längst nicht mehr auf das Abitur: Auch an Mittelschulen investieren viele Jugendliche in Lern- und Einsatzbereitschaft, um die Mittlere Reife zu schaffen, statt direkt in eine duale Ausbildung zu starten.“
Ausländische Auszubildende
Auch haben wieder neue Auszubildende aus vielfältigen Nationen den Weg nach Unterfranken gefunden. „Der Anteil der neuen Auszubildenden mit ausländischem Pass liegt bei 20 %. Das unterstreicht die Wichtigkeit dieser Gruppe für den Ausbildungsmarkt im Handwerk“, weiß Barbara Hoffstadt. 18 Auszubildende kommen aus Nepal. Die Handwerkskammer für Unterfranken ist hier Kooperationspartner des Nepal Secretariat of Skills and Training (NSST), das junge Nepalesinnen und Nepalesen auf eine duale Ausbildung in Deutschland vorbreitet.
Ausbildungseinstieg noch möglich
Trotz des positiven Trends bleiben zahlreiche Lehrstellen unbesetzt. „In unserer Lehrstellenbörse warten derzeit noch rund 1.500 Ausbildungschancen“, erklärt Michael Bissert. „Jetzt ist noch immer der perfekte Zeitpunkt, um ins Handwerk einzusteigen – die Chancen, kurzfristig die passende Stelle zu finden, stehen hervorragend.“ Unterstützung bei der Suche gibt es weiterhin bei den Ausbildungs-Profis der Handwerkskammer für Unterfranken. Und Barbara Hoffstadt ergänzt: „Macher sind gesucht! Innovation, Vielfalt und Offenheit sind die Stärken des Handwerks. Sie ermöglichen eine zukunftsorientierte Ausbildung, fördern individuelle Fähigkeiten und schaffen Gemeinschaft – die Basis für eine erfolgreiche Zukunft.“
Informationen:
Das Beratungs- und Vermittlungsangebot der Handwerkskammer für Unterfranken kann persönlich vor Ort sowie per Hotline und WhatsApp über folgende Nummern genutzt werden:
WhatsApp: 0151 721 844 56 oder
Telefonhotline: 0931 30908-33 33
Freie Lehrstellen finden interessierte Jugendliche in der Lehrstellenbörse der Handwerkskammer für Unterfranken
(www.hwk-ufr.de/Lehrstellenboerse) oder über die kostenlose App Lehrstellenradar.
Auf dem Bild: Zum Ausbildungsbeginn 2025 registriert die Handwerkskammer für Unterfranken insgesamt 2.320 neue Lehrverträge, was einem leichten Plus von 0,5 % gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Foto: Sascha Schneider
Top 5 Ausbildungsberufe im unterfränkischen Handwerk
1) Kraftfahrzeugmechatroniker/in
2) Elektroniker/in, Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik
3) Fachverkäufer/in im Lebensmittelhandwerk
4) Maler/in und Lackierer/in
5) Anlagenmechaniker/in für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik | Schreiner/in

