SCHWEINFURT – Die Schweinfurter Bundestagsabgeordnete Agnes Conrad (DIE LINKE), Sprecherin für Automobilpolitik ihrer Fraktion im Bundestag, kritisiert den Automobilzulieferer ZF scharf. Der Konzern kündigt an, aus der PKW-Antriebstechnologie auszusteigen. Das hätte erhebliche Auswirkungen für den Standort Schweinfurt zur Folge.
„Wenn das Management Fehler macht und die Politik nicht die notwendigen Weichen stellt – dann dürfen es nicht die Kolleginnen und Kollegen im Betrieb sein, die dafür zahlen müssen“, so Agnes Conrad.
Conrad nahm an der Betriebsversammlung von ZF in Schweinfurt teil und sicherte der Belegschaft vor Ort ihre volle Solidarität zu. Als frühere Konzernbetriebsratsreferentin bei Schaeffler kennt sie die Herausforderungen und warnt vor einer drohenden Standortschließung, wenn ein Ausstieg aus der E- Mobilität abgewickelt werden würde.
„Was hier passiert, betrifft nicht nur ein paar Einzelne – es ist ein Angriff auf die gesamte Belegschaft. Die Kolleginnen und Kollegen im Betrieb sind gemeinsam stärker, wenn sie bei Arbeitskämpfen zusammenhalten“, betont Conrad.
DIE LINKE fordert mehr Mitbestimmung der Arbeitnehmer*innenvertretung bei richtungsweisenden Entscheidungen. Gleichzeitig brauche es eine Industriepolitik, die nicht auf kurzfristige Profitlogik, sondern auf nachhaltige Beschäftigung und bezahlbare E-Mobilität – zum Beispiel durch Social-Leasing-Konzepte – setzt.
Conrad kündigte an, das Vorgehen von ZF auch im Bundestag zum Thema zu machen: „Wir müssen auch auf Bundesebene Druck aufbauen, um der Belegschaft die Möglichkeit zu geben, einen neuen Tarifvertrag für ihren Zielbildprozess einzufordern. Diese Krise lässt sich nämlich nur dann bewältigen, wenn man die Beschäftigten am Lösungsprozess beteiligt. Die Arbeitnehmerseite hat ausgehandelt, dass bis Ende September Konzepte ausgearbeitet werden können – hier muss die Arbeitgeberseite sich offen und kooperativ zeigen“, so Conrad.