Wegweisende Partie gegen den TTC Grenzau: Der TSV Bad Königshofen will die Form von Bremen mit in das Duell Letzter gegen Vorletzter nehmen

Wegweisende Partie gegen den TTC Grenzau: Der TSV Bad Königshofen will die Form von Bremen mit in das Duell Letzter gegen Vorletzter nehmen

BAD KÖNIGSHOFEN – Der Start ins neue Jahr hätte für den Tabellenletzten TSV Bad Königshofen nicht besser ausfallen können. Dem Quartett Steger/ Bertelsmeier/ Habesohn/ Zeljko gelang ausgerechnet beim Tabellenführer SV Werder Bremen der dritte Sieg (3:1) im zwölften Spiel.

Die ehemalige Mannschaft von Bastian Steger (2014 – 2019) hatte zuvor Saison-übergreifend acht Heimspiele in Serie gewonnen. Die Königshöfer haben ja schon einmal bei einem Tabellenführer, Borussia Düsseldorf, auswärts gewonnen. Aber nicht als Tabellenletzter. Selbst KI wusste bis Mittwoch keine Antwort auf die Frage, ob und wann es ein solches Szenario schon einmal gab.

So untypisch ein solcher Coup auch im Tischtennis ist, so sehr unterstreicht er zweierlei: Erstens, dass die Rhön-Grabfelder diese Runde öfter unglücklich und unter Wert geschlagen wurden. Zweitens, dass diese 1. Bundesliga heuer so stark und ausgeglichen wie nie ist. Und wenn man so will drittens, dass der TSV-Leader Bastian Steger mit seinen bald 45 Lenzen bei seinen zwei Einzelsiegen in Bremen wie in seiner Glanzzeit spielte und viertens Daniel Habesohn sich immer mehr seiner Bestform nähert und in Königshofen angekommen ist.

Es wäre aber weit gefehlt, von den Königshöfern nun automatisch einen Sieg am Samstag, 15 Uhr, in der Shakehands-Arena gegen den TTC Zugbrücke Grenzau zu erwarten, zumal ihr letzter Heimsieg (3:2 gegen Bremen am 18.1.2025) schon ein Jahr zurück liegt. Und zumal man sich gegen das Team aus Rheinland-Pfalz immer besonders schwer getan hat. 17 Mal traf man aufeinander, bei den 11:6 Siegen für den TSV ging es meistens ganz eng zu.

So auch am ersten Spieltag dieser Saison. Als Playoff-Teilnehmer der Vorsaison war man angereist und mit einer, wenn auch denkbar unglücklichen 1:3 Niederlage wurde man verabschiedet. Habesohn unterlag dem Ex-Königshöfer Allegro und dem Polen Kubik, Steger dem Engländer Walker. Es war ein Fehlstart mit Langzeitwirkung! In der vergangenen Saison hatte in den beiden Vergleichen jeweils die Auswärtsmannschaft 3:2 gewonnen. Generell hat Grenzau Bad Königshofen schon öfter in die Suppe gespuckt, wenn nicht damit zu rechnen war.

Zu einem Höhenflug setzten die Brexbachtaler vor der Weihnachtspause an, gewannen in Grünwettersbach 3:1 und gegen Fulda (mit Ovtcharov) 3:2, schienen da auf dem Weg ins sichere Mittelfeld der Tabelle. Diesen Mittwoch folgte dann der Sinkflug durch die 0:3-Heimniederlage gegen Ochsenhausen. Darüber, ob es ein Absturz war, wird nun dieses richtungsweisende Spiel entscheiden, in das beide Teams mit der gleichen Last auf den Schultern gehen werden. Für beide geht es darum, den Anschluss ans hintere Mittelfeld herzustellen. Es ist ein Kellerduell Letzter gegen Vorletzten mit Signalwirkung, ein Vier-Punkte-Spiel, wenn man so will. Gewinnt der TSV, kann er Grenzau nach Punkten ein- und in der Tabelle mit dem besseren Spielverhältnis überholen. Gewinnen die Gäste, können sie sich wieder um vier Punkte absetzen.

Topmotiviert dürften beide ins Spiel gehen. Vielleicht bringen die Königshöfer, immer noch ohne Neuzugang Xue Fei, nach dem Erlebnis von Bremen einen Schuss mehr an Selbstvertrauen mit ein und werden sicherlich wieder die geballte Ladung an Unterstützung des eigenen Anhangs hinter sich wissen. Wie sich die 14 TSV-Fans in Bremen präsentiert haben, hat in ganz Tischtennis-Deutschland für Schlagzeilen gesorgt. Vielleicht treffen sie ja zusammen mit den „Ping-Pong-Ultras“ und all jenen, die sie mit ihrer Begeisterung anstecken werden, auch auf die „Brexbach-Haie“. Nur die zwei Vereine aus den kleinsten Ortschaften der Liga haben überhaupt einen namentlich bekannten Fanclub.

Auf dem Bild; Endlich angekommen in Bad Königshofen: Daniel Habesohn. Gegen den TTC Grenzau dürfte er wohl wieder im Einzel aufgeboten werden. Neben ihm: Filip Zejlko

Text und Foto: Rudi Dümpert für www.mainfranken.news

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