SCHWEINFURT – Ein Theaterstück der ganz besonderen Art wurde am 27.03. und 28.03.2025 in der Stadthalle in Schweinfurt aufgeführt. Schülerinnen und Schüler des Olympia-Morata-Gymnasiums bereiteten das Thema Depression im Jugendalter gemeinsam und spielerisch auf.
Schirmherrinnen sind die Bayerische Kultusministerin Anna Stolz und die Bayerische Gesundheitsministerin Judith Gerlach. Ermöglicht wurde die Durchführung der Projektwoche durch die Initiative und finanzielle Unterstützung der AOK Bayern.
Stell Dir vor, Du bist für 60 Minuten Psychiater und darfst diagnostizieren. Beim Theaterstück Ice Breaker wird das gesamte Publikum zum Facharztkollektiv. Welche der Figuren auf der Bühne sind an einer ernsthaften Depression erkrankt, und welche sind einfach nur “schlecht drauf”. Kann man das überhaupt anhand einer Checkliste unterscheiden?
In nur vier Tagen wird das Stück mit Jugendlichen eingeprobt. Das Publikum wird während der Aufführung immer wieder aufgefordert, Stellung zu dem auf der Bühne Dargebotenen zu nehmen und sich damit auseinanderzusetzen.
Ziel des Stückes: Die Zuschauer erkennen, dass sich psychische Erkrankungen oft schleichend und zunächst unbemerkt entwickeln. Sie lernen Verdachtsmomente einer beginnenden oder vorhandenen Depression zu erkennen und diese anzusprechen. Vor allem aber lernen sie, dass Depression eine heilbare Krankheit ist.
Durch theaterpädagogisches Erleben finden die Zuschauer einen neuen Zugang zu der Erkrankung Depression und zu der Problematik der in der Familie Beteiligten, besonders die der Geschwisterkinder.
Die interaktive und dadurch sehr intensive und persönliche Auseinandersetzung nimmt der Krankheit das Fremde und schafft Verständnis für Erkrankte und ihr direktes Umfeld.
Die Reaktionen der Schülerinnen und Schüler der Klassen 7 bis 11 war sehr unterschiedlich. Manche nahmen die Inhalte des Stücks eher als Information für sich auf, wiederum andere waren tief berührt durch die Darstellung. Einzelne Lehrkräfte erzählten von einer bedrückten Stimmung im Nachgang.
Natürlich bewegt die Thematisierung von Suizidgedanken die Schülerschaft. Mit den Worten „Du bist nicht allein“ verabschiedete Tabea Hildner von Kunstdünger, die Agentur für Kulturdesign, das Publikum. Die Schulsozialpädagogin Sonja Rauwolf präzisierte diese Aussage mit der Auflistung verschiedener Hilfsangebote. Der Appell lautet sich selbst wohlwollend zu reflektieren und feinfühlig auf sein soziales Umfeld zu achten. Denn jeder Mensch verdient Aufmerksamkeit und Zuwendung. Je früher man negative Emotionen wahr und ernst nimmt, desto besser kann man mit ihnen umgehen.
Die Schauspielerinnen selbst diskutierten ebenfalls über die Inhalte des Stücks. Ihnen fiel auf, dass die komplexe Bandbreite psychischer Erkrankungen nicht in einer einzigen Inszenierung dargestellt werden könne. Außerdem spürten sie, dass sie, je mehr ihre persönlichen Wertvorstellungen von den Verhaltensweisen ihrer Rollen abwich, desto mehr schauspielerisches Talent von ihnen abverlangt wird. Der größte Dank geht an diese neun Darstellerinnen, die sich bereit erklärt haben, dieses ernste und wichtige Thema für Ihre Mitschülerinnen und Mitschüler zu präsentieren.
Auf dem Bild von links: Mina, Cora, Matilda, Tabea Hildner, Olivia, Lissi, Josephine, Daria, Kristin, Viola
Die Darstellerinnen des Stücks „IceBreaker“ vom Olympia Morata Gymnasium Schweinfurt.
Foto: Sonja Rauwolf