FLADUNGEN – Seit mittlerweile über 70 Jahren begleiten Pixi-Bücher Generationen von Kindern. Vom 6. April bis 17. August zeigt das Fränkische Freilandmuseum Fladungen eine Ausstellung über die quadratischen kleinen Bücher.
Die Jubiläumsausstellung „Pixi. 70 Jahre kleine Bücher“ lädt dazu ein, anhand von Bildern, Geschichten und Filmen, die Vielfalt des kleinen quadratischen Buchs zu erleben. Gestaltet von der Hamburger Illustratorin Regina Kehn, schickt sie Klein und Groß auf eine Zeitreise, auf der sie Pixi, Conni, Petzi und zahlreichen Katzen, Osterhasen, Prinzessinnen, Dinosauriern, Rittern und abenteuerlustigen Kindern begegnen.
Stöbern, Blättern, Schauen, Lesen
In der Familienausstellung können sich die Besucherinnen und Besucher auf vielfältige Weise mit der Bilderbuchreihe beschäftigen. In einem „Pixi-Bad“ können alle ihr Pixi suchen und selbst lesen oder sich vorlesen lassen – auf bequemen Sitzsäcken oder in kuschligen Zelten. Jeder Pixi-Fan kann sein liebstes Pixi anderen Museumsgästen präsentieren und ein Selfie mit Pixi und seinen Freundinnen und Freunden machen. Bekannte Illustratorinnen und Illustratoren werden vorgestellt und es gibt Wissenswertes zur Herstellung eines Pixis sowie Videos mit den Pixi-Machern und prominenten Pixi-Fans. Über 1.000 ausgestellte Pixi-Cover spiegeln 70 Jahre Kinderthemen und gesellschaftliche Entwicklungen wider.
Begleitprogramm
Die Besucherinnen und Besucher in Fladungen erwartet ein umfangreiches Begleitprogramm mit Vorleseaktionen, Führungen und kreativen Mitmachangeboten. Passend zur Ausstellung gibt es Vorlesestunden: Jeden zweiten und vierten Mittwoch im Monat um 16 Uhr können sich Kinder auf gemütliche Lesemomente freuen. Zum Welttag des Buches am Mittwoch, den 23. April sind die Pixi-Buch-Autoren Cordula und Rüdiger Paulsen zu Gast und lesen um 11, 14 und 16 Uhr „Geschichten aus der Pixi-Kiste“.
Am Internationalen Museumstag (18. Mai) und zur Finissage (17. August) führt Pixi als Walking Act Familien durch die Ausstellung. Für Kinder wird ein Bastelprogramm angeboten.
In den Sommerferien können Kinder im Grundschulalter an Workshops teilnehmen, um Papier zu schöpfen, Bücher mit Holzmodeln zu drucken und zu binden oder ein Lesezeichen zu filzen.
Gruppenbesuche
Eine vorherige Anmeldung von Gruppen wird empfohlen. Gruppen können zudem verschiedene Aktionsprogramme in der Ausstellung buchen. Sie richten sich mit unterschiedlichen Schwerpunkten an Kinder ab dem Kita-Alter bis zu 12 Jahren.
Lebensbegleitende Bücher
1954 erschien das erste Pixi-Buch mit dem Titel „Miezekatzen“ in Deutschland, und 2024 feierte Pixi sein 70-jähriges Bestehen. Der dänische Verleger Per Hjald Carlsen wollte mit seinem in Hamburg gegründeten Verlag Anfang der 1950er Jahre qualitativ hochwertige Bilderbücher möglichst preisgünstig anbieten. Sein Ziel war die Leseförderung: Jedes Kind sollte ein Buch besitzen und Spaß am Lesen entwickeln können. Er wählte das Format von 10 x 10 cm und 24 Seiten und benannte es nach dem englischen Wort „pixie” für Kobold.
Pixis sind Belohnung, Gute-Nacht-Lektüre, Inhalt von Adventskalendern oder Geburtstagstüten und begehrte Sammelobjekte. Für viele Kinder ist ein Pixi das erste selbstgewählte Buch. Mit über 3.000 verschiedenen Titeln seit Beginn und etwa 14 Millionen verkauften Büchern im Jahr ist Pixi die umfangreichste Bilderbuchreihe aller Zeiten.
Um möglichst viele Kinder anzusprechen, wurden und werden Pixis nicht nur im Buchhandel, sondern auch an vielen anderen Orten angeboten – meist von der charakteristischen Pixi-Figur mit der Bücherschüssel vor dem Bauch.
Die Bücher stehen auch für die Kunst, im kleinen Format interessante Geschichten zu erzählen und zu illustrieren: Bekannte Figuren wie Petzi oder Conni gehören ebenso dazu wie die Abenteuer von Feen und Rittern, Fußballspielern und Astronautinnen, Baggern und Katzen. Viele renommierte Kinderbuchautoren und Illustratoren haben ihr Talent bereits bei Pixi gezeigt.
1982 nahm Pixi selbst Gestalt an. Der kleine Wichtel mit Zipfelmütze und roten Stiefeln wurde von der erst kürzlich verstorbenen Illustratorin Eva Wenzel-Bürger geschaffen. Seit 1993 spielt die Figur in eigenen Geschichten die Hauptrolle. 2003 gab Dorothea Tust Pixi sein Gesicht. Pixi ist seit 70 Jahren immer erkennbar. Dabei haben sich Inhalte und Darstellungsformen verändert und reflektieren gesellschaftliche Entwicklungen.
Das Ziel von Per Hjald Carlsen jedoch ist heute so aktuell wie vor 70 Jahren: Jedes Kind soll Zugang zu und Spaß an Büchern haben.
Eine Ausstellung des Altonaer Museums, Stiftung Historische Museen Hamburg und des Carlsen Verlags in Kooperation mit dem Fränkischen Freilandmuseum Fladungen.
INFO
Die Ausstellung ist im Obergeschoss des Eingangsgebäudes zu den regulären Öffnungszeiten des Freilandmuseums zu sehen. Täglich von 9 bis 18 Uhr, im April ist montags Ruhetag (außer an Ostermontag).
An jedem zweiten Donnerstag im Monat geht es „Mit Pixi in den Abend“ – die Ausstellung ist dann bis 20 Uhr geöffnet. Die Termine sind: 10.4., 8.5., 12.6., 10.7. und 14.8.
Es gelten die Museumseintrittspreise. Zusatzkosten fallen lediglich bei Ferienprogrammen und Bastelangeboten sowie buchbaren Grupp
Fotos: Patricia Linsenmeier (2) / Dorothea Tust Carlsen Verlag


