LANDKREIS WÜRZBURG – Feldgeschworene hüten seit Jahrhunderten die Einhaltung von Grundbesitzgrenzen. Als Experten und Vermittler stehen sie den Behörden in ehrenamtlicher Tätigkeit zur Seite, indem sie Grundstücksgrenzen durch besondere Abmarkungen kenntlich machen und deren Einhaltung überwachen. In das Amt der „Siebener“ wird man für ein Leben lang berufen.
Langjährige Feldgeschworene werden in der Region Würzburg traditionell mit einem großen Festakt bedacht. Landrat Thomas Eberth hatte in diesem Jahr in den Pfarrsaal des katholischen Pfarramts St. Michael in Kürnach geladen und würdigte das Schaffen von insgesamt 33 Personen aus Stadt und Landkreis Würzburg in 25, 40, 50 oder gar 60 Jahren ehrenamtlichen Engagements.
Nach gutem Brauch begleitete der Landfrauenchor Würzburg unter der Leitung von Karin Dürr die Feier. Neben Landrat Thomas Eberth sprachen den Feldgeschworenen auch der Leiter des Amtes für Digitalisierung, Breitband und Vermessung (ADBV) in Würzburg, Oliver Treptau, der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Feldgeschworenenvereinigungen von Unterfranken, Norbert Jesberger, und Kürnachs Bürgermeister René Wohlfahrt ihren Dank und Respekt aus.
Siebener als Konstanten in einer unsteten Zeit
Als Bindeglied zwischen der Bevölkerung und den Vermessungsbehörden wohnen die Feldgeschworenen trotz modernster Messtechnik bis heute jeder Vermessung oder Abmarkung von Grundstücken bei, betonte Landrat Thomas Eberth in seiner Festrede. Durch ihr geografisches und historisches Hintergrundwissen würden sie nicht nur die staatliche Vermessungsverwaltung unterstützen, sondern als Einheimische auch das Vertrauen aller Beteiligten genießen.
In ihrer Tätigkeit als Feldgeschworene stünden alle Männer und Frauen zeitlebens für wichtige gesellschaftliche Werte ein: Ehrlichkeit, Gerechtigkeit und Verlässlichkeit seien unabdingbar in diesem Ehrenamt. Als Bewahrer des Siebener-Geheimnisses überlieferten sie zudem jahrhundertealtes Wissen. All dies seien Qualitäten, die in einer sich stetig wandelnden Zeit als wichtige Konstanten nicht hoch genug geschätzt werden könnten.
Kürnach als Gastgebergemeinde sei übrigens in diesem Zusammenhang durchaus passend, führte Eberth weiter aus. So sei der Name „Kürnach“ laut Gemeindechronik in der Bezeichnung „Quirnaha – Mühlbach“ im Jahr 779 erstmals urkundlich erwähnt, als Feldgeschworene den Bachlauf im Rahmen eines Umgangs und die Würzburger Gemarkung übersteigen mussten.
Besonders beeindruckt zeigte sich Landrat Eberth mit Blick auf zwei seiner Ehrengäste: Eduard Full aus Theilheim und Kilian Weimer aus dem Altertheimer Ortsteil Steinbach wurden an diesem Tag für 60 Jahre Tätigkeit als Feldgeschworene geehrt. Ungeachtet ihres hohen Alters ließen sie es sich nicht nehmen, den Dank des Landrats für diese außergewöhnliche Lebensleistung persönlich entgegenzunehmen. „Das kostbarste, das Menschen einander geben könnten, ist ihre Lebenszeit. Die Geehrten haben sich lebenslang diesem wichtigen Ehrenamt verschrieben. So ist es nur recht und billig, dass man den Personen an einem solchen Ehrenabend ein wenig Zeit zurückgibt“, dankte Landrat Thomas Eberth den Anwesenden.
Die Geehrten:
Feldgeschworenenvereinigung Würzburg rechts des Mains:
60 Jahre: Eduard Full (Theilheim)
40 Jahre: Gerhard König (Prosselsheim/Püssensheim)
25 Jahre: Günter Riegler (Eisenheim/Obereisenheim), Werner Schlier (Bergtheim/Opferbaum), Stefan Fesel (Würzburg/Heidingsfeld), Richard Wohlfart (Würzburg/Heidingsfeld), Edmund Pabst (Veitshöchheim)
Feldgeschworenenvereinigung Würzburg links des Mains:
60 Jahre: Kilian Weimer (Altertheim/Steinbach)
50 Jahre: Michael Brems (Geroldshausen/Moos), Rudolf Dürr (Greußenheim), Rudi Leibold (Uettingen)
40 Jahre: Josef Kleinschnitz (Greußenheim), Lothar Haag (Geroldshausen)
25 Jahre: Erwin Baunach (Helmstadt/Holzkirchhausen), Hugo Winkler (Waldbrunn)
Feldgeschworenenverband Ochsenfurt:
50 Jahre: Josef Busch (Gaukönigshofen)
40 Jahre: Otmar Betz (Giebelstadt/Euerhausen), Ludwig Kemmer (Aub), Hugo Burger Giebelstadt/Allersheim), Alfons Mark (Sonderhofen), Heribert Neckermann (Sonderhofen), Franz Betz (Sonderhofen)
25 Jahre: Peter Götz (Sonderhofen/Bolzhausen), Anton Menth (Sonderhofen/Bolzhausen), Albin Gramlich (Ochsenfurt/Hohestadt), Edgar Meckel (Ochsenfurt/Hohestadt), Armin Roth (Gelchsheim), Werner Wenninger (Sommerhausen), Volker Walch (Gaukönigshofen), Martin Grieb (Bütthard), Stephan Bock (Giebelstadt), Stefan Karches (Giebelstadt), Peter Götz (Tauberrettersheim)
Auf den Fotos:
1: Im Rahmen des traditionellen Ehrenabends für langjährige Feldgeschworene sprach Landrat Thomas Eberth (rechts) langjährigen Feldgeschworenen aus Stadt und Landkreis Würzburg seinen Dank und seine Anerkennung für 25 Jahre Dienst für die Gesellschaft aus. Auch Vertreter der Feldgeschworenenvereinigungen Links des Mains, Rechts des Mains und des Verbands Ochsenfurt sowie der Behörden gratulierten den Jubilaren.
Foto: Christian Schuster
2: Für 40 Jahre ehrenamtliche Tätigkeit wurden verdiente Feldgeschworene von Vertreterinnen und Vertretern der Feldgeschworenenvereinigungen und Behörden in Stadt und Landkreis Würzburg geehrt.
Foto: Christian Schuster
3: Michael Brems aus dem Geroldshausener Ortsteil Moos, Rudolf Dürr aus Greußenheim und Rudi Leibold aus Uettingen wurden von Vertreterinnen und Vertretern der Feldgeschworenenvereinigungen Links des Mains, Rechts des Mains und Ochsenfurt sowie Vertreterinnen und Vertretern von Behörden in Stadt und Landkreis Würzburg für 50 Jahre ehrenamtliche Tätigkeit geehrt.
Foto: Christian Schuster
4: Selbst unter Feldgeschworenen eine Besonderheit: Eduard Full aus Theilheim und Kilian Weimer aus dem Altertheimer Ortsteil Steinbach (Mitte) wurden von Landrat Thomas Eberth (Mitte, hinten) bei einem Ehrenabend in Kürnach für 60 Jahre ehrenamtliche Tätigkeit als Feldgeschworene gewürdigt.
Foto: Christian Schuster


