Es bedeutet eine völlige Hilflosigkeit: Wenn auf der Fritz Box von einer Sekunde auf die andere plötzlich die hellen Streifen bei W-LAN und Festnetz nicht mehr hell sind und bei „Info“ der Balken rot wird. Dann weiß man: Jetzt geht erstmals nichts mehr!
Es kann ja an der Telefonanlage liegen. Die Probleme freilich betrafen die ganze Straße: Das Netzwerk zeigte Fehler, das Internet war tot. Von jetzt auf nachher. Die Nachbarn bestätigten das.
Was tun? Infos, wie man die Fritz Box vielleicht wieder zum Laufen bekommt, gibt´s garantiert im Internet. Aber wie dort hin kommen ohne W-LAN? Warum das ausfällt, das weiß vielleicht die Gemeinde oder die Telekom. Dort anrufen wäre jetzt gut. Aber wie, wenn auch das Smartphone an die kabellose Verbindung geknüpft ist?
Eine Stunde verging, dann zwei, dann drei. Wer dringend Mails beantworten oder verarbeiten muss, wer ein Online-Portal betreibt und dort gerne ständig Meldungen, Nachrichten, Berichte oder Fotos einstellen will, ja muss, der sieht in solchen Phasen des Lebens alt aus.
Stunde vier ohne Telefon und Internet war angebrochen, alle Zeitungen lagen gelesen in der Ecke. Ein paar schöne Reportagen streamen, das wäre nun eine Idee. Aber wie – ohne W-LAN? Aus irgendwelchem Grund war alles lahm gelegt. Die Tatenlosigkeit frustrierte. Wenn man arbeitswillig ist, Geld verdienen will, ja muss – aber nicht kann. Aus welchem Grund nur?
Was kann man tun an einem so nicht geplanten Tag ohne Beschäftigung? Vielleicht das Wochenende organisieren, das stand es noch an. Zu welchen Fußballspielen geht´s Samstag und Sonntag? Ach ja, die Terminpläne findet man im Internet beim BFV. Aber wie bei einem derartigen Netzwerkfehler?
Wir schreiben das Jahr 2025 – und der Mensch ist völlig hilflos, wenn das Netzwerk ausfällt! Mittlerweile waren fünf Stunden vergangen und deutete sich an, dass sich dieser Verlust an Zeit so schnell nicht wird aufholen lassen. Keine schöne Aussicht für das anstehende Wochenende. Noch schlimmer freilich: Diese Ungewissheit! Unternimmt eigenlich gerade irgendwer etwas, damit der Anschluss an die Welt wieder hergestellt wird?
Genau um 13.29 Uhr sorgte ein Piep-Ton am Telefon für Aufmerksamkeit. Und in der Tat: Es kunktionierte wieder. Das Internet auch. Rund 30 Mails kam in der Zwischenzeit herein. Unter anderem eine von der Telekom. Darin ist zu lesen:
Guten Tag,
es liegt aktuell eine technische Störung in unserem Netz vor.
Vielleicht haben Sie das auch schon an Ihrem Festnetz- bzw. Internet-Anschluss bemerkt – vielleicht spüren Sie aber auch keine Auswirkungen. Wir schreiben Sie an, weil sich Ihr Anschluss im Umkreis der Störung befindet.
Sie müssen nichts weiter tun: Wir kümmern uns bereits intensiv um die Fehlerbehebung, damit Sie Ihren Anschluss so schnell wie möglich wieder uneingeschränkt nutzen können. Schnelle Hilfe wie z. B. mobiles Internet oder wie Sie eine Rufumleitung einrichten finden Sie hier bei Bedarf:
Nun ja, ich hatte ja kein Internet. Wie hätte ich diese Mail lesen sollen?
Michael Horling
redaktion@mainfranken.news